Barnsley, Großbritanniens

Barnsley wird Großbritanniens erste staatliche „Tech Town“

05.02.2026 - 18:35:11

Die britische Regierung ernennt Barnsley zur ersten Tech Town des Landes. Das Modellprojekt soll digitale Kompetenzen in Wirtschaft und öffentliche Dienste integrieren und als Blaupause für andere Kommunen dienen.

Die britische Regierung ernennt Barnsley zur ersten „Tech Town“ des Landes. Mit kostenlosen KI-Kursen und digitalen Trainings soll die Stadt zum Vorreiter für den gesellschaftlichen Nutzen von Technologie werden.

Die Kleinstadt Barnsley in Nordengland erhält eine besondere Rolle: Sie wird zur ersten staatlich geförderten „Tech Town“ Großbritanniens ernannt. Das am Dienstag vorgestellte Programm soll künstliche Intelligenz und digitale Kompetenzen tief in die öffentlichen Dienste und die lokale Wirtschaft integrieren. Kern des Plans ist ein kostenloses Kursangebot für alle Einwohner, um ihre Jobchancen zu verbessern und das regionale Wachstum anzukurbeln. Die Initiative fällt in eine Woche, in der der globale Fokus auf digitale Grundbildung erneut zunimmt.

Vom Bergbau zur KI: Ein Blaupause für ganz Großbritannien

Barnsley, einst vom Kohlebergbau geprägt, soll nun zum nationalen Vorreiter für den technologischen Wandel werden. Die Regierung will in den nächsten 18 Monaten gemeinsam mit lokalen Führungskräften, Lehrern und Gesundheitspersonal ein Modell entwickeln, wie Technologie den Alltag verbessern und die Wirtschaft widerstandsfähiger machen kann. Eine Schlüsselrolle spielt die Zusammenarbeit mit dem Barnsley College und dem South Yorkshire Institute of Technology, die kostenlose Umschulungs- und Fortbildungskurse anbieten werden.

Das Programm geht weit über Einzeltrainings hinaus. Der Seam Digital Campus wird ausgebaut, um kleinen Unternehmen praktische Unterstützung bei der Einführung neuer Technologien zu bieten. Das Barnsley Hospital wird KI-Tools testen, um Patientenservices zu optimieren, und lokale Schulen starten Pilotprojekte mit Bildungstechnologie. Große Tech-Konzerne wie Microsoft, Cisco, Adobe und Google unterstützen das Vorhaben mit eigenen Initiativen zur Talentförderung.

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Weltweites Problem: Neue Studien zeigen massive Qualifikationslücken

Wie dringend solche Programme sind, zeigt ein aktueller Bericht aus Rumänien. Studien, die von UNICEF unterstützt wurden, offenbaren bei Schülerinnen und Schülern eine erhebliche digitale Kluft. Viele Jugendliche verfügen demnach nur über lückenhafte oder unzureichende Fähigkeiten, grundlegende digitale und wissenschaftliche Konzepte anzuwenden. Die Daten unterstreichen die globale Herausforderung für Bildungssysteme, die nächste Generation auf eine tech-getriebene Zukunft vorzubereiten.

Parallel dazu reagieren auch lokale Initiativen auf den akuten Bedarf. In Georgia, USA, veranstaltete die Non-Profit-Organisation Inspiredu diese Woche Workshops zu grundlegenden Digitalkenntnissen für Erwachsene. Solche gemeindebasierten Angebote sind die wichtige Ergänzung zu großen nationalen Strategien, da sie gezielt auf lokale Bedürfnisse eingehen können.

Konvergenz der Kräfte: Eine globale Bewegung formiert sich

Die Häufung solcher Meldungen in einer Woche zeigt eine vielschichtige, globale Bewegung gegen die digitale Ungleichheit. Während Barnsley auf einen integrierten, staatlich gelenkten Ansatz setzt, fließt auch privatwirtschaftliches Engagement. So kündigte etwa JPMorgan Chase am 3. Februar eine Zusage von umgerechnet rund 330.000 Euro für die Weiterbildung von Arbeitskräften in Alabamas Industrie an.

Gleichzeitig tauschen sich auf der internationalen Online-Konferenz der Global Society of Online Literacy Educators (4.-6. Februar) Experten über Persistenz und Zusammenarbeit in der digitalen Bildung aus. Diese geballte Aktivität von Regierungen, Unternehmen, NGOs und Wissenschaft unterstreicht einen breiten Konsens: Der Aufbau digitaler Kompetenzen ist ein kritisches Infrastrukturprojekt des 21. Jahrhunderts.

Modell mit Strahlkraft: Wird Barnsley zum Vorbild?

Das „Tech Town“-Projekt in Barnsley ist ausdrücklich als replizierbares Modell konzipiert. Die britische Regierung hofft, damit eine Blaupause für die Modernisierung öffentlicher Dienste und die Förderung lokalen Wirtschaftswachstums durch KI zu schaffen. Der Erfolg wird von Politikern im In- und Ausland genau beobachtet. Gelingt es, nachhaltige Jobs zu schaffen und Services spürbar zu verbessern, könnte eine Welle ähnlicher, ortsspezifischer Tech-Investitionen in anderen Kommunen folgen.

Die Zukunft wird zeigen, ob die hochfliegenden Strategien in konkreten Verbesserungen für die Menschen münden. Das übergeordnete Ziel aller Programme bleibt eine inklusivere digitale Gesellschaft, in der Bürger nicht nur Nutzer, sondern auch Gestalter und Innovatoren neuer Technologien werden können.

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