Baugenehmigungen, Jahren

Baugenehmigungen steigen erstmals seit 2021

20.02.2026 - 03:39:12

Nach drei Jahren Rückgang zeigt der Wohnungsbau mit einem deutlichen Plus bei Baugenehmigungen eine mögliche Trendwende, doch hohe Kosten und Fachkräftemangel bleiben Hürden.

Nach drei Jahren des Rückgangs gibt es Hoffnung für den Wohnungsbau. Die Zahl der Baugenehmigungen stieg 2025 um 10,8 Prozent auf 238.500 Wohnungen. Das Statistische Bundesamt veröffentlichte diese vorläufigen Zahlen am Mittwoch. Sie markieren eine mögliche Trendwende im kriselnden Neubausektor.

Ein breiter Aufschwung bei den Genehmigungen

Der Anstieg wurde sowohl von Neubauten als auch von Umbauten getragen. Besonders stark legten die Genehmigungen für Einfamilienhäuser zu – hier gab es ein Plus von 17,2 Prozent. Auch im entscheidenden Segment der Mehrfamilienhäuser zeigte sich ein deutlicher Aufwärtstrend. Lediglich bei Zweifamilienhäusern blieben die Zahlen nahezu unverändert. Die positive Entwicklung im zweiten Halbjahr 2025 war besonders ausgeprägt.

Genehmigung ist nicht gleich Fertigstellung

Doch die erfreulichen Zahlen sind nur die halbe Miete. Branchenverbände warnen: Eine Baugenehmigung bedeutet noch keine fertige Wohnung. Viele Projekte könnten sich verzögern oder ganz scheitern. Die Lücke zwischen genehmigten und tatsächlich gebauten Einheiten, der sogenannte Bauüberhang, bleibt eine zentrale Sorge.
Die größten Hürden sind weiterhin hoch: Hohe Finanzierungskosten, teure Baumaterialien und der anhaltende Fachkräftemangel bremsen die Bauherren aus. Die endgültigen Zahlen zu den Baufertigstellungen für 2025 werden erst im Mai erwartet.

Wo steht der Immobilienmarkt 2026?

Für das laufende Jahr prognostizieren Experten eine moderate Preisentwicklung. Wohnimmobilien könnten im Schnitt um 3 bis 4 Prozent teurer werden. Ein entscheidender Faktor ist dabei die Energieeffizienz – gut gedämmte Häuser sind krisenfester.
Die Bauzinsen haben sich bei 3,5 bis 4,0 Prozent stabilisiert. Gleichzeitig bleibt der Mietmarkt in den Großstädten angespannt. Das macht den Kauf von Wohneigentum für viele wieder attraktiver. Signifikante Preisrückgänge werden für 2026 nicht erwartet.

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Ein Tropfen auf den heißen Stein?

Trotz des Anstiegs liegt das Niveau weit unter den politischen Zielen. Die Bundesregierung hatte ursprünglich 400.000 neue Wohnungen pro Jahr ins Auge gefasst. Experten des Pestel-Instituts errechneten Ende 2024 einen Fehlbestand von rund 1,4 Millionen Wohnungen.
Der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie und der Immobilienverband Deutschland mahnen: Von einer Lösung der Wohnungskrise ist man noch weit entfernt. Doch einige Wirtschaftsforscher sehen 2026 als potenziellen Wendepunkt. Könnte das Bauvolumen nach fünf Krisenjahren erstmals wieder real wachsen?

Neue Regeln sollen den Bau ankurbeln

Die Branche setzt Hoffnung in neue politische Impulse. Große Erwartungen liegen auf dem geplanten „Gebäudetyp E“. Dieser vereinfachte Baustandard soll kostengünstigeres und schnelleres Bauen ermöglichen.
Zudem muss Deutschland bis Mai die neue EU-Gebäuderichtlinie in nationales Recht umsetzen. Das wird voraussichtlich zu strengeren Energiestandards führen. Ein weiteres Förderprogramm soll ab Sommer die Umwandlung von Büro- in Wohnraum unterstützen.
Ob am Ende mehr Kränne am Himmel stehen, hängt nun von der wirtschaftlichen Stabilität und der Wirksamkeit dieser Maßnahmen ab.

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