Bauministerin, Schrottimmobilien

Bauministerin will Schrottimmobilien enteignen lassen

18.03.2026 - 00:00:26 | boerse-global.de

Bauministerin Hubertz will Kommunen die Enteignung verwahrloster Immobilien ermöglichen, um die Wohnungsknappheit zu bekämpfen. Der Plan löst politische Debatten aus.

Bauministerin will Schrottimmobilien enteignen lassen - Foto: über boerse-global.de
Bauministerin will Schrottimmobilien enteignen lassen - Foto: über boerse-global.de

Bauministerin Verena Hubertz hat einen radikalen Plan gegen Wohnungsnot vorgelegt. Ihr Entwurf für eine zweite BauGB-Novelle soll Städten ermöglichen, verwahrloste „Schrottimmobilien“ zu enteignen. Die Initiative markiert einen deutlichen Vorstoß im Kampf gegen städtische Verwahrlosung.

Neues Druckmittel gegen Verwahrlosung

Der Gesetzentwurf zielt darauf ab, Kommunen schärfere Instrumente an die Hand zu geben. Bei massivem Missbrauch und dauerhafter Verwahrlosung sollen sie künftig enteignen dürfen. Die Entscheidung liegt im Ermessen der jeweiligen Kommune, um lokale Gegebenheiten zu berücksichtigen.

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Aus der Opposition kommt bereits Kritik. Der baupolitische Sprecher der Union, Jan-Marco Luczak, mahnt das richtige Maß bei kommunalen Eingriffsrechten ein. Der Entwurf muss nun die parlamentarischen Hürden nehmen. Beobachter rechnen mit intensiven Debatten über den Schutz des Eigentumsrechts.

„Bauturbo“ soll Neubau beschleunigen

Parallel zum neuen Entwurf können Kommunen bereits auf ein anderes Instrument zurückgreifen: den „Wohnungsbauturbo“. Diese Sonderregelung erlaubt es Behörden bis Ende 2030, von Bebauungsplänen abzuweichen, um neuen Wohnraum schneller zu schaffen.

Die Maßnahme erleichtert Aufstockungen, Erweiterungen und Nutzungsänderungen. Doch Experten warnen: Planungsrechtliche Erleichterungen allein reichen nicht aus. Hohe Baukosten und angespannte Finanzierungsbedingungen bremsen die Bauaktivität weiter aus.

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Studie zeigt: 1,4 Millionen Wohnungen fehlen

Die Dringlichkeit neuer Lösungen wird durch aktuelle Daten untermauert. Laut einer Studie des Pestel-Instituts fehlten Ende 2024 bereits rund 1,4 Millionen Wohnungen in Deutschland.

Besonders betroffen sind Nordrhein-Westfalen mit 376.000 und Bayern mit 233.000 fehlenden Einheiten. Der Gesamtbedarf bis 2030 wird auf bis zu 2,4 Millionen Wohnungen geschätzt. Am stärksten leiden junge Menschen unter 25 Jahren und Senioren, die sich ihre Mieten nicht mehr leisten können.

Bevölkerung fordert staatliches Handeln

Ein „Wohnraummangel-Barometer“ zeigt den wachsenden Frust. 64 Prozent der Befragten sehen einen deutlichen Mangel an Sozialwohnungen, 63 Prozent beklagen fehlenden bezahlbaren Raum für Normalverdiener.

Die Bürger richten klare Forderungen an die Politik: 85 Prozent wollen einen stärkeren staatlichen Einsatz beim sozialen Wohnungsbau. Gleichzeitig sprechen sich 86 Prozent für einen leichteren Zugang zu Wohneigentums-Förderprogrammen aus. Private Investoren betrachtet eine Mehrheit als unverzichtbaren Teil der Lösung.

Preisdruck in Metropolen bleibt hoch

Bis neue Wohnquartiere entstehen, dürfte der Preisdruck unvermindert anhalten. Daten belegen, dass sich Wohnimmobilien im vergangenen Jahr bundesweit um durchschnittlich 4,0 Prozent verteuert haben.

In den sieben größten Metropolen lag der Anstieg im Schlussquartal 2025 sogar bei 4,7 Prozent. Frankfurt am Main markierte mit plus 5,7 Prozent die Spitze. Eine nachhaltige Entspannung erwarten Beobachter nur durch eine Kombination aus beschleunigten Verfahren und verlässlichen finanziellen Förderungen.

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