Baugenehmigungen steigen erstmals seit Jahren
22.03.2026 - 00:14:44 | boerse-global.deDie Zahl der Baugenehmigungen für Wohnungen in Deutschland ist im Januar gestiegen. Neue Daten des Statistischen Bundesamtes zeigen ein Plus von 8,4 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Insgesamt erhielten 19.500 neue Wohnungen grünes Licht – ein erstes positives Signal nach Jahren des Einbruchs.
Ein vorsichtiger Aufwärtstrend
Die Behörde registrierte den Anstieg sowohl bei Ein- und Zweifamilienhäusern als auch im entscheidenden Segment der Mehrfamilienhäuser. Dort, wo dringend benötigte Mietwohnungen entstehen sollen, stiegen die Genehmigungen um 7,1 Prozent auf 10.500 Einheiten. Damit setzt sich der leichte Erholungskurs aus dem Gesamtjahr 2025 fort.
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Doch die Branche bleibt skeptisch. Das aktuelle Niveau sei historisch betrachtet immer noch sehr niedrig, mahnen Vertreter der Bauindustrie. Der Einbruch der vergangenen Jahre wirkt nach. Ist dieser Aufwärtstrend nachhaltig oder nur ein Strohfeuer?
Die großen Bremsen bleiben
Die strukturellen Probleme des Wohnungsbaus sind ungelöst. Die größte Hürde: explodierte Kosten. Seit 2015 stiegen die Baukosten um rund 60 Prozent. Zusammen mit den deutlich höheren Zinsen macht das viele Projekte unwirtschaftlich.
Neue Mietwohnungen erfordern heute eine kalkulatorische Miete von etwa 20 Euro pro Quadratmeter. Für viele Haushalte in den Ballungszentren ist das schlicht unbezahlbar. Gleichzeitig bleibt die Nachfrage hoch, getrieben durch Zuzug und gesellschaftliche Trends.
Die Folge? Experten prognostizieren für 2026 nur zwischen 175.000 und 215.000 fertiggestellte Wohnungen. Das liegt weit unter dem Regierungsziel von 400.000 Einheiten pro Jahr. Der Druck auf die Mietpreise wird weiter zunehmen.
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Genehmigung ist nicht gleich Wohnung
Branchenkenner warnen vor überzogenem Optimismus. Ein entscheidender Faktor ist der sogenannte Bauüberhang – über 800.000 bereits genehmigte, aber noch nicht gebaute Wohnungen. Viele Projekte stocken, weil sich die Rahmenbedingungen verschlechtert haben.
Hinzu kommt die lange Bauzeit. Von der Genehmigung bis zur Schlüsselübergabe vergehen im Geschosswohnungsbau heute durchschnittlich 34 Monate. Die jetzt erteilten Genehmigungen werden sich also erst in einigen Jahren auf dem Mietmarkt bemerkbar machen.
Kann die Politik gegensteuern?
Forderungen nach dem "Befreiungsschlag"
Immobilienverbände fordern entschlossenes Handeln. Ihre zentrale Forderung: eine Senkung der Baukosten. Das soll durch vereinfachte Baustandards und eine Reduzierung der staatlichen Abgabenquote von rund 37 Prozent erreicht werden.
Auch eigenkapitalersetzende Maßnahmen wie Staatsbürgschaften stehen auf der Wunschliste. Programme wie der geplante "Deutschlandfonds" müssten konsequent für den Wohnungsbau geöffnet werden.
Die Bundesregierung setzt derweil auf ihren "Bau-Turbo" für schnellere Genehmigungsverfahren. Ob das reicht, um die Krise zu überwinden, bleibt offen. Für Mieter in den Großstädten dürfte die angespannte Lage vorerst weitergehen.
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