Australien, Renditen

Australien: Renditen unter Aufwärtsdruck

21.02.2026 - 17:57:15 | boerse-global.de

Der australische Anleihenmarkt steuert auf eine Phase steigender Renditen zu. Analysten von Capital Economics rechnen damit, dass die Rendite für 10-jährige Staatsanleihen bis Ende 2026 auf 5,0 Prozent klettern wird. Grund dafür ist die Erwartung, dass die Reserve Bank of Australia (RBA) im Kampf gegen die Inflation deutlich aggressivere Zinsschritte vollziehen muss, als es viele Marktteilnehmer derzeit einplanen.

RBA signalisiert restriktiven Kurs

Die geldpolitische Richtung wurde bereits Anfang des Monats verdeutlicht. Am 3. Februar hob die RBA den Leitzins um 25 Basispunkte auf 3,85 Prozent an. Es war die erste Zinsentscheidung des Jahres, die gleichzeitig eine klare Tendenz zu weiteren Straffungen erkennen ließ. Wird die australische Notenbank den Markt mit diesem "Higher for longer"-Ansatz nachhaltig unter Druck setzen? Die aktuellen Inflationsdaten lassen den Währungshütern kaum Spielraum für eine Lockerung, was die Renditen am kurzen und langen Ende der Kurve stützt.

Trotz des jüngsten Zinsanstiegs verzeichnete der Bloomberg AusBond Composite Index im Januar ein leichtes Plus von 0,21 Prozent. Dennoch bleibt die Volatilität hoch, da die festen heimischen Wirtschaftsdaten die Erwartung weiter steigender Zinsen untermauern.

Globale Konzerne entdecken den australischen Dollar

Ein wesentlicher Faktor für den Anleihenmarkt ist die steigende Emissionsaktivität bei Unternehmenspapieren. Experten beobachten, dass globale Technologie- und Kommunikationsunternehmen verstärkt Anleihen in australischen Dollar begeben. Dieser Trend wird maßgeblich durch den hohen Kapitalbedarf für Investitionen in Künstliche Intelligenz vorangetrieben.

Internationale Emittenten nutzen den australischen Markt zunehmend, um ihre Finanzierungsquellen abseits des US-Dollars zu diversifizieren. Insbesondere für die zweite Jahreshälfte wird mit einem starken Anstieg von AUD-denominierten Unternehmensanleihen gerechnet, was dem Markt zusätzliche Liquidität und neue Anlagemöglichkeiten verschaffen könnte.

Ausschüttungen im ETF-Sektor

Für Anleger, die auf regelmäßige Erträge im Rentenmarkt setzen, bieten Renten-ETFs eine effiziente Zugriffsmöglichkeit. Der Betashares Legg Mason Australian Bond ETF schüttete erst vor wenigen Tagen, am 17. Februar, eine monatliche Dividende von 0,0817 AUD pro Anteil aus. Das Ex-Datum für diese Zahlung lag auf dem 2. Februar.

In den kommenden Monaten wird vor allem die Divergenz zwischen der australischen Geldpolitik und anderen entwickelten Märkten entscheidend sein. Während einige Zentralbanken ihre Zinszyklen bereits beendet haben könnten, deutet in Australien vieles auf eine Fortsetzung des Straffungskurses hin. Die nächste Sitzung der RBA wird zeigen, ob die Notenbank angesichts der persistenten Inflation das Tempo bei den Zinserhöhungen nochmals verschärfen muss.

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