BAMF stoppt Integrationskurse für Freiwillige
20.02.2026 - 20:30:12 | boerse-global.deDas Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) hat die Zulassung zu Integrationskursen für freiwillige Teilnehmer gestoppt. Die Begründung: finanzielle Engpässe. Die Entscheidung für das gesamte Jahr 2026 trifft schätzungsweise 130.000 Menschen und stößt auf massive Kritik.
Warum trifft der Stopp so viele?
Bislang machten freiwillige Teilnehmer einen erheblichen Anteil der Lernenden aus. Sie sind nicht gesetzlich zu einem Kurs verpflichtet, nutzen das Angebot aber, um ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt zu verbessern. Die überraschende Anweisung des BAMF erfolgte per internem Rundschreiben an die Kursträger. Das ist besonders brisant, weil der Haushaltsausschuss des Bundestages erst im November 2025 zusätzliche Mittel für 2026 bewilligt hatte.
Politik und Wirtschaft warnen vor Folgen
Die Reaktionen aus den Ländern sind scharf. Ksenija Bekeris, Hamburger Senatorin für Schule, Familie und Berufsbildung, nennt den Schritt „politisch, menschlich und wirtschaftlich nicht nachvollziehbar“. Ihre Kollegin aus der Wirtschaftsbehörde, Melanie Leonhard, warnt: Ohne ausreichende Deutschkenntnisse gelinge der Einstieg in den Arbeitsmarkt meist nicht. Unternehmen würden so dringend benötigte Arbeitskräfte verlieren.
Integrationslücken am Arbeitsmarkt lassen sich nicht durch kurzfristige Einsparungen beheben. Wer neue Mitarbeitende systematisch einarbeitet, reduziert Einarbeitungszeiten und vermeidet Personalengpässe – auch wenn Sprachkurse fehlen. Der kostenlose Onboarding‑Leitfaden bietet eine praxiserprobte Checkliste für die ersten 90 Tage, fertige Einarbeitungspläne und konkrete Tipps, wie Sie Sprachförderung direkt im Job verankern. Onboarding‑Checkliste und Leitfaden kostenlos herunterladen
Auch der Volkshochschulverband Baden-Württemberg kritisiert die Entscheidung. Kurzfristige Einsparungen führten zu hohen Folgekosten bei den Sozialleistungen der Kommunen. „Ohne Sprachförderung gibt es keine Integration“, so das Fazit.
BAMF setzt auf andere Kurse – Kritik bleibt
Das Bundesamt reagiert auf den Shitstorm mit dem Verweis auf eine strategische Neuausrichtung. Der Fokus liege wieder stärker auf der ursprünglichen Zielgruppe: Ausländern mit dauerhafter Bleibeperspektive. Gleichzeitig kündigte das BAMF an, die sogenannten Erstorientierungskurse (EOK) deutlich auszubauen.
Diese vermitteln erste Deutschkenntnisse und Alltagswissen. Kritiker bezweifeln jedoch, dass diese Grundkurse den Wegfall der intensiven Integrationskurse kompensieren können. Vor allem für diejenigen, die eine Brücke in Job oder Studium suchen, reichen sie oft nicht aus.
Ein widersprüchliches Signal für Fachkräfte
Analysten sehen in der Kürzung ein fatales Signal. Während Deutschland international um Fachkräfte und Studierende wirbt, wird an der Basis der Integration gespart. Viele studienvorbereitende Sprachkurse bauen auf Kenntnissen aus Integrationskursen auf. Der aktuelle Stopp untergräbt somit langfristige Ziele der Fachkräftesicherung.
Für die Bildungsträger ist die Situation existenziell. Ein Großteil ihrer Teilnehmer fällt weg. Die Zukunft der Sprachförderung für Freiwillige in diesem Jahr ist ungewiss. Für Zehntausende Menschen bedeutet der Stopp erstmal einen Rückschlag auf ihrem Weg in den deutschen Arbeitsmarkt.
Wenn du diese Nachrichten liest, haben die Profis längst gehandelt. Wie groß ist dein Informationsrü
An der Börse entscheidet das Timing über Rendite. Wer sich nur auf allgemeine News verlässt, kauft oft dann, wenn die größten Gewinne bereits gemacht sind. Sichere dir jetzt den entscheidenden Vorsprung: Der Börsenbrief 'trading-notes' liefert dir dreimal wöchentlich datengestützte Trading-Empfehlungen direkt ins Postfach. Agiere fundiert bereits vor der breiten Masse.
100% kostenlos. 100% Expertenwissen. Jetzt abonnieren.


