British American Tobacco plc, GB0002875804

BAT Aktie unter Druck: Was DACH-Anleger jetzt wirklich wissen müssen

26.02.2026 - 22:22:08 | ad-hoc-news.de

British American Tobacco kämpft mit Abschreibungen, Regulierung und Dividendenfrust. Viele deutsche Anleger fragen sich: Halten, aufstocken oder aussteigen? Die Analyse zeigt, wo Chancen liegen – und welche Risiken oft unterschätzt werden.

Bottom Line zuerst: Die Aktie von British American Tobacco plc (BAT) bleibt für viele Einkommensinvestoren im deutschsprachigen Raum wegen der hohen Dividendenrendite spannend, steht aber wegen Regulierung, Abschreibungen und ESG-Druck massiv unter Beobachtung. Für Anleger in Deutschland, Österreich und der Schweiz stellt sich aktuell vor allem eine Frage: Lohnt sich das Risiko für die Dividende noch?

Was Sie jetzt wissen müssen: BAT hat in den vergangenen Monaten hohe nicht zahlungswirksame Abschreibungen auf klassische Zigarettenmarken verbucht, die Schuldenlast ist deutlich, gleichzeitig investiert der Konzern stark in "New Categories" wie Vapes und Tabakerhitzer. Für DACH-Anleger sind neben der Bewertung vor allem drei Punkte entscheidend: Dividendenstabilität, Währungsrisiko (GBP/EUR) und strengere Regulierung in Europa.

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Analyse: Die Hintergründe

British American Tobacco plc ist einer der weltgrößten Tabakkonzerne mit bekannten Marken wie Lucky Strike, Pall Mall oder Dunhill. Das Unternehmen ist im Leitindex FTSE 100 in London gelistet und kann von DACH-Anlegern über nahezu jede deutsche, österreichische oder Schweizer Bank und jeden Neobroker gehandelt werden, meist über Xetra, Tradegate oder direkt in London.

Nach Jahren stabiler, aber kaum wachsender Umsätze steht BAT vor einem strukturellen Wandel: Rückläufige Zigarettenvolumina in vielen Industrieländern treffen auf ein wachsendes Geschäft mit E-Zigaretten, modernen oralen Nikotinprodukten und Tabakerhitzern. Parallel verschärft sich in der EU, insbesondere in Deutschland und der Schweiz, das regulatorische Umfeld durch höhere Tabaksteuern, Werbeverbote und Verpackungsauflagen.

Für Anleger in Deutschland ist besonders relevant, dass Tabakaktien aus vielen ESG-orientierten Fonds und ETFs verbannt wurden. Das führt zwar langfristig zu einem engeren Investorenkreis, kann kurzfristig aber zu Unterbewertungen führen, weil große Kapitalströme fernbleiben. Viele Privatanleger im DACH-Raum nutzen BAT daher bewusst als Kontra-ESG-Dividendenwert.

Geschäftsentwicklung und Abschreibungen

BAT hat in den letzten Quartalen hohe nicht zahlungswirksame Wertberichtigungen auf immaterielle Vermögenswerte, insbesondere Markenrechte im klassischen Zigarettengeschäft, vorgenommen. Diese Abschreibungen belasten den ausgewiesenen Gewinn stark, haben aber keinen unmittelbaren Einfluss auf den Cashflow.

Entscheidend für Dividendenjäger in Deutschland, Österreich und der Schweiz ist daher weniger der Bilanzgewinn als vielmehr der operative Free Cashflow. Hier erzielt BAT nach wie vor solide Werte, was die bisher hohen Ausschüttungen ermöglicht hat. Dennoch steigt der Druck, einen größeren Teil des Cashflows in wachstumsstärkere Bereiche zu lenken, anstatt ihn nahezu vollständig an die Aktionäre auszuschütten.

Die strategische Stoßrichtung ist klar: Der Umsatzanteil der sogenannten "New Category"-Produkte soll deutlich steigen. Dazu zählen:

  • Vaping-Produkte (E-Zigaretten)
  • Tabakerhitzer
  • Moderne orale Nikotinprodukte (z.B. Nikotinbeutel)

Gerade in Deutschland und der Schweiz zeigt sich jedoch, wie schwierig dieser Wandel ist: Die regulatorische Behandlung von Vapes und neuartigen Nikotinprodukten ist noch im Fluss, Steuerregeln werden laufend verschärft. Das birgt für DACH-Anleger Chancen, wenn BAT sich mit starken Marken durchsetzt, aber auch regulatorische und politische Risiken.

Relevanz für deutsche, österreichische und Schweizer Anleger

Im DACH-Raum ist die BAT Aktie vor allem aus drei Gründen beliebt:

  • Hohe Dividendenrendite im Vergleich zu vielen DAX- und ATX-Werten
  • Internationale Diversifikation weg vom Euro-Raum
  • Historisch relativ robuste Cashflows auch in konjunkturschwachen Phasen

Allerdings sollten Anleger in Deutschland und Österreich den Einfluss von Quellensteuern und Währungsschwankungen nicht unterschätzen. BAT zahlt Dividenden in britischen Pfund, die in Euro umgerechnet werden. Ein schwaches Pfund verringert die effektive Dividendenhöhe für Euro-Investoren, ein starkes Pfund erhöht sie. Schweizer Anleger haben zusätzlich den Wechselkurs CHF/GBP im Blick.

