Aretha Franklin-Hype 2026: Warum die Queen neu entdeckt wird
10.02.2026 - 22:03:21Kaum zu glauben: Ausgerechnet 2026 kippt TikTok voll mit Soul-Klassikern, und mittendrin ein Name, der eigentlich aus der Plattensammlung deiner Eltern stammt: Aretha Franklin. "Respect" läuft unter Girlboss-Edits, "(You Make Me Feel Like) A Natural Woman" unter Cozy-Core-Storytimes und "Say A Little Prayer" taucht in unendlich vielen Couples-Reels auf. Die Queen of Soul ist wieder omnipräsent – und das, obwohl sie seit 2018 nicht mehr lebt. Doch gerade das macht diesen Hype so intensiv: eine Ikone, die die Gegenwart dominiert, ohne einen einzigen neuen Song zu veröffentlichen.
Mehr über die Queen of Soul auf der offiziellen Aretha-Franklin-Seite
Deutsche Fans entdecken sie gerade komplett neu: Vinyl-Reissues, Blu-ray-Konzerte, Dokus auf Streaming-Plattformen, Tribute-Shows in Berlin, Hamburg und Köln – überall taucht Aretha wieder auf. Und während ältere Generationen nostalgisch werden, claimt Gen Z sie gerade für sich. Also: Was passiert hier genau, warum jetzt, und was bedeutet das für dich als Fan in Deutschland?
Hintergründe: Die aktuellen News im Detail
Es gibt keinen klassischen "neuen Release" von Aretha Franklin im Jahr 2026, klar. Aber rund um ihren Namen passiert extrem viel. Labels nutzen das gestiegene Interesse an Soul und Retro-Sound, um ihr Werk noch sichtbarer zu machen. Im Fokus stehen dabei drei Dinge: Jubiläen, Deluxe-Editionen und hochwertige Live-Mitschnitte.
Zum einen rücken etliche Jahrestage ins Rampenlicht: In den letzten Jahren häuften sich runde Jubiläen wichtiger Alben wie "I Never Loved A Man The Way I Love You" oder ihrer legendären Live-Alben. Musikmedien und Streaming-Plattformen kuratieren dazu Special-Playlists, "Essential Aretha"-Reihen und kommentierte Editionen. In Interviews erzählen Produzent:innen und Studiomusiker von damaligen Sessions, von den Takes, in denen sie alle Gänsehaut bekamen, und von Arethas kompromisslosem Anspruch, jede Silbe mit maximaler Intensität zu singen.
Parallel dazu bringen große Labels hochwertige Neuauflagen ihrer wichtigsten Platten. Limitierte farbige Vinyls, remasterte Versionen mit Bonus-Takes, alternative Vocals und bisher unveröffentlichte Live-Aufnahmen sorgen dafür, dass selbst Hardcore-Fans neue Details entdecken. Vor allem die Gospel-lastigen Mitschnitte – etwa aus Kirchenkellern und kleinen Clubs – werden von Fans als besonders emotional gefeiert, weil sie Aretha dort roher und unmittelbarer klingt als auf manchen Studioalben.
Dazu kommen Tribute-Konzerte und Orchester-Projekte in Europa, die explizit mit ihrem Namen werben. In deutschen Hallen tauchen Shows wie "A Tribute to Aretha Franklin – The Queen of Soul" auf, bei denen große Bands, Bläsersektionen und wechselnde Sängerinnen ihre Songs neu interpretieren. Für deutsche Fans sind diese Events die realistischste Chance, ihre Musik in einem Live-Kontext mit voller Bandbreite zu erleben. Veranstalter berichten von einem auffällig jungen Publikum, das Tickets kauft – viele kommen über Social Media, nicht über klassische Musikpresse.
Streaming-Zahlen liefern den sachlichen Unterbau zu diesem Hype: Songs wie "Respect", "Think" und "I Say A Little Prayer" tauchen regelmäßig in globalen Viral-Charts auf, sobald ein TikTok-Sound durchzieht. Das führt dazu, dass auch weniger bekannte Tracks mitgezogen werden – etwa "Rock Steady", "Ain't No Way" oder ihre Live-Versionen von "Dr. Feelgood". Für deutsche Fans heißt das konkret: Je mehr ihre Songs online trenden, desto eher lohnt es sich für Veranstalter, Tribute-Touren auszubauen und hochwertige Re-Issues im hiesigen Handel zu platzieren.
Spannend ist außerdem, wie Aretha in aktuellen Diskursen auftaucht: In Artikeln über Female Empowerment, Black Music History oder Protestkultur wird sie oft als Schlüsselfigur genannt. "Respect" wird nicht nur als Liebes- oder Beziehungssong gelesen, sondern als klares Statement für Selbstachtung, Selbstbestimmung und soziale Gerechtigkeit. Gerade für eine Generation, die politischer und bewusster mit Themen wie Rassismus, Sexismus und Arbeiterrechte umgeht, wirkt das extrem zeitgemäß.
