BaFin, Krypto-Betrug

BaFin warnt vor Krypto-Betrug und reformiert Bankenaufsicht

02.04.2026 - 13:00:40 | boerse-global.de

Die Finanzaufsicht warnt vor unseriösen Krypto-Anbietern und startet eine Reform der MaRisk. Parallel läuft ein Stresstest für über 1.000 Institute.

BaFin warnt vor Krypto-Betrug und reformiert Bankenaufsicht - Foto: über boerse-global.de

Die deutsche Finanzaufsicht BaFin verschärft den Kampf gegen illegale Marktteilnehmer und reformiert gleichzeitig die Regeln für Banken. Diese Woche gab die Behörde mehrere dringende Warnungen vor unseriösen Anbietern heraus und startete eine umfassende Konsultation zur Neufassung der Mindestanforderungen an das Risikomanagement (MaRisk).

Dringende Warnungen vor unseriösen Krypto-Angeboten

Am 1. und 2. April 2026 warnte die BaFin die Öffentlichkeit vor mehreren Anbietern, die ohne erforderliche Erlaubnis Bankgeschäfte und Finanzdienstleistungen anbieten. Besonders im Visier: die Plattform blockshape(.)eu, die angeblich in Berlin ansässig ist, sowie Calculus Investments Ltd. mit ihrer Website calculusinv(.)com.

Das Kalkül der Betreiber ist durchsichtig: Über Social-Media-Kanäle wie die Gruppe "Calculus Investment Academy VIP Y" wird der Erwerb des digitalen CVUZ-TOKEN über die Handels-App GVEXPRO beworben. Die BaFin hat ernste Zweifel an der Seriosität des Angebots. Sogar der angebliche Firmengründer, ein gewisser Professor Tobias Fischer, scheint eine erfundene Person zu sein. "Einzahlungen über diese App gehen mit hoher Wahrscheinlichkeit verloren", warnt die Aufsicht und stuft den Fall als Betrug mit hoher Priorität ein.

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MaRisk-Reform: Weniger Bürokratie, mehr Flexibilität

Parallel zu den Einzelfallprüfungen leitet die BaFin eine grundlegende Reform der deutschen Bankenaufsicht ein. Seit dem 1. April liegt der Entwurf der 9. MaRisk-Novelle zur öffentlichen Konsultation vor. Das Ziel: mehr Prinzipienorientierung, weniger bürokratische Komplexität.

"Die überarbeitete Rundverfügung soll den Instituten mehr Flexibilität bei der Anwendung der Anforderungen geben", erklärt Nikolas Speer, Direktor der Bankenaufsicht bei der BaFin. Entscheidend wird künftig das individuelle Risikoprofil und die Größe der Bank sein.

Das neue Rahmenwerk führt ein transparentes Klassifizierungssystem ein:
* Sehr kleine Institute mit einer Bilanzsumme bis zu einer Milliarde Euro
* Kleine und nicht komplexe Institute (SNCIs)
* Sonstige weniger bedeutende Institute (LSIs)

Besonders bedeutend: Signifikante Institute (SIs), die direkt unter der Aufsicht der Europäischen Zentralbank (EZB) stehen, werden komplett aus dem Geltungsbereich der MaRisk herausgenommen. Das entlastet die nationale Aufsicht spürbar.

Stress-Test für 1.100 Institute und Probleme bei Dienstleistern

Die Aufsicht schaut nicht nur auf die Banken selbst, sondern auch auf deren Dienstleister. So geriet S-Rating und Risikosysteme, ein wichtiger Risikodienstleister der Sparkassen-Finanzgruppe, nach einer Sonderprüfung durch BaFin und Bundesbank unter scharfe Kritik. Beanstandet wurden erhebliche Mängel in Methoden, Konzepten und Organisationsstruktur – besonders bei der Ermittlung der Risikotragfähigkeit.

Zeitgleich startete am 1. April der LSI-Stresstest 2026 für etwa 1.100 weniger bedeutende Institute. Die neue Methodik soll risikoorientierter und weniger aufwändig sein. Die Ergebnisse fließen direkt in die Kapitalempfehlungen für jedes Institut ein. Diese proaktive Überwachung ist Teil der BaFin-Strategie "Risiken im Fokus 2026", die internationale Marktkorrekturen, Firmenkreditausfälle und Schwächen im Gewerbeimmobilienmarkt als Hauptgefahren benennt.

Social Media als systemisches Risiko und neue Liquiditätsregeln

Die aktuelle Welle an Warnungen spiegelt eine Hochdruckumgebung für Verbraucher und Finanzinstitute wider. Der Anstieg unerlaubter Dienstleistungen – besonders im Krypto-Bereich und über Social Media gesteuerte Anlageangebote – ist laut Branchenanalysten eine direkte Reaktion auf zunehmende Marktvolatilität und die wachsende Komplexität der Digitalfinanz.

Die BaFin stuft den Einfluss sozialer Medien auf das Anlageverhalten inzwischen als systemisches Risiko ein. Das erklärt die härteren Durchsetzungsmaßnahmen gegen Plattformen, die traditionelle Lizenzanforderungen umgehen.

Gleichzeitig erreichen neue Liquiditätsvorschriften eine kritische Schwelle: Seit April 2026 müssen deutsche Fondsgesellschaften mindestens zwei Liquiditätsmanagementinstrumente (LMTs) vollständig in ihren Betrieb integriert haben. Diese Maßnahme soll die Fondsliquidität in Marktstressphasen schützen. Ausgenommen sind nur Geldmarktfonds, die ein einziges Instrument verwenden dürfen.

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Was bedeutet das für Banken und Verbraucher?

Für die Finanzbranche steht eine phase strenger Compliance-Anpassungen bevor. Die Konsultation zur 9. MaRisk-Novelle soll noch 2026 zu finalen Regeln führen. Banken müssen ihre internen Risikomanagementsysteme an die neuen Verhältnismäßigkeitsstandards anpassen.

Versicherer haben unterdessen eine Frist bis 2027 für die Umsetzung umfassender Liquiditätsrisikomanagement-Pläne gemäß der Solvency-II-Änderungsrichtlinie. Die BaFin wird dazu im Laufe des Jahres weitere Leitlinien veröffentlichen.

Für Verbraucher bleibt die Botschaft klar: extreme Wachsamkeit. Die BaFin betont in Koordination mit Bundeskriminalamt und Landeskriminalämtern die Bedeutung der offiziellen Unternehmensdatenbank, um die Erlaubnis jedes Anbieters vor einer Kapitalanlage zu prüfen. Angesichts immer raffinierterer Betrugsmethoden mit erfundenen Experten bleiben zentrale Aufsicht und öffentliche Warnungen die wichtigste Verteidigung gegen finanziellen Betrug in Deutschland.

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