BAFA, Weißwasser

BAFA bestätigt Weißwasser als festen Standort trotz Bau-Stopp

15.03.2026 - 00:00:21 | boerse-global.de

Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle bleibt dauerhaft in Weißwasser und sichert damit rund 240 Arbeitsplätze in der vom Kohleausstieg betroffenen Region, auch wenn ein geplanter Neubau gestrichen wurde.

BAFA bestätigt Weißwasser als festen Standort trotz Bau-Stopp - Foto: über boerse-global.de
BAFA bestätigt Weißwasser als festen Standort trotz Bau-Stopp - Foto: über boerse-global.de

Die Bundesbehörde BAFA bleibt dauerhaft in Weißwasser. Das sichert einen wichtigen Arbeitgeber für die vom Kohleausstieg geprägte Lausitz, auch wenn ein geplantes neues Dienstgebäude gestrichen wurde.

Neues Bekenntnis nach wochenlanger Unsicherheit

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Nach kontroversen Diskussionen gibt es Klarheit für den Standort des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) in Weißwasser. BAFA-Präsidentin Dr. Mandy Pastohr und Oberbürgermeisterin Katja Dietrich bekräftigten am 13. März 2026 den dauerhaften Verbleib der Behörde in der sächsischen Stadt. Diese Zusage war nötig geworden, nachdem das Bundeswirtschaftsministerium Ende Februar aus Budgetgründen den geplanten Neubau einer Zentrale auf dem Gelände der ehemaligen Gelsdorf-Hütte gestoppt hatte. Die Erklärung soll das Vertrauen in die Strukturwandel-Zusagen des Bundes für die Lausitz stärken.

Der Standort, im Frühjahr 2020 eröffnet, war ein Kernstück des Versprechens, bis 2029 in den Kohleregionen 5.000 neue Jobs zu schaffen. Aktuell beschäftigt die Behörde etwa 240 Menschen, größtenteils in unbefristeten Stellen. Damit ist sie einer der bedeutendsten Arbeitgeber vor Ort. Geplant sind nun gezielte Einstellungen für Führungspositionen und die Prüfung, ob der Niederlassung neue Aufgaben übertragen werden können.

Schlüsselaufgaben für Klimaschutz und Strukturwandel

Die Bedeutung des Standorts geht über reine Arbeitsplätze hinaus. Die Mitarbeiter in Weißwasser bearbeiten zentrale Förderprogramme für die Energiewende. Dazu zählt die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG), ein milliardenschweres Programm für energieeffizientes Bauen und erneuerbare Heizungen. Zudem verwaltet die Stelle das Anpassungsgeld (APG) für Beschäftigte, die aus der Braunkohle- und Steinkohleindustrie ausscheiden, und bearbeitet Anträge für Elektromobilitäts-Prämien.

Die Belegschaft ist regional verwurzelt. Viele Mitarbeiter kommen aus Weißwasser, Görlitz, Bautzen oder Cottbus. Die BAFA zog auch Rückkehrer in ihre Heimatregion und erfahrene Kräfte aus der Zentrale im hessischen Eschborn an.

Zersplitterte Unterbringung und politischer Unmut

Die aktuelle Zusage war auch eine Reaktion auf erheblichen politischen Druck. Die Absage des Neubaus traf auf eine bereits angespannte Stimmung. Ursprünglich waren 350 Jobs für Weißwasser avisiert. Die Zahl sank jedoch auf zuletzt rund 240. Die Behörde führt dies auf auslaufende befristete Verträge zurück, nicht auf einen generellen Stellenabbau.

Dennoch lösten die Entwicklungen heftige Reaktionen aus. Die „Lausitzrunde“, ein Bündnis von Kommunen, warnte vor einem Vertrauensverlust in Bundesversprechen. Lokalpolitiker wie der Görlitzer Landrat Stephan Meyer und der Bundestagsabgeordnete Florian Oest (CDU) appellierten in einem Brief an Bundeskanzler Friedrich Merz, die ursprünglichen Zusagen zum Strukturwandel einzuhalten. Die hochwertigen Verwaltungsjobs seien für den Ausgleich des wegbrechenden Kohlesektors unverzichtbar.

Aktuell sind die 240 BAFA-Mitarbeiter auf vier angemietete Bürogebäude in der Stadt verteilt – eine unbefriedigende Lösung. Das Bundesinstitut für Immobilienaufgaben (BImA) sucht nun nach einer langfristigen Perspektive, um die Teams an einem zentralen Standort in Weißwasser zusammenzuführen. Ob dies durch Umbau bestehender Gebäude oder Anmietung neuer Flächen geschieht, ist noch offen.

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Ausblick: Standort gesichert, aber Herausforderungen bleiben

Administrativ ist der BAFA-Standort nun abgesichert. Die räumliche Zukunft muss jedoch geklärt werden. In den kommenden Monaten wird sich zeigen, ob alternative Immobilienlösungen gefunden werden und ob die versprochenen Einstellungen für Führungskräfte sowie neue Aufgaben realisiert werden.

Für den Erfolg des Strukturwandels in der Lausitz fordern regionale Beobachter weiterhin verlässliche Personalplanungen, transparente Zeitpläne und Investitionen in die wirtschaftliche Diversifizierung. Die BAFA in Weißwasser bleibt ein wichtiger Prüfstein für die Glaubwürdigkeit der Bundespolitik in den ostdeutschen Kohleregionen.

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