Baden-Württemberg, Immobilienbranche

Baden-Württemberg wählt und Immobilienbranche fordert Kurswechsel

09.03.2026 - 00:00:11 | boerse-global.de

Die Landtagswahl im Südwesten könnte bundesweite Impulse für den Wohnungsbau setzen. Branchenverbände fordern Steuersenkungen und Bürokratieabbau, um 192.000 fehlende Wohnungen zu schaffen.

Baden-Württemberg wählt und Immobilienbranche fordert Kurswechsel - Foto: über boerse-global.de
Baden-Württemberg wählt und Immobilienbranche fordert Kurswechsel - Foto: über boerse-global.de

Die Landtagswahl in Baden-Württemberg könnte die bundesweite Immobilienpolitik auf den Kopf stellen. Während die Bürger über die Nachfolge von Ministerpräsident Winfried Kretschmann abstimmen, schlagen führende Branchenverbände Alarm: Im Land fehlen rund 192.000 Wohnungen. Sie fordern von der künftigen Regierung drastische Maßnahmen – und setzen damit auch Berlin unter Druck.

Stimmungstest für die Bundesregierung

Der Urnengang im Südwesten gilt als wichtiger Gradmesser für die Zufriedenheit mit der Arbeit der Ampelkoalition in Berlin. Da der 77-jährige Kretschmann nicht mehr antritt, kämpfen neue Spitzenkandidaten um die Macht. Das Ergebnis wird die Mehrheiten im Bundesrat verändern und damit direkten Einfluss auf zustimmungspflichtige Bundesgesetze nehmen – besonders in den Bereichen Bauen und Klimaschutz.

Anzeige

Angesichts der politischen Debatten um das Gebäudeenergiegesetz und neue Bauvorschriften ist es für Eigentümer wichtiger denn je, die aktuellen rechtlichen Rahmenbedingungen im Blick zu behalten. Der kostenlose 5-Minuten-Report erläutert die 19 wichtigsten Neuerungen im WEG-Recht praxisnah und verständlich. Die 19 wichtigsten WEG-Neuerungen auf einen Blick

Politische Beobachter rechnen mit massivem Druck auf die Bundesregierung. Eine neue Landesregierung, die für den Abbau von Bauvorschriften kämpft, könnte in Berlin zum Treiber für bundesweite Reformen werden. Nur so ließe sich die aktuelle Stagnation im Bausektor durchbrechen.

192.000 Wohnungen fehlen – die Studie zeigt das ganze Ausmaß

Pünktlich zum Wahltag legt der Bundesverband Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen (BFW) nach. Die Zahl von 192.000 fehlenden Wohnungen ist alarmierend. Eine Studie des Pestel-Instituts, im Auftrag mehrerer Verbände, untermauert die Dramatik: In 41 von 44 Stadt- und Landkreisen herrscht akute Wohnungsnot.

Die Gründe sind klar. Baden-Württemberg hat die zweithöchsten Baukosten bundesweit, nur Bayern ist teurer. Seit 2008 sind die Baulandpreise um über 109 Prozent explodiert. Die Verbände betonen: Ohne massive private Investitionen in Eigentumswohnungen und Eigenheime ist die Krise nicht zu lösen. Die Politik muss private Bauherren und Investoren zurückgewinnen.

Steuern streichen, Bürokratie killen: Der Forderungskatalog

Die Bauwirtschaft hat der Politik einen detaillierten Maßnahmenkatalog vorgelegt. An erster Stelle steht die Forderung nach einer radikalen Senkung der Grunderwerbsteuer. Beim Ersterwerb eines Grundstücks für selbstgenutztes Wohneigentum soll sie sogar ganz entfallen. Das würde vor allem jungen Familien helfen.

Gleichzeitig muss die Bürokratie weg. Die Landesbauordnung braucht eine Entschlackungskur, Genehmigungsverfahren müssen digital und schnell werden. Sogar der Einsatz von KI für Bauanträge wird diskutiert, um überlastete Behörden zu entlasten. Zudem fordert die Branche ein eigenständiges Bauministerium mit politischem Gewicht und die Befreiung des geförderten Wohnungsbaus von Baugenehmigungsgebühren.

Kann Stuttgart zur Blaupause für Berlin werden?

Die Weichenstellungen in Stuttgart werden bundesweit genau beobachtet. Wenn der Südwesten mit Deregulierung und Steuererleichterungen erfolgreich ist, könnte das andere Länder und den Bund zum Nachziehen zwingen. Der Wohnungsmangel wird zunehmend zum Standortnachteil, weil Fachkräfte keine bezahlbaren Wohnungen mehr finden.

Eine investorenfreundliche Politik in Baden-Württemberg könnte Berlin unter Zugzwang setzen. Denkbar sind erweiterte Abschreibungen für Neubauprojekte oder flexiblere Vorgaben beim Gebäudeenergiegesetz (GEG). Auch Bausparkassen betonen: Wohneigentum entlastet die Mietmärkte und ist eine zentrale Säule der Altersvorsorge.

Anzeige

Während die Politik über steuerliche Anreize für Neubauten diskutiert, können Immobilienbesitzer bereits heute bestehende Steuer-Spar-Potenziale durch kluge Abschreibungen voll ausschöpfen. Dieser kostenlose A-Z-Leitfaden zeigt Ihnen, wie Sie Ihre Steuerlast legal minimieren und Ihre Liquidität sofort verbessern. Jetzt kostenlosen Abschreibungs-Leitfaden sichern

Jetzt muss die neue Regierung liefern

Mit Schließung der Wahllokale beginnt die Phase der Koalitionsverhandlungen. Die Immobilienbranche erwartet schnelle, klare Signale. Das Thema Wohnungsbau darf nicht in parteipolitischen Debatten zerrieben werden. Projektentwickler und private Bauherren brauchen dringend Planungssicherheit.

Handelt die neue Landesregierung schnell und entschlossen, könnte das den abwartenden Markt aus der Starre holen. Berlin wird sich in den kommenden Monaten daran messen lassen müssen, ob es die Impulse aus dem Land aufgreift. Die Wahl in Baden-Württemberg markiert einen potenziellen Wendepunkt – für den Südwesten und für die gesamte deutsche Immobilienwirtschaft.

Hol dir jetzt den Wissensvorsprung der Aktien-Profis.

 <b>Hol dir jetzt den Wissensvorsprung der Aktien-Profis.</b>

Seit 2005 liefert der Börsenbrief trading-notes verlässliche Aktien-Empfehlungen – dreimal pro Woche, direkt ins Postfach. 100% kostenlos. 100% Expertenwissen. Trage einfach deine E-Mail Adresse ein und verpasse ab heute keine Top-Chance mehr.
Jetzt abonnieren.

boerse | 68649926 |