ATLAS-Upgrade, Zollabwicklung

ATLAS-Upgrade legt Zollabwicklung für Tage lahm

21.02.2026 - 00:21:11 | boerse-global.de

Deutschlands zentrale Zollsoftware ATLAS wird nächste Woche modernisiert – und schaltet dafür drei Tage lang ab. Vom 26. bis 28. Februar müssen sich Unternehmen auf massive Behinderungen im Im- und Export einstellen. Der Grund: Die Einführung der zentralen Importabwicklung CCI, ein Meilenstein für den EU-Binnenmarkt.

Die Hauptlast trifft die Wirtschaft am Samstag, dem 28. Februar 2026. Zwischen 9 und 24 Uhr ist der Nachrichtenaustausch mit ATLAS komplett unterbrochen. Betroffen sind alle wichtigen Verfahren: von der ATLAS-Einfuhr über Ausfuhranmeldungen (AES) und Transit (NCTS) bis zum E-Commerce-Portal IMPOST.

Neue Zollerklärungen können in diesem Zeitraum weder eingereicht noch bearbeitet werden. Die Zollverwaltung rät dringend, dringende Sendungen vor Beginn der Arbeiten am Donnerstag abzuwickeln. Für Notfälle steht ein Fallback-Verfahren bereit, das über das Master-Ticket INC000007208219 beantragt werden muss. Logistikabteilungen stehen vor einer planerischen Herausforderung.

Revolution für EU-Händler: Die zentrale Importabwicklung

Herzstück des Updates ist die Einführung von Centralised Clearance for Import (CCI). Dieses Verfahren erlaubt es zugelassenen Wirtschaftsbeteiligten künftig, alle ihre Importe über eine einzige Zollstelle abzuwickeln – unabhängig vom tatsächlichen Einreiseort der Ware in die EU.

Ein Beispiel: Eine deutsche Firma kann Waren, die im Hafen von Rotterdam anlanden, über ihr lokales Zollamt in Deutschland verzollen. Das spart massive Verwaltungsaufwände und zentralisiert die Compliance. CCI ist ein Kernprojekt der EU-Zollunion und soll den Binnenmarkt deutlich effizienter machen.

Digitalisierungsoffensive „Zoll 2030“ schreitet voran

Das Upgrade ist Teil der umfassenden „Zoll 2030“-Strategie. ATLAS muss ständig an neue rechtliche und technische Anforderungen angepasst werden. Erst kürzlich wurden neue Codierungen für Ausfuhrgenehmigungen von Dual-Use-Gütern implementiert.

Die Software ist das digitale Rückgrat des deutschen Außenhandels. Sie verarbeitet jährlich Millionen von Zollerklärungen. Mit der Version 10.2.2 setzt Deutschland einen wichtigen Meilenstein des europäischen Union Customs Code (UCC) um. Langfristig könnte ATLAS zwar in einen geplanten „EU-Datenhub“ aufgehen, bis dahin bleibt es die zentrale Plattform.

Was Unternehmen jetzt tun müssen

Für Handels- und Logistikabteilungen heißt es: umplanen. Dringende Sendungen müssen vor dem 26. Februar abgefertigt werden.

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Zudem müssen die eigenen IT-Systeme und die der Dienstleister auf die neue Version 10.2.2 vorbereitet sein.

Der kurzfristige Aufwand lohnt sich jedoch. CCI verspricht langfristig erhebliche Vereinfachungen und Kosteneinsparungen für Unternehmen mit EU-weiten Handelsaktivitäten. Der deutsche Zoll empfiehlt, die offiziellen Kanäle für aktuelle Informationen zu beobachten. Der reibungslose Übergang ist entscheidend für die Wettbewerbsfähigkeit im Binnenmarkt.

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