BaFin warnt vor neuen Kreditbetrügern im Netz
11.02.2026 - 15:02:12Die Finanzaufsicht schlägt Alarm: Unlizenzierte Online-Kreditangebote nehmen zu und schädigen Verbraucher massiv. Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) hat ihre Warnungen verschärft und rückt dubiose Anbieter verstärkt in den Fokus.
Aktuelle Warnungen vor konkreten Betrugsseiten
Erst am heutigen Mittwoch warnte die BaFin explizit vor der Website finanzpluss(.)online. Das Unternehmen, das einen angeblichen Sitz in Frankfurt am Main angibt, lockt mit Krediten, verlangt hohe Vorabgebühren – und zahlt das Darlehen dann nie aus. Bereits am Dienstag stand die Seite scfinanz-ugco(.)com auf der schwarzen Liste. Beide Anbieter agieren ohne die gesetzlich erforderliche Erlaubnis. Diese Fälle sind symptomatisch für eine zunehmende Problematik, bei der Betrüger die finanzielle Notlage von Menschen schamlos ausnutzen.
So locken die digitalen Kreditfallen
Die Masche ist oft dieselbe: Die unseriösen Anbieter werben mit schnellen, unbürokratischen Krediten – häufig sogar ohne die in Deutschland vorgeschriebene Bonitätsprüfung. Im Fall von „finanzpluss“ wird das Vorgehen besonders deutlich: Verbraucher werden zur Zahlung hoher Gebühren gedrängt, in der Hoffnung auf ein Darlehen, das nie kommt.
Solche Praktiken stellen unerlaubte Geschäfte dar. Das Anbieten von Bank- oder Finanzdienstleistungen bedarf in Deutschland grundsätzlich einer schriftlichen Erlaubnis durch die BaFin. Unternehmen ohne diese Lizenz sind illegal tätig. Die Aufsicht kann deren Geschäfte untersagen und die Abwicklung anordnen, um den Markt zu bereinigen.
Digitale Risiken: Von BNPL zu KI-generierten Betrügern
Die Digitalisierung verschärft die Gefahren. In ihrem aktuellen Bericht „Risiken im Fokus 2026“ identifiziert die BaFin die Konsumfinanzierung als steigendes Risiko. Selbst scheinbar harmlose „Buy Now, Pay Later“-Angebote können bei mangelnder Transparenz schnell in die Überschuldung führen.
Betrüger nutzen zunehmend professionell gestaltete Webseiten, soziale Medien und Messenger-Dienste wie WhatsApp für ihre Jagd. Mit gefälschten Profilen und teils durch künstliche Intelligenz generierten Gesprächspartnern erwecken sie einen seriösen Eindruck. Oft missbrauchen sie auch die Namen bekannter Institute. Die Devise lautet: Ist ein Angebot zu gut, um wahr zu sein, ist es das in der Regel auch.
Viele Betrugsversuche beginnen auf dem Smartphone – über manipulierte Apps, gefälschte Links in Messenger-Diensten oder unsichere Einstellungen. Ein kostenloser Ratgeber erklärt die 5 wichtigsten Schutzmaßnahmen für Android-Nutzer: sichere App-Auswahl, richtige Berechtigungen, regelmäßige Updates, Schutz vor Phishing und sichere Nutzung von Banking- und Zahlungs-Apps. So schützen Sie WhatsApp, Online-Banking und PayPal wirkungsvoll vor Datendieben. Gratis-Sicherheitspaket für Ihr Android herunterladen
Warum die BaFin-Lizenz so wichtig ist
Das Kreditgeschäft ist in Deutschland durch das Kreditwesengesetz (KWG) streng reguliert. Wer Kredite vergibt, benötigt eine Erlaubnis der BaFin. Diese prüft im Zulassungsverfahren die Zuverlässigkeit, fachliche Eignung und Kapitalausstattung. Nur so sind Verbraucherschutz und Finanzstabilität gewährleistet.
Anbieter ohne Lizenz umgehen diese Schutzmechanismen komplett. Das gilt auch für Firmen, die aus dem Ausland online auf den deutschen Markt drängen. Für Verbraucher bedeutet das: Bei Geschäften mit Unlizenzierten genießen sie keinerlei aufsichtsrechtlichen Schutz und riskieren den Totalverlust ihres Geldes.
Fünf Warnsignale für unseriöse Kreditangebote
Wie können sich Verbraucher schützen? Die BaFin empfiehlt vor jedem Vertrag eine grundlegende Recherche. Der erste Schritt ist der kostenlose Blick in die Unternehmensdatenbank der BaFin, um die Lizenz zu prüfen.
Weitere klare Alarmsignale sind:
* Kredit ohne Bonitätsprüfung: Seriöse Banken sind gesetzlich dazu verpflichtet.
* Forderung nach Vorauszahlungen: Gebühren vor der Kreditauszahlung sind ein Betrugsklassiker.
* Kontakt über Messenger: Professionelle Anbieter nutzen keine Kanäle wie WhatsApp für Vertragsabschlüsse.
* Fehlendes Impressum: Webseiten ohne klare Angaben zum Betreiber sind höchst verdächtig.
* Druckausübung: Seriöse Anbieter geben Zeit für Entscheidungen.
Ausblick: Gesetzgeber will nachschärfen
Die aktuellen Warnungen sind Teil eines umfassenden Vorgehens gegen illegale Finanzaktivitäten. Die Herausforderung bleibt groß, denn die Betrüger werden immer raffinierter.
Der Gesetzgeber plant daher weitere Verschärfungen. Voraussichtlich ab November 2026 wird für Vermittler von Verbraucherkrediten eine neue, eigene Lizenz nach § 34k der Gewerbeordnung erforderlich sein. Diese auf einer EU-Richtlinie basierende Maßnahme soll das Verbraucherschutzniveau weiter erhöhen. Bis dahin bleibt die kritische Prüfung jedes Angebots durch die Verbraucher der wichtigste Schutz.
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