Baugenehmigungen, Jahren

Baugenehmigungen steigen erstmals seit drei Jahren

23.02.2026 - 09:03:12 | boerse-global.de

Die Zahl der Wohnungsgenehmigungen in Deutschland ist 2025 um 10,8 Prozent gestiegen, doch der soziale Wohnungsbau bleibt mit einem Defizit von 1,4 Millionen Wohnungen in der Krise.

Die Zahl der Baugenehmigungen in Deutschland ist 2025 erstmals seit drei Jahren wieder gestiegen. Laut Statistischem Bundesamt wurden 238.500 Wohnungen genehmigt – ein Plus von 10,8 Prozent. Die Hoffnung auf eine Trendwende wächst, doch Experten warnen: Die Krise im sozialen Wohnungsbau ist noch lange nicht überwunden.

Besonders das starke zweite Halbjahr mit einem Zuwachs von 17,8 Prozent trieb die Jahresbilanz nach oben. Bundesbauministerin Verena Hubertz wertet die Zahlen als Beleg für die Wirksamkeit politischer Maßnahmen. Doch die Branche dämpft die Erwartungen: Bis die genehmigten Projekte fertig sind, wird es dauern. Für dieses Jahr prognostizieren Experten etwa 215.000 Fertigstellungen – bei weitem zu wenig, um den riesigen Bedarf zu decken.

Die soziale Schieflage bleibt dramatisch

Während die Genehmigungszahlen Hoffnung machen, klafft die Lücke im sozialen Wohnungsbau weiter. Ein aktueller „Sozialer Wohn-Monitor“ beziffert das bundesweite Defizit auf rund 1,4 Millionen Wohnungen. Der Bestand an Sozialwohnungen schrumpfte seit den 1980er Jahren von vier auf nur noch eine Million.

Die Folge: Geringverdiener, Studierende und Senioren finden auf dem freien Markt kaum noch bezahlbaren Wohnraum. Verbände wie der Deutsche Mieterbund fordern einen radikalen Kurswechsel und einen Bund-Länder-Pakt, um den Sozialwohnungsbau massiv zu beschleunigen.

Anzeige

Angesichts des knappen Angebots entscheidet oft der richtige Mietpreis über die Vermietung. Der kostenlose Mietspiegel-Report 2025 liefert Vermietern Vergleichsmieten, rechtssichere Begründungshilfen für Mieterhöhungen und die eine Tabelle, die viele Streitfälle vermeidet – kompakt aufbereitet für Ihre Stadt. Gratis Mietspiegel-Report 2025 herunterladen

Milliarden und weniger Bürokratie sollen helfen

Die Politik hat reagiert. Im Bundeshaushalt 2026 sind rund vier Milliarden Euro für den sozialen Wohnungsbau eingeplant. Das Ziel: den Abwärtstrend stoppen und den Bestand stabilisieren. Doch Geld allein reicht nicht.

Die größte Bremse ist oft die Bürokratie. Planungs- und Genehmigungsverfahren ziehen sich im Schnitt 26 Monate hin. Branchenverbände sehen hier den entscheidenden Hebel. Sie fordern eine Vereinheitlichung und Reduzierung der Vorschriften, um Projekte endlich schneller umzusetzen.

Ein fragiler Aufschwung mit vielen Fragezeichen

Ist der Anstieg der Genehmigungen schon die erhoffte Wende? Die Konjunktur am Bau litt zuletzt unter hohen Zinsen, explodierenden Kosten und großer Unsicherheit. Die jetzige Erholung ist fragil und hängt von den weiteren Rahmenbedingungen ab.

Die Regierung setzt auf zusätzliche Impulse, etwa mit der EH55-Neubauförderung oder der Umwandlung von Gewerbe- in Wohnflächen. Doch Analysten rechnen frühestens 2027 mit einem nennenswerten Anstieg der Fertigstellungen. Der Bauüberhang von fast 760.000 genehmigten, aber unfertigen Wohnungen hilft nur bedingt. Das Kernproblem – der Mangel an bezahlbarem Wohnraum – bleibt.

Hol dir den Wissensvorsprung der Aktien-Profis.

Hol dir den Wissensvorsprung der Aktien-Profis.

Seit 2005 liefert der Börsenbrief trading-notes verlässliche Trading-Empfehlungen - Dreimal die Woche, direkt ins Postfach. 100% kostenlos. 100% Expertenwissen. Trage einfach deine E-Mail Adresse ein und verpasse ab heute keine Top-Chance mehr. Jetzt kostenlos anmelden
Jetzt abonnieren.