Die Setlist & Show: Was dich erwartet
Natürlich: Aretha Franklin selbst wirst du 2026 nicht mehr live sehen können. Aber wenn du in Deutschland auf ein Tribute-, Orchester- oder Club-Special gehst, kannst du ziemlich genau einschätzen, was dich inhaltlich erwartet – denn ihre Klassiker folgen fast immer einem bestimmten Spannungsbogen.
Eine typische Aretha-inspirierte Setlist, wie sie aktuell in vielen Tribute-Shows in Europa gespielt wird, sieht ungefähr so aus:
- "(You Make Me Feel Like) A Natural Woman" – häufig als emotionaler Einstieg oder als große Ballade im Mittelteil.
- "I Say A Little Prayer" – mit Mitsing-Potenzial, oft leicht höher und etwas schneller arrangiert.
- "Respect" – fast immer einer der letzten Songs, wenn nicht die Zugabe.
- "Think" – gerne in der "Blues Brothers"-inspirierten, sehr treibenden Version.
- "Chain of Fools" – Gitarrengetrieben, mit viel Call-and-Response zwischen Vocals und Background.
- "Ain't No Way" – als Gänsehaut-Ballade für die stimmgewaltigste Sängerin des Abends.
- "Rock Steady" – Funk-Groove, bei dem sich die Band austoben kann.
- "Spanish Harlem" und "I Never Loved A Man (The Way I Love You)" – für den klassischen Soul-Vibe.
Was diese Shows so besonders macht, ist weniger eine perfekte Imitation, sondern der Versuch, Arethas Energie und Haltung rüberzubringen. Die besten Sängerinnen in diesen Projekten kopieren nicht jede Nuance, sondern legen ihre eigene Persönlichkeit hinein – genauso, wie Aretha früher selbst Coverversionen komplett verwandelt hat. Wenn sie etwa "Bridge Over Troubled Water" oder "Eleanor Rigby" sang, klang das nicht mehr nach Simon & Garfunkel oder den Beatles, sondern nach purer Soul-Power.
Atmosphärisch kannst du bei guten Aretha-Abenden mit drei Phasen rechnen:
- Warm-up & Storytelling: Die Band erklärt kurz Hintergründe, erzählt kleine Anekdoten aus Arethas Karriere – etwa, wie sie im Alter von 14 bereits Gospel-Platten aufgenommen hat oder wie sie sich in den späten 60ern mit ihrem Wechsel zu Atlantic Records künstlerisch befreit hat. Dazu laufen eher entspannte Nummern, manchmal sogar reine Instrumentals der Band.
- Die Soul-Hit-Strecke: Hier kommen die Songs, die du garantiert kennst – selbst wenn du glaubst, du kennst sie nicht. "Respect" taucht in Werbung, Filmen und Serien auf, "Think" verknüpfen viele mit "Blues Brothers", "I Say A Little Prayer" mit Romcoms. Im Saal ist das der Moment, in dem die Sitzreihen zu klatschen beginnen, Leute aufspringen und mitgrölen. Auch weniger Soul-affine Freund:innen von dir werden hier plötzlich textsicher.
- Gospel-Finale: Viele Shows enden mit einem Mini-Gospel-Block, inspiriert von ihrem legendären Album und Film "Amazing Grace". Da geht es nicht primär um Religion, sondern um Intensität: Call-and-Response mit dem Publikum, lange gehaltene Töne, Chöre, die über Akkorde gleiten. Wenn der Saal mitklatscht und die Band Tempo anzieht, spürst du, wie Aretha damals in Kirchen ganze Räume elektrisiert hat.
Musikalisch fällt bei fast jeder Live-Adaption auf, wie wichtig die Banddichte für Arethas Songs ist: knackige Bläser-Riffs in "Respect" und "Think", Fender-Rhodes- oder Klavier-Fills in den Balladen, eine Basslinie, die in "Rock Steady" nahezu Hip-Hop-tauglich groovt. Viele jüngere Hörer:innen, die die Songs zunächst nur über Handy-Lautsprecher kennen, sind bei Live-Shows überrascht, wie hart diese Soul-Nummern tatsächlich drücken können. Der Sound wirkt manchmal näher an Funk und R&B, als man es von alten Radio-Mitschnitten erwartet.
Für dich als Fan bedeutet das: Selbst wenn du "nur" auf eine Tribute-Show gehst, bekommst du einen ziemlich intensiven Crashkurs in Soul-Geschichte, Vocal-Artistry und Bandspiel auf hohem Niveau. Und selbst wenn sich Setlists unterscheiden – diese Eckpfeiler bilden fast immer das Grundgerüst, weil sie jene Momente sind, mit denen Fans weltweit Aretha verbinden.
