BaFin warnt vor gefährlicher WhatsApp-Betrugs-App
09.02.2026 - 04:23:12Eine gefälschte Trading-App lockt deutsche Anleger über WhatsApp in die Falle. Die Finanzaufsicht BaFin warnt eindringlich vor der neuen, professionellen Betrugsmasche.
Während der altbekannte „Martinelli“-Kettenbrief erneut für Verunsicherung sorgt, stellt eine neue Betrugswelle eine reale finanzielle Gefahr dar. Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) hat am 6. Februar eine offizielle Warnung veröffentlicht. Kriminelle nutzen gezielt das Vertrauen in große Banken aus, um über den Messenger Opfer zu täuschen. Dies markiert eine gefährliche Entwicklung von simplen Falschmeldungen hin zu komplexen Angriffen auf das Geld der Verbraucher.
Gefälschte App „IB-KundenDienst“ im Visier der Behörde
Im Zentrum der Warnung steht die Anwendung „IB-KundenDienst“. Betrüger kontaktieren ihre Opfer in WhatsApp-Gruppen und geben sich als Mitarbeiter der renommierten Bank of America oder deren Frankfurter Niederlassung aus. Um seriös zu wirken, missbrauchen sie sogar die Namen ehemaliger Angestellter des Instituts. Die Angesprochenen werden dazu verleitet, die App herunterzuladen, um angeblich mit Finanzinstrumenten zu handeln.
Die BaFin stellt jedoch klar: Die unbekannten Anbieter hinter der App werden weder von der Behörde beaufsichtigt, noch besitzen sie eine Erlaubnis für Finanzdienstleistungen in Deutschland. Es handelt sich um einen gezielten Betrugsversuch. Die dahinterstehenden Plattformen wirken oft hochprofessionell, mit simulierten Charts – doch keine Transaktion findet an einer echten Börse statt.
WhatsApp‑Betrügereien wie die gefälschte „IB‑KundenDienst“-App nutzen genau die psychologischen Tricks, vor denen die BaFin warnt. Das kostenlose Anti‑Phishing‑Paket liefert eine praxisnahe 4‑Schritte‑Anleitung, zeigt typische CEO‑Fraud‑ und Social‑Engineering‑Muster und gibt sofort anwendbare Erkennungs‑Checks sowie Schutzmaßnahmen für Handy und Konten – ideal für private Nutzer und IT‑Verantwortliche. Jetzt Anti‑Phishing‑Paket herunterladen
Perfide Masche: Vertrauen statt Viren
Was macht diese neue Masche so gefährlich? Die Täter setzen nicht auf plumpe Viren-Warnungen, sondern auf psychologische Tricks. In geschlossenen WhatsApp-Gruppen bauen sie ein scheinbares Vertrauensverhältnis auf und inszenieren sich als kompetente Finanzberater. Die Kombination aus persönlicher Ansprache und dem Missbrauch einer bekannten Marke wie der Bank of America überwindet die natürliche Skepsis der Opfer. Sie ignorieren Sicherheitshinweise und installieren eine App, die einzig dem Zweck dient, ihre Einlagen zu stehlen.
„Martinelli“-Hoax: Alte Falschmeldung, neue Runde
Parallel dazu macht erneut der Kettenbrief „Martinelli“ die Runde. Diese Nachricht warnt vor einem angeblichen Video, das das Smartphone zerstören soll, und erwähnt oft eine nicht-existente „WhatsApp Gold“-Version. Sicherheitsexperten und Polizeibehörden betonen seit Jahren: Es handelt sich um einen Hoax, eine reine Falschmeldung. Im Gegensatz zur Trading-App enthält „Martinelli“ meist keine schädlichen Links, sondern dient nur der Panikmache. Seine Hartnäckigkeit zeigt jedoch, wie empfänglich viele Nutzer für unbelegte Warnungen sind.
Evolution der Kriminalität: Von Panik zu Profit
Der Kontrast zwischen dem harmlosen Hoax und der aktuellen BaFin-Warnung illustriert die Entwicklung der Cyberkriminalität. Der Fokus der Kriminellen hat sich verschoben: von reiner Verunsicherung hin zu zielgerichtetem Finanzbetrug mit hohem Schadenspotenzial. WhatsApp wird nicht mehr nur für Massennachrichten genutzt, sondern als Kanal für individuell zugeschnittene Anlagebetrügereien. Die Täter bauen Schein-Communities auf, um ihre Opfer persönlich zu „betreuen“ und zu täuschen.
So schützen Sie sich vor Betrug auf WhatsApp
Angesichts der professionellen Vorgehensweise ist erhöhte Wachsamkeit geboten. Experten raten zu diesen konkreten Maßnahmen:
- Skepsis bei unaufgeforderten Angeboten: Seien Sie äußerst misstrauisch gegenüber Finanztipps oder Einladungen in Investment-Gruppen auf WhatsApp, besonders wenn schnelle, hohe Gewinne versprochen werden.
- Apps nur aus offiziellen Stores: Laden Sie Anwendungen ausschließlich aus den offiziellen App-Stores von Google und Apple herunter. Betrüger leiten oft auf externe Download-Seiten um.
- Kettenbriefe löschen, nicht teilen: Auch harmlose Hoaxes wie „Martinelli“ sollten gelöscht und nicht weitergeleitet werden, um die unnötige Verbreitung von Angst zu stoppen.
- Absender kritisch prüfen: Klicken Sie nie auf verdächtige Links und hinterfragen Sie die Identität von Personen, die Sie zu Handlungen auffordern.
Die aktuelle BaFin-Warnung ist ein klares Signal: Die Bedrohung auf Messenger-Diensten hat eine neue, gefährlichere Qualität erreicht.


