ATLAS 10.2 startet zentrale EU-Zollabwicklung für deutsche Firmen
03.02.2026 - 07:13:12Ab dem 28. Februar 2026 revolutioniert das neue Centralised Clearance for Import (CCI) den EU-Import für deutsche Unternehmen. Der Start erfolgt mit der Software ATLAS 10.2 und steht exklusiv vertrauenswürdigen Authorised Economic Operators (AEO) offen. Die lang erwartete Neuerung zentralisiert alle Zollformalitäten beim heimischen Hauptzollamt – unabhängig vom tatsächlichen EU-Einreiseort der Waren.
Was bedeutet die zentrale Zollabwicklung?
CCI entkoppelt die physische Warenbewegung vom elektronischen Zollverfahren. Ein in München ansässiges AEO-Unternehmen kann seine Ware beispielsweise im niederländischen Rotterdam anlanden, die komplette Zollerklärung aber digital bei den Münchner Behörden abwickeln. Bisher notwendige und kostspielige Transitverfahren entfallen damit. Voraussetzung ist eine AEO C- oder AEO F-Zertifizierung, die nur Unternehmen mit einwandfreier Compliance- und Sicherheitsbilanz erhalten.
Strategische Vorteile für den Wirtschaftsstandort Deutschland
Für exportstarke deutsche Konzerne und Mittelständler verspricht CCI erhebliche Effizienzgewinne. Die Verwaltungskosten sinken, während die Planbarkeit der Lieferketten steigt. Experten sehen darin einen klaren Wettbewerbsvorteil für AEO-zertifizierte Firmen.
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Die konkreten Vorteile im Überblick:
* Geringerer Verwaltungsaufwand: Mehrfacherklärungen und Transitdokumente entfallen.
* Schnellere Abfertigung: Der direkte Datenaustausch zwischen den beteiligten Zollämtern beschleunigt die Warenfreigabe.
* Kosteneinsparungen: Transitgebühren und der Bedarf an lokalen Zolldienstleistern in anderen EU-Ländern reduzieren sich.
* Bessere Planbarkeit: Zentrale Kontrolle führt zu verlässlicheren Lieferzeiten.
Go-Live mit ATLAS 10.2 nach Verschiebung
Die Generalzolldirektion hat den Starttermin nach einer Verschiebung vom November 2025 nun final auf Ende Februar festgelegt. Hintergrund ist die notwendige stabile Einführung der ATLAS 10.2-Software, dem Rückgrat des deutschen Zollsystems. Ein erster Wartungsstopp ist bereits für April 2026 geplant.
Deutschlands Rolle als größte Volkswirtschaft und zentraler Logistik-Drehscheibe Europas macht den Start hier zu einem Schaufenster-Projekt. Acht EU-Staaten, darunter die Niederlande und Polen, haben eine erste CCI-Phase bereits im Juli 2024 eingeführt. Die erfolgreiche Integration in das leistungsfähige ATLAS-System gilt als Meilenstein für die EU-weite Digitalisierungsstrategie.
Mehr Verantwortung für AEO-Unternehmen
CCI ist ein Kernstück der Union Customs Code (UCC)-Reform hin zu einem vollständig digitalen Binnenmarkt. Das Modell hat sich bei der zentralen Exportabwicklung bereits bewährt. Für die Unternehmen bedeutet die Umstellung jedoch auch mehr Eigenverantwortung. Sie müssen ihre IT-Systeme und zertifizierte Zollsoftware rechtzeitig an ATLAS 10.2 anpassen. Da sie künftig Zollvorgänge für mehrere EU-Länder von einem Schreibtisch aus steuern, gewinnen interne Compliance-Kontrollen weiter an Bedeutung.
Mit dem festen Startdatum beginnt für den deutschen Außenhandel eine neue Ära. Firmen, die das Potenzial von CCI voll ausschöpfen, stärken ihre Widerstandsfähigkeit in globalen Lieferketten und ihre internationale Wettbewerbsfähigkeit. Eine Test- und Zertifizierungsphase für das neue System soll bis Oktober 2026 abgeschlossen sein.


