BaFin, Schuldenfallen

BaFin warnt vor Schuldenfallen durch „Buy Now, Pay Later“

03.02.2026 - 04:25:11

Die Finanzaufsicht stuft Ratenkauf als Hauptrisiko für Verbraucher ein und kündigt strengere Kontrollen an, nachdem eine Studie erhebliche Überschuldungsgefahren aufzeigt.

Die Finanzaufsicht BaFin schlägt Alarm: Die beliebten Ratenzahlungsdienste bergen erhebliche Risiken für die Verbraucherverschuldung. Eine neue Studie zeigt, dass viele Nutzer den Überblick verlieren.

Frankfurt – Die „Buy Now, Pay Later“-Angebote (BNPL) boomen, doch die Begeisterung könnte teuer werden. Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) warnt eindringlich vor den wachsenden Schuldenrisiken durch die Ratenkauf-Dienste. Eine repräsentative Umfrage der Behörde belegt, dass besonders junge Konsumenten die Kontrolle über ihre finanziellen Verpflichtungen verlieren. Die Aufsicht kündigt schärfere Kontrollen für den bisher nur locker regulierten Markt an.

Jeder fünfte Nutzer verliert den Überblick

Im Kern der Warnung steht eine besorgniserregende Studie. Fast 5.000 Personen wurden im April 2025 befragt. Das Ergebnis: 20 Prozent der 18- bis 60-Jährigen nutzen BNPL beim Online-Shopping. Doch 14 Prozent dieser Nutzer räumten ein, mindestens einmal den Überblick über offene Raten verloren zu haben.

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Besonders betroffen ist die junge Generation. Unter den unter 30-Jährigen gab fast ein Viertel (24 Prozent) an, die Übersicht über die Schuldenlast verloren zu haben. Das zeigt eine erhöhte Anfälligkeit für die Fallstricke des bequemen Zahlungsaufschubs. Zwar sind die Einzelbeträge oft gering – 46 Prozent der Nutzer geben monatlich weniger als 100 Euro über BNPL aus. Doch die Summe vieler kleiner Raten kann schnell zu einer unüberschaubaren Belastung werden. Typische Einkäufe sind Kleidung, Elektronik, Haushaltswaren und Möbel.

Ratenkauf als Top-Risiko für Verbraucher

Die Fokussierung auf BNPL ist kein Einzelfall. Sie ist Teil einer breiteren Strategie der Finanzaufsicht. In ihrem Bericht „Risiken im Fokus 2026“ hat die BaFin erstmals konkrete Verbrauchergefahren neben die traditionelle Bewertung der Finanzmarktstabilität gestellt. Die Überschuldung durch Ratenkauf-Systeme wurde als eines von drei Hauptrisiken für Verbraucher hervorgehoben.

BaFin-Präsident Mark Branson betonte die Notwendigkeit eines integrierten Aufsichtsansatzes. Die Stabilität des Finanzsystems sei eng mit der finanziellen Gesundheit der Verbraucher verknüpft. Der Bericht weist auf die Leichtigkeit hin, mit der diese oft zinsfreien Mini-Kredite ohne strenge Bonitätsprüfungen erhalten werden können. Diese regulatorische Lücke sei besorgniserregend, da sie Impulskäufe auf Kredit fördere. Die Aufsicht kündigte an, die Einhaltung der Vorschriften für Verbraucherkredite streng zu überwachen.

Wachstumsmarkt unter verschärfter Beobachtung

Der deutsche BNPL-Markt steht vor einem gewaltigen Wachstumsschub. Prognosen zufolge könnte er bis 2026 ein Volumen von über 83 Milliarden US-Dollar erreichen. Getrieben wird dies von Händlern, die ihre Verkaufszahlen steigern wollen, und der bequemen Nutzung für Kunden. Doch dieses rasante Wachstum zieht zunehmend die Aufmerksamkeit der Regulierer auf nationaler und europäischer Ebene auf sich.

Geplante EU-Richtlinien zur Harmonisierung der Verbraucherkreditstandards werden voraussichtlich viele BNPL-Formen unter strengere Aufsicht stellen. Diese erwartete Verschärfung dürfte die Compliance-Kosten erhöhen und etablierten Anbietern mit robusten Risikomanagementsystemen Vorteile verschaffen. Verbraucherschützer fordern seit Langem klare gesetzliche Rahmenbedingungen und verpflichtende Bonitätsprüfungen, um eine Schuldenspirale zu verhindern.

Appell an die finanzielle Vernunft

Die Botschaft der BaFin ist klar: Die Bequemlichkeit von BNPL erfordert ein hohes Maß an finanzieller Disziplin. Die öffentlichen Warnungen und Studien sind Teil einer Aufklärungskampagne über die Gefahren hinter dem mühelosen Bezahlvorgang. Für Verbraucher bedeutet das, Ausgaben über mehrere Plattformen hinweg im Blick zu behalten und der Versuchung zu widerstehen, ohne verfügbares Geld einzukaufen.

Für die BNPL-Branche geht die Zeit des lockeren regulatorischen Umfelds zu Ende. Anbieter müssen sich auf eine Landschaft einstellen, in der der Verbraucherschutz oberste Priorität hat. Die Umsetzung der neuen EU-Verbraucherkreditrichtlinie wird ein entscheidender Schritt sein, der die Pflichten der Anbieter neu definiert und Verbraucher besser vor Überschuldung schützen soll. Finanzinstitute und Fintech-Unternehmen beobachten die weitere Entwicklung dieses dynamischen Marktsegments genau.

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