ASML, Rekordaufträge

ASML: Rekordaufträge zeigen ungebrochenen KI-Boom

29.01.2026 - 07:16:12

Der Halbleiterausrüster ASML meldet Rekordbuchungen von 13,2 Milliarden Euro und bestätigt damit den anhaltenden KI-getriebenen Nachfrageschub. Das Unternehmen erhöht Dividende und startet ein großes Aktienrückkaufprogramm.

Der niederländische Halbleiter-Riese ASML meldet Rekordbestellungen, die alle Erwartungen übertreffen. Die Quartalszahlen sind das bislang deutlichste Signal dafür, dass der globale KI-Boom die Nachfrage nach den modernsten Chips weiter anheizt. Das Unternehmen ist ein zentraler Pfeiler der weltweiten Lieferkette.

Das Unternehmen verzeichnete im vierten Quartal 2025 Netto-Buchungen von 13,2 Milliarden Euro. Diese Zahl liegt mehr als doppelt so hoch wie von Analysten prognostiziert. Der beispiellose Auftragseingang, der allein 7,4 Milliarden Euro für die fortschrittlichsten EUV-Lithographiesysteme umfasst, unterstreicht den enormen Druck auf Chip-Hersteller. Sie müssen ihre Kapazitäten für KI-Anwendungen und Hochleistungsrechnen massiv ausbauen.

Dieser Nachfrageschub zementiert ASMLs Rolle als kritischer Enabler der KI-Revolution. Die Aktie des Unternehmens, das bereits als wertvollster Technologiekonzern Europas gilt, legte deutlich zu. Für 2026 prognostiziert ASML einen robusten Umsatz zwischen 34 und 39 Milliarden Euro.

Anzeige

Passend zum Thema KI-Revolution: Die EU-KI-Verordnung stellt seit August 2024 neue Anforderungen an Kennzeichnung, Risikoklassifizierung und Dokumentation von KI-Systemen. Besonders Hersteller, Zulieferer und Anbieter von KI-Infrastruktur müssen jetzt handeln, sonst drohen Strafen und Umsatzeinbußen. Der kostenlose Umsetzungsleitfaden erklärt verständlich, welche Pflichten auf Unternehmen zukommen und welche Schritte für Compliance nötig sind – inklusive praktischer Checklisten für Entwickler und Einkäufer. Jetzt KI-Verordnung-Leitfaden herunterladen

KI-Hunger treibt Halbleiter-Industrie an

Der explosionsartige Anstieg der Bestellungen hängt direkt mit dem massiven Infrastrukturausbau für KI-Rechenzentren zusammen. Große Halbleiterhersteller wie TSMC, Samsung und Intel fahren ihre Produktionskapazitäten aggressiv hoch. Sie brauchen die nächste Generation leistungsstarker und energieeffizienter Chips für komplexe KI-Modelle.

Laut ASML-Führungskräften schätzen Kunden den mittelfristigen Markt deutlich positiver ein. Grund sind die robusten Erwartungen an eine nachhaltige, KI-getriebene Nachfrage. Diese schlägt sich in beschleunigten Ausbauplänen nieder.

Der Umstieg auf fortschrittlichere Fertigungsprozesse, wie 3-Nanometer und die kommenden 2-Nanometer-Technologien, erhöht die Abhängigkeit von ASMLs hochentwickelten EUV-Maschinen. Das Unternehmen ist weltweit der einzige Hersteller dieser Systeme und hat damit ein Quasi-Monopol auf die Schlüsseltechnologie für modernste Chips. Der Gesamt-Auftragsbestand belief sich Ende 2025 auf gewaltige 38,8 Milliarden Euro. Das gibt ASML eine hohe Planungssicherheit für die kommenden Jahre.

Finanzergebnisse und optimistischer Ausblick

Das vierte Quartal besiegelte ein Rekordjahr für ASML. Der Nettoumsatz belief sich auf 9,7 Milliarden Euro bei einem Nettoeinkommen von 2,8 Milliarden Euro. Für das Gesamtjahr 2025 erzielte das Unternehmen einen Nettoumsatz von 32,7 Milliarden Euro und einen Gewinn von 9,6 Milliarden Euro. Das entspricht einem Umsatzplus von 16 Prozent gegenüber 2024.