Steuerlich ist für deutsche Privatanleger wichtig: Dividenden aus BAT unterliegen der Abgeltungsteuer von 25 Prozent plus Solidaritätszuschlag und ggf. Kirchensteuer. Da es sich um eine britische Gesellschaft handelt, greifen Doppelbesteuerungsabkommen und gegebenenfalls anrechenbare ausländische Quellensteuer. Die genaue Behandlung hängt vom jeweiligen Broker und der Depotbank ab, weshalb sich ein Blick in die steuerliche Abrechnung lohnt.

Für Anleger in der Schweiz gilt: Dividenden aus ausländischen Titeln wie BAT sind im Rahmen der Einkommensteuer deklarationspflichtig. Die Kursgewinne selbst sind für die meisten Privatanleger, die nicht als gewerbsmäßige Trader eingestuft werden, weiterhin steuerfrei, was BAT im Schweizer Markt zusätzlich attraktiv macht.

Bewertung und Vergleich mit DAX-Werten

Im Vergleich zu vielen dividendenstarken DAX-Konzernen wie Allianz, Munich Re oder Telekom wird BAT von Marktteilnehmern oft als "Deep Value"-Investment gesehen. Die Kombination aus niedrigem Bewertungsniveau (gemessen am Kurs-Gewinn-Verhältnis) und hoher Dividendenrendite weckt gerade im deutschsprachigen Raum Interesse.

Allerdings unterscheidet sich die Risikostruktur fundamental: Während DAX-Schwergewichte häufig in zyklische oder technologische Trends eingebettet sind, basiert das BAT-Geschäft auf einem Produkt, dessen gesellschaftliche und politische Akzeptanz langfristig sinkt. Für DACH-Anleger bedeutet das: Ertragschancen gegen Reputations- und Regulierungsrisiken abwägen.

Viele professionelle Investoren in Frankfurt, Zürich und Wien achten inzwischen stark auf ESG-Kriterien. Tabak zählt in nahezu allen gängigen ESG-Ratings zu den Ausschlusskriterien. Institutionelle Mittel aus Pensionskassen, Versicherungen und Stiftungen fließen daher seltener in BAT, was den Kursdruck verstärken kann. Privatanleger können diese Lücke jedoch gezielt nutzen, gehen damit aber bewusst einen wertorientierten, nicht ESG-konformen Weg.

Liquidität und Handel für DACH-Investoren

In Deutschland ist die BAT Aktie vor allem über Xetra und Tradegate mit ausreichender Liquidität handelbar. Für typische Ordergrößen von Privatanlegern im Bereich von einigen tausend Euro sind die Spreads meist eng. In Österreich und der Schweiz erfolgt der Handel häufig über die Londoner Börse oder über regionale Handelsplätze mithilfe der jeweiligen Hausbank oder Onlinebroker.

Für Anleger aus dem DACH-Raum ist es ratsam, Limit-Orders zu setzen, insbesondere bei Handelsplätzen mit geringerer Liquidität außerhalb von Xetra und London. So lassen sich unerwünschte Ausführungen bei kurzzeitigen Kurssprüngen oder breiten Spreads vermeiden.

Das sagen die Profis (Kursziele)

Analysten großer Investmenthäuser sehen BAT trotz der Herausforderungen vielfach weiterhin als Value-Investment mit attraktivem Chance-Risiko-Profil. Die Kursziele wichtiger Häuser liegen in der Regel über dem aktuellen Kursniveau, was auf ein eingeschränktes, aber vorhandenes Aufwärtspotenzial hindeutet. Entscheidend ist jedoch, wie glaubwürdig der Konzern den Übergang zu weniger schädlichen Produkten gestalten kann.

Banken wie Barclays, JPMorgan, Goldman Sachs oder auch europäische Häuser mit starker Präsenz im DACH-Raum beobachten BAT vor allem in Hinblick auf drei Kennzahlen:

  • Entwicklung des Marktanteils in den "New Categories"
  • Verschuldungsgrad im Verhältnis zum operativen Ergebnis
  • Nachhaltigkeit und Wachstum der Dividende

Viele Analysten stufen die Aktie als "Buy" oder "Overweight" ein, andere bleiben vorsichtiger mit "Hold", insbesondere wegen regulatorischer Unsicherheiten in Europa und wachsendem Druck in Schwellenländern. Für Anleger in Deutschland, Österreich und der Schweiz bedeutet das: Die Profi-Meinungen sind überwiegend konstruktiv, aber klar risikobewusst.

Wer als DACH-Anleger in BAT investiert oder einen Einstieg plant, sollte deshalb nicht nur auf die aktuelle Dividendenrendite schauen, sondern auch:

  • Die eigene ESG-Strategie und Reputationserwägungen bedenken
  • Die Abhängigkeit vom britischen Pfund im Portfolio berücksichtigen
  • Regulatorische Entwicklungen in der EU und in Deutschland im Blick behalten
  • Die Fortschritte von BAT in den Segmenten E-Zigaretten, Tabakerhitzer und Nikotinbeutel verfolgen

Fazit für DACH-Investoren: Die BAT Aktie bleibt ein polarisierender, aber cashflowstarker Dividendwert. Wer die ethischen und regulatorischen Risiken bewusst akzeptiert und Wert auf laufende Ausschüttungen legt, findet hier eine potenziell attraktive Beimischung. Sicherheitsorientierte oder strikt ESG-konforme Anleger sollten hingegen vorsichtig sein und Alternativen im DAX, ATX oder SMI prüfen.

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