BAS-Plattformen: Der neue Standard gegen KI-gestützte Cyberangriffe
11.02.2026 - 22:54:12Angesichts unaufhaltsamer KI-Angriffe wird die kontinuierliche Simulation von Cyberattacken für Unternehmen zur Überlebensfrage.
Berlin – Zum Safer Internet Day starten neue Initiativen wie die Cyber-Warn-App „CYROS“, während das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) vor raffinierter Social-Engineering-Angriffen warnt. Diese Entwicklungen unterstreichen einen kritischen Wendepunkt: Traditionelle, punktuelle Sicherheitschecks reichen längst nicht mehr aus. Die Antwort der Industrie heißt kontinuierliche Bedrohungs- und Angriffs-Simulation (BAS). Diese Plattformen validieren automatisiert, ob teure Sicherheitstools im Ernstfall wirklich funktionieren – bevor es zum echten Angriff kommt.
Vom „Nice-to-have“ zur strategischen Notwendigkeit
Die Frage, die jeden IT-Sicherheitschef (CISO) umtreibt, ist simpel: Halten unsere Abwehrmaßnahmen, was sie versprechen? BAS-Systeme geben die Antwort, indem sie kontrolliert, aber realistisch die eigene IT-Umgebung attackieren. Sie decken Schwachstellen in Konfiguration, Prozessen und Reaktionsfähigkeit auf. In einer Zeit, in der auch Angreifer KI nutzen, um ihre Methoden zu verfeinern, wandelt sich dieser proaktive Ansatz vom optionalen Tool zur strategischen Notwendigkeit für jedes digitalisierte Unternehmen.
Das Ende der „Momentaufnahme“: Warum Pen-Tests nicht mehr genügen
Jahrelang galten halbjährliche Penetrationstests als Goldstandard. Doch diese episodischen Prüfungen haben in der dynamischen Bedrohungslandschaft entscheidende Nachteile. Ein erfolgreicher Test im Januar bietet kaum Gewissheit für November, wenn längst neue Systeme im Einsatz und frische Angriffstechniken im Umlauf sind. Diese Lücke nutzen Angreifer systematisch aus.
Wer angesichts KI-getriebener und immer raffinierterer Angriffe nicht länger nur auf punktuelle Pen‑Tests setzen will, sollte jetzt auf proaktive Abwehrstrategien umstellen. Ein kostenloses E‑Book erklärt praxisnah, wie Unternehmen ihre IT-Sicherheit ohne große Budgets stärken, welche neuen Gesetze (inkl. KI‑Regeln) relevant sind und welche Maßnahmen sich sofort umsetzen lassen, um Schutzkontrollen zu validieren und Anforderungen von Aufsichtsbehörden oder Versicherern zu erfüllen. Jetzt kostenlosen Cyber-Security-Guide herunterladen
BAS-Plattformen automatisieren und kontinuierlichieren diesen Prozess. Statt externer Experten simulieren sie ununterbrochen Tausende Szenarien: Umgeht ein Phishing-Angriff die Filter? Kann sich Malware ausbreiten? So wechseln Sicherheitsteams von einer reaktiven zu einer proaktiven Haltung und schließen Lücken nahezu in Echtzeit – nicht erst nach dem Einbruch.
So funktionieren die digitalen „Red Teams“
Moderne BAS-Lösungen agieren wie ein automatisiertes Angreifer-Team, das permanent die Widerstandsfähigkeit testet. Leichtgewichtige Agenten in Netzwerk, Cloud und auf Endgeräten führen sichere Simulationen durch, die auf Frameworks wie MITRE ATT&CK® basieren. Der Clou: Sie testen nicht Einzelschwachstellen, sondern komplette Angriffspfade.
Kann ein Angreifer nach Zugriff auf einen Laptop seine Rechte erweitern, sich im Netzwerk bewegen und Daten abziehen? Die Ergebnisse zeigen präzise, wo die Kette reißt – ob bei der Firewall, der Verhaltensanalyse oder dem Antivirenprogramm. IT-Teams erhalten so datengestützte und priorisierte Handlungsempfehlungen.
KI im Wettrüsten: Bedrohung und Verbündeter zugleich
Künstliche Intelligenz beschleunigt das Duell zwischen Angreifern und Verteidigern. Während Hacker KI für täuschend echte Phishing-Mails nutzen, wird sie für Verteidiger zum starken Verbündeten. In BAS‑Plattformen sorgen KI‑Algorithmen für realistischere Simulationen und können sogar neue Angriffsmethoden vorhersagen.
Fortschrittliche Systeme integrieren Echtzeit-Bedrohungsdaten. Taucht eine neue kritische Schwachstelle auf, testet die Plattform binnen Stunden, ob das eigene Unternehmen geschützt ist. Diese Dynamik hilft auch, der Gefahr durch „Schatten-KI“ – der unkontrollierten Nutzung durch Mitarbeiter – zu begegnen.
Der Druck wächst: Regulierung und Versicherungen fordern Beweise
Unternehmen müssen ihre Cyber-Resilienz zunehmend nachweisen. Neue EU-Regularien wie die NIS-2-Richtlinie verlangen von Betreibern kritischer Infrastrukturen explizite Risikomanagementmaßnahmen. Auch Cyber-Versicherungen fordern konkrete Belege für die Wirksamkeit von Sicherheitskontrollen, bevor sie Policen ausstellen. BAS liefert genau diese validierbaren Daten.
Die Zukunft liegt in der tieferen Integration in das Sicherheitsökosystem, etwa mit „Attack Surface Management“. Das Ziel ist ein ganzheitliches Verständnis der kritischsten Angriffspfade zu den unternehmenseigenen „Kronjuwelen“. In einer Welt, in der ein erfolgreicher Angriff oft nur eine Frage der Zeit ist, wird die Fähigkeit, ihn vorab zu simulieren und daraus zu lernen, zum entscheidenden Wettbewerbsvorteil.
@ boerse-global.de
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