Die Prognose für 2026 spiegelt großes Vertrauen in anhaltendes Wachstum wider. Die erwarteten Umsätze von 34 bis 39 Milliarden Euro übertreffen die Analystenschätzungen. Für das erste Quartal 2026 rechnet ASML mit einem Umsatz zwischen 8,2 und 8,9 Milliarden Euro.

Unterstreichung der finanziellen Stärke: Das Unternehmen kündigte ein neues Aktienrückkaufprogramm in Höhe von 12 Milliarden Euro an, das bis 2028 umgesetzt werden soll. Zudem wurde die Dividende um 17 Prozent auf 7,50 Euro je Aktie erhöht.

High-NA EUV: Die nächste Generation startet

Ein kritischer Wachstumstreiber ist die Einführung der nächsten Geräte-Generation: High-NA-EUV-Systeme. Diese Maschinen, die jeweils über 380 Millionen US-Dollar kosten, sind essenziell für die Herstellung der Chips der Zukunft. ASML erzielte im vierten Quartal bereits Umsatz mit zwei High-NA-Systemen – ein wichtiger Meilenstein, der zeigt, dass die Technologie bei Kunden validiert wird und die Serienreife näher rückt.

Intel hat das erste Werkzeug für die Hochvolumenfertigung bereits angenommen. Die Stimmung rund um die High-NA-Technologie verbessert sich, während die Kunden bei der Qualifizierung Fortschritte machen. Der Umstieg auf High-NA-EUV wird voraussichtlich in der zweiten Hälfte des Jahrzehnts ein bedeutender Umsatz- und Margentreiber für ASML sein. Das Unternehmen hält an seinem langfristigen Umsatzziel von 44 bis 60 Milliarden Euro bis 2030 fest.

Branchenkontext: KI-Superzyklus gewinnt an Fahrt

Die Rekordbuchungen bei ASML sind eine klare Absage an alle Bedenken über eine mögliche Verlangsamung des KI-Investitionszyklus. Die langen Vorlaufzeiten für die Auslieferung der Anlagen – typischerweise 12 bis 18 Monate – bedeuten, dass der aktuelle Auftragsboom einen klaren Fahrplan für den Ausbau der Halbleiterindustrie bis weit in das Jahr 2027 hinein liefert.

Die Zahlen zeigen: Chip-Hersteller reagieren nicht nur auf die aktuelle Nachfrage. Sie setzen langfristig auf die weitere Expansion von KI, Hochleistungsrechnen und Rechenzentrums-Infrastruktur.

Trotz der überwiegend positiven Aussagen bleiben Risikofaktoren wie geopolitische Spannungen und potenzielle Exportbeschränkungen bestehen. Die grundlegende Nachfrage, getrieben vom strukturellen Wandel hin zur KI, scheint jedoch robust. Als Enabler von Moores Gesetz ist ASMLs Performance ein Frühindikator für den gesamten Technologiesektor. Die jüngsten Ergebnisse legen nahe, dass der KI-getriebene Superzyklus nicht nur anhält, sondern weiter an Dynamik gewinnt.

Parallel zum Wachstum kündigte ASML eine strategische Restrukturierung an, um die Abläufe zu straffen. Diese umfasst den Abbau von etwa 1.700 Stellen, um den Fokus auf Ingenieursleistungen und Innovation zu verstärken.

Anzeige

PS: Unternehmen, die in KI-Hardware oder -Software investieren, sollten die bevorstehenden Übergangsfristen nicht verpassen. Unser Gratis-Report fasst kompakt zusammen, welche Kennzeichnungspflichten, Dokumentationsanforderungen und Risikoklassen relevant sind – inklusive konkreter To‑dos für Technik-, Compliance- und Einkaufsabteilungen. Der Leitfaden enthält Praxisbeispiele, Checklisten und eine Schritt‑für‑Schritt-Anleitung, mit der Sie Entwicklungs- und Beschaffungsprozesse anpassen und Bußgelder sowie Lieferverzögerungen vermeiden. Kostenlosen Umsetzungsleitfaden zur KI-Verordnung anfordern

@ boerse-global.de