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Articulus Surgical: Indischer Roboter-Chirurg erhält Millionen für Marktoffensive

11.02.2026 - 03:14:12

Das Medizintechnik-Startup Articulus Surgical hat eine neue Finanzierungsrunde abgeschlossen, um den Markteintritt seiner kostengünstigen Roboter für minimalinvasive Chirurgie in Indien zu beschleunigen.

Ein indisches Medizintechnik-Startup will mit günstigen Robotern die Chirurgie revolutionieren. Das Unternehmen Articulus Surgical hat eine neue Finanzierungsrunde unter Führung der Risikokapitalgesellschaft Kalaari Capital abgeschlossen. Das frisch eingeworbene Kapital soll den kommerziellen Rollout seiner in Indien entwickelten Operationsroboter beschleunigen.

Die genaue Höhe der Investition wurde nicht bekannt gegeben. Sie soll dem Unternehmen aus Bengaluru jedoch den entscheidenden Schub für die nächsten 12 bis 18 Monate geben. Der Fokus liegt auf Marktexpansion, der Ausbildung von Chirurgen und engeren Partnerschaften mit Krankenhäusern. Gegründet 2019, entwickelt Articulus kostengünstige und kompakte Roboterlösungen, die auf die Infrastruktur des indischen Gesundheitssystems zugeschnitten sind.

Die Finanzierung ist ein starkes Signal für heimische Technologie, die eine kritische Lücke schließen soll. Während der Anteil robotergestützter Operationen in Indien derzeit unter einem Prozent liegt, beträgt der globale Durchschnitt fünf bis sechs Prozent. Articulus sieht hier ein riesiges, unerschlossenes Potenzial.

Vom Labor in den Operationssaal

Das neue Kapital markiert für Articulus den Übergang von der Forschungs- in die Wachstumsphase. „Nach fast fünf Jahren Entwicklungsarbeit können wir nun strategisch in die Skalierung gehen“, erklärt Gründer und CEO Saurya Mishra. Ein Schwerpunkt liegt auf der Ausbildung von Chirurgen, um die sichere Anwendung der Technologie zu gewährleisten und Vertrauen in der Ärzteschaft aufzubauen.

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Zudem will das Startup seine Partnerschaften mit Krankenhäusern ausbauen – von großen Metropolzentren bis hin zu Einrichtungen in kleineren Städten, die oft mit knappen Ressourcen kämpfen. Die aktuelle Runde folgt auf eine frühere Finanzierung, die von der auf MedTech spezialisierten Beratungsfirma BIORx Venture Advisors begleitet wurde.

Roboter-Ökosystem „Made for India“

Die Innovation von Articulus liegt in einem Roboter-Ökosystem, das für die Realität indischer Operationssäle konzipiert ist. Diese sind oft kleiner und können die großen, komplexen Systeme aus westlichen Märkten nicht aufnehmen. Die „Make-in-India“-Philosophie des Unternehmens setzt auf Erschwinglichkeit, kompakte Bauweise und Kompatibilität mit bestehender Krankenhausausstattung.

Das Flaggschiff ist Pulsar, ein modulares Robotersystem für minimalinvasive Eingriffe im Bauch- und Beckenraum. Es durchläuft derzeit die klinische Validierung vor dem kommerziellen Start. Ergänzt wird es durch zwei weitere Produkte:

  • Nebula: Eine Trainings- und Simulationsplattform, die bereits in medizinischen Fakultäten eingesetzt wird, um den chirurgischen Nachwuchs auszubilden.
  • Galaxi: Ein intelligenter Optik-Roboter, der eigenständig oder im Verbund mit dem Ökosystem arbeiten kann.

Dieser stufenweise Ansatz ermöglicht es Krankenhäusern, zunächst mit Training zu beginnen, bevor sie in ein vollständiges Robotersystem investieren.

Kampf gegen hohe Kosten und lange Wartezeiten

Der geringe Verbreitungsgrad robotergestützter Chirurgie in Indien liegt nicht am fehlenden Bedarf. Das Land ist für einen signifikanten Teil der geschätzt 200 Millionen Bauchoperationen pro Jahr weltweit verantwortlich. Doch die prohibitiv hohen Kosten und die schiere Größe importierter Systeme beschränken deren Einsatz auf einige Elitekliniken.

Die Folge: Viele Patienten müssen sich manuellen offenen Operationen unterziehen. Diese bedeuten oft längere Erholungszeiten, höhere Komplikationsrisiken und größere Narben. Articulus Surgical will diese Technologie demokratisieren, indem es die wirtschaftlichen und geografischen Barrieren für moderne chirurgische Innovationen durchbricht. Zu den früheren Investoren zählen IIMA Ventures und der Biotechnology Industry Research Assistance Council (BIRAC).

Ambitionierte Ziele: 200 Roboter in drei Jahren

Mit der frischen Finanzierung verfolgt Articulus einen ambitionierten Fahrplan. Das Unternehmen strebt die vollständige Zertifizierung seines Pulsar-Systems durch die indische Arzneimittelbehörde CDSCO bis Mitte 2026 an. Nach der regulatorischen Freigabe plant es eine aggressive Markteinführung mit dem Ziel, in den ersten drei Jahren über 200 Einheiten in ganz Indien zu installieren.

Der Blick geht aber schon über die Landesgrenzen hinaus. Articulus peilt Märkte mit ähnlichen Herausforderungen in Südostasien, dem Nahen Osten und Südamerika an. Für diese nächste Expansionsphase will das Startup weitere Zulassungen wie die CE-Kennzeichnung für Europa und die FDA-Freigabe für die USA erreichen, um sich als globaler Player im Markt für zugängliche Chirurgieroboter zu etablrieren.

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