Arthrose: Gehen kann Kniegelenke schützen
01.02.2026 - 22:24:12Eine wachsende Zahl wissenschaftlicher Erkenntnisse untermauert die Bedeutung von moderater Bewegung, insbesondere des Gehens, als wirksame Strategie im Kampf gegen Knie-Arthrose. Aktuelle Studien deuten darauf hin, dass regelmäßiges Gehen Schmerzen lindern, den Knorpelabbau verlangsamen und die Gelenkfunktion verbessern kann. Für Millionen Betroffene eröffnet dieser Ansatz eine zugängliche Möglichkeit, die Lebensqualität zu steigern und schweren Operationen vorzubeugen.
Wie Bewegung den Knorpel am Leben hält
Entgegen der alten Annahme, dass Belastung den Verschleiß beschleunigt, braucht der Gelenkknorpel moderate Bewegung, um gesund zu bleiben. Da er keine eigenen Blutgefäße hat, ernährt ihn die Gelenkflüssigkeit. Der rhythmische Druck beim Gehen wirkt wie eine Pumpe: Bei Belastung werden Abfallstoffe herausgepresst, bei Entlastung strömt nährstoffreiche Flüssigkeit ein. Dieser Zyklus ist überlebenswichtig für die Knorpelzellen. Bewegungsmangel unterbricht ihn – der Knorpel wird spröde und baut schneller ab.
Studie: Gehen verhindert häufige Schmerzen
Eine bedeutende Langzeitstudie des Baylor College of Medicine mit über 1200 Patienten über 50 Jahren liefert handfeste Belege. Die im Fachblatt Arthritis & Rheumatology veröffentlichte Untersuchung zeigt: Regelmäßiges Gehen kann bei früher Kniearthrose das Auftreten von häufigen Schmerzen verhindern. Bei Patienten mit bereits starken Schmerzen war der Effekt weniger ausgeprägt. Die Botschaft der Forscher: Es geht nicht um Höchstleistungen, sondern um kontinuierliche, moderate Aktivität. Ein frühzeitiger Beginn kann den Krankheitsverlauf positiv beeinflussen.
Starke Muskeln entlasten das Gelenk
Die Vorteile des Gehens gehen über die reine Knorpelernährung hinaus. Regelmäßige Bewegung kräftigt die Muskulatur rund um das Knie. Eine starke Oberschenkelmuskulatur fängt Stoßbelastungen ab, die sonst direkt auf das Gelenk wirken. Das reduziert Schmerzen und verbessert die Stabilität und Mobilität im Alltag. Gehen ist damit die perfekte Basisaktivität, die gezielte Physiotherapie ideal ergänzt.
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So gehen Sie es richtig an
Für den optimalen Nutzen ist die richtige Ausführung entscheidend. Experten raten zu einem biomechanisch korrekten Gang. Eine Studie in The Lancet Rheumatology zeigte: Schon kleine Anpassungen der Fußstellung können die Kniebelastung reduzieren.
* Starte langsam: Steigere Dauer und Intensität schrittweise.
* Wähle gelenkschonende Alternativen: Radfahren, Schwimmen oder Wassergymnastik sind ebenfalls hervorragend geeignet.
* Achte auf Ausrüstung: Gut gedämpfte Schuhe und bei längeren Strecken Wanderstöcke entlasten die Gelenke zusätzlich.
Vom Verschleiß zum aktiv behandelbaren Prozess
Die Evidenz für Bewegung markiert einen Paradigmenwechsel. Arthrose wird heute nicht mehr als reiner Verschleiß, sondern als Prozess verstanden, bei dem auch chronische Entzündungen eine Rolle spielen. Während Bewegungsmangel diese fördert, wirkt moderate Aktivität entzündungshemmend. Dieser aktive Ansatz stellt eine Abkehr von der reinen Schmerzpillen-Therapie dar und befähigt Patienten, selbst etwas für ihre Gelenkgesundheit zu tun.
Bewegung wird zum Therapie-Standard
Es ist zu erwarten, dass bewegungstherapeutische Ansätze in den Behandlungsleitlinien künftig eine zentralere Rolle einnehmen. Die Forschung sucht nach der optimalen „Dosis“ Bewegung für verschiedene Arthrose-Stadien. Eine aktuelle Netzwerk-Metaanalyse bestätigt: Aerobes Training wie Gehen, Radfahren oder Schwimmen ist besonders wirksam, um Schmerzen zu lindern und die Lebensqualität zu verbessern. Die Botschaft ist klar: Bewegung ist kein Nice-to-have, sondern ein essenzieller Baustein der modernen Arthrosetherapie.


