Baugenehmigungen steigen erstmals seit 2021
05.03.2026 - 05:30:24 | boerse-global.deDie Zahl der Baugenehmigungen in Deutschland ist wieder gestiegen. Nach drei Jahren des Rückgangs erteilten die Behörden 2025 knapp elf Prozent mehr Genehmigungen für neue Wohnungen. Das sind 238.500 Einheiten.
Doch Experten warnen vor zu viel Optimismus. Die Lücke zwischen Genehmigung und fertiger Wohnung bleibt riesig. Und das absolute Niveau liegt noch weit unter dem politischen Ziel von 400.000 neuen Wohnungen pro Jahr.
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Ein Lichtblick, aber kein Grund zum Jubeln
Die neuen Zahlen des Statistischen Bundesamtes markieren eine spürbare Trendwende. Besonders kräftig legten die Genehmigungen für Einfamilienhäuser zu – ein Plus von 17,2 Prozent. Auch der für den Mietmarkt wichtige Bau von Mehrfamilienhäusern verzeichnet ein solides Wachstum.
Dennoch: Der aktuelle Anstieg ist vor allem eine Erholung von einem extrem niedrigen Niveau. Im Vergleich zu den Jahren vor der Krise, als regelmäßig über 350.000 Wohnungen genehmigt wurden, bleibt das Defizit enorm.
Verbände fordern mehr Tempo bei der Umsetzung
Die Immobilienbranche reagiert verhalten. „Die Zahlen sind ermutigend, aber die Wohnraumlücke bleibt dramatisch“, sagt Aygül Özkan vom Zentralen Immobilien Ausschuss (ZIA). Ihr Verband drängt auf tiefgreifende Reformen, etwa eine Vereinfachung des Baurechts.
Dirk Wohltorf, Präsident des Immobilienverbandes Deutschland (IVD), betont: „Eine Genehmigung ist noch kein Dach über dem Kopf.“ Viele Projekte scheiterten später an der Finanzierung oder langwierigen Verfahren. Die Politik müsse den Fokus jetzt auf die tatsächliche Fertigstellung legen.
1,4 Millionen Wohnungen fehlen
Das Ausmaß der Krise zeigt eine aktuelle Studie des Pestel-Instituts. Demnach fehlen in Deutschland derzeit rund 1,4 Millionen Wohnungen – ein historischer Höchststand.
Besonders in Großstädten ist die Lage angespannt. Junge Familien und Berufseinsteiger finden kaum noch bezahlbaren Wohnraum. Gleichzeitig werden viele Senioren durch steigende Mieten an den Stadtrand gedrängt. Für die Wirtschaft wird der Mangel zur echten Bremse, weil Fachkräfte keine Wohnung mehr finden.
Neue Förderung soll den Bau-Turbo zünden
Unterstützung kommt nun von der staatlichen Förderbank KfW. Seit Anfang März gelten verbesserte Zinskonditionen für klimafreundliche Neubauten. Günstigere Kredite könnten für viele Bauherren den entscheidenden Anstoß geben.
Zudem testen Kommunen eine neue „Experimentierklausel“ im Baugesetzbuch. Sie erlaubt es, in angespannten Märkten von starren Vorgaben abzuweichen. Das Ziel: Nachverdichtung und Aufstockung sollen deutlich schneller gehen.
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Doch die Branche braucht vor allem eines: langfristige Planungssicherheit. Großprojekte brauchen Jahre von der ersten Skizze bis zum Einzug. Kurzfristige Förderprogramme allein reichen nicht aus.
Wann kommt die Entspannung am Markt?
Die kommenden Monate werden zeigen, ob der Aufwärtstrend anhält. Ein Schlüssel liegt im sogenannten Bauüberhang – den bereits genehmigten, aber noch nicht realisierten Wohnungen. Können diese Projekte bald starten?
Marktbeobachter rechnen dennoch nicht mit schnellen Preisrückgängen in den Ballungsräumen. Bis die neuen Wohnungen tatsächlich bezugsfertig sind, dürften noch ein bis zwei Jahre vergehen. Die Bewältigung der Wohnungskrise bleibt eine der größten politischen Aufgaben dieses Jahrzehnts.
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