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Basische Ernährung: Wissenschaft entzaubert populären Gesundheitsmythos

16.01.2026 - 22:56:12

Experten widerlegen die zentrale These der basischen Ernährung. Der Körper reguliert seinen pH-Wert selbst, die Diätversprechen sind wissenschaftlich nicht haltbar.

Der Trend der basischen Ernährung hält sich hartnäckig in Wellness-Kreisen. Doch Experten stellen klar: Die zentrale These der Diät ist wissenschaftlich nicht haltbar.

Ein perfekt reguliertes System

Der menschliche Körper hält den pH-Wert des Blutes stets in einem engen, lebenswichtigen Bereich zwischen 7,35 und 7,45. Für diese Präzisionsarbeit sorgen mehrere Puffersysteme:
* Das Bicarbonat-System im Blut fängt Säurespitzen sofort ab.
* Die Lunge scheidet Säure in Form von Kohlendioxid aus.
* Die Nieren regulieren langfristig, indem sie überschüssige Säuren oder Basen über den Urin ausscheiden.

Diese Mechanismen sind so robust, dass die Ernährung nur einen minimalen Einfluss hat. Ernste Abweichungen, Azidose oder Alkalose genannt, werden durch Krankheiten verursacht – nicht durch das Essen.

Der Urin-pH: Ein Zeichen für funktionierende Nieren

Befürworter der basischen Ernährung messen oft den pH-Wert des Urins. Tatsächlich kann dieser sich durch die Ernährung verändern. Doch das zeigt lediglich: Die Nieren arbeiten einwandfrei. Sie scheiden aus, was der Körper nicht braucht, um das Blut im Gleichgewicht zu halten. Ein veränderter Urin-pH ist also ein Beweis für die Regulation, nicht für eine “Übersäuerung”.

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Große Versprechen, keine Belege

Die Diät wird mit weitreichenden Gesundheitsversprechen beworben. Die Wissenschaft entkräftet sie:

  • Osteoporose: Die Theorie, dass säurebildende Nahrung Kalzium aus den Knochen zieht, ist widerlegt. Studien finden keinen Zusammenhang zwischen einer solchen Ernährung und einem höheren Knochenbruchrisiko. Protein – oft als “säurebildend” eingestuft – ist für stabile Knochen sogar essenziell.
  • Krebs: Die Behauptung, eine basische Ernährung könne Krebs heilen oder verhindern, ist gefährlich. Zwar gedeihen Krebszellen in einer sauren Mikroumgebung. Diese entsteht aber durch ihren eigenen Stoffwechsel und ist nicht die Krankheitsursache. Führende Krebsforschungsorganisationen raten entschieden von solchen Diäten als Therapie ab.

Warum der Mythos so beliebt ist – und was wirklich hilft

Trotz klarer Fakten bleibt der Mythos populär. Ein Grund ist der Wunsch nach einfachen Lösungen. Ein anderer: eine florierende Industrie mit basischen Pulvern, Wasserfiltern und Ratgebern.

Der positive Effekt, den viele bei der Ernährungsumstellung spüren, ist real – hat aber nichts mit dem pH-Wert zu tun. Eine Kost, die reich an Obst, Gemüse und Nüssen ist und stark verarbeitete Lebensmittel meidet, ist einfach gesund. Sie liefert Vitamine, Ballaststoffe und Antioxidantien. Diese evidenzbasierten Vorteile empfiehlt auch die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) – ganz ohne Säure-Basen-Mythos.

@ boerse-global.de