Das sagt das Netz:
Die Gerüchteküche: Was Fans vermuten
Auch ohne klassische Breaking News kocht die Gerüchteküche rund um Aretha Franklin ordentlich – vor allem auf Reddit, TikTok und in Kommentarspalten unter alten YouTube-Liveaufnahmen.
1. Kommt ein riesiges Biopic-Update oder eine neue Doku?
Seit ihren ersten großen Doku-Erfolgen und Biopic-Projekten fragen sich Fans, ob es eine erweiterte, zeitgemäße Serie über ihr Leben geben wird – irgendwo zwischen Musikgeschichte, Aktivismus und persönlichen Brüchen. Auf Reddit spekulieren User, dass Streaming-Giganten gerade einen Run auf Musik-Biopics haben und Aretha als logische Kandidatin gilt. Viele wünschen sich eine Form, die weniger auf Skandale, dafür mehr auf Studio- und Tourarbeit eingeht: Wie hat sie mit Produzenten gestritten? Wie sind ihre berühmtesten Takes am Mikro entstanden? Welche unveröffentlichten Versionen liegen noch im Archiv?
2. Kommen noch bisher ungehörte Aufnahmen?
Immer wieder tauchen Berichte über Tapes auf, die in Archiven oder in den Händen ehemaliger Produzent:innen und Toningenieure liegen. Fans vermuten, dass es vor allem im Gospel- und Live-Bereich noch einiges Material gibt: alternative Mitschnitte aus Kirchentagen, Radio-Sessions, Club-Auftritte, bei denen damals nur wenige Hundert Leute im Raum waren. Auf Fan-Foren kursieren Listen mit Sessions, von denen man weiß, dass sie stattgefunden haben, aber nie offiziell erschienen sind. Die Erwartung: Früher oder später werden Labels diese Schätze heben, zum Beispiel in Form von "Lost Sessions"-Compilations oder erweiterten Deluxe-Versionen.
3. Streitpunkt TikTok: Versteht die Plattform Aretha richtig?
Auf TikTok tobt eine kleine, aber laute Debatte: Ist es respektlos, Songs wie "Respect" oder "Think" nur als Hintergrund für witzige Edits oder Make-up-Tutorials zu nutzen? Einige ältere Fans fühlen sich unwohl, wenn politische oder zutiefst persönliche Songs in komplett anderen Kontexten laufen. Auf der anderen Seite argumentieren viele jüngere User, dass genau das Arethas Musik lebendig hält. Sie sagen: Wenn Millionen zum ersten Mal ihren Namen googeln, weil ein 15-Sekunden-Snippet sie packt, kann das nur gut sein.
Was spannend ist: Unter einigen TikToks klären junge Creator:innen inzwischen bewusst über die Hintergründe auf – etwa, wie stark Arethas Familie in der US-Bürgerrechtsbewegung verankert war, oder dass sie Auftritte nutzte, um Organisationen finanziell zu unterstützen. Dadurch entsteht eine neue Form von Musik-Education direkt auf der Plattform.
4. Debatte übers Erbe: Wem "gehört" Aretha?
In Kommentarbereichen ist immer wieder zu lesen, dass Aretha Franklin – ähnlich wie Prince oder Nina Simone – zu einer Symbolfigur geworden ist, um die verschiedene Gruppen kämpfen: Soul-Traditionalist:innen, Popfans, Aktivist:innen, Gospel-Communities, Queer-Communities. Jede Gruppe findet in ihrer Geschichte etwas, das sich mit der eigenen Identität verbinden lässt. Einige alteingesessene Fans wünschen sich, dass der religiöse und gospelige Kern stärker betont wird. Andere feiern gerade die queeren und feministischen Lesarten ihrer Songs. Der Tenor in vielen Diskussionen: Ihre Größe liegt genau darin, dass sie mehreren Perspektiven gleichzeitig standhält.
5. Ticket-Preis-Frust bei Tribute-Shows
Ein sehr gegenwärtiges Thema – auch in Deutschland: Ticketpreise. In Foren wurde öfter kritisiert, dass manche "Tribute to Aretha Franklin"-Abende preislich in der Liga von Original-Acts spielen, obwohl es sich um Cover-Formate handelt. Fans debattieren, ab wann eine Show das wert ist: große Band, Orchester, hochwertige Sänger:innen und aufwendige Lichtshow – ok. Kleiner Coverabend mit Playback-Parts? Eher schwierig. Diese Diskussion zeigt, wie hoch die emotionale Messlatte ist, wenn Arethas Name draufsteht.
Die Stimmung insgesamt: Trotz Streitpunkten ist der Vibe überwiegend respektvoll. Nahezu alle Threads enden mit dem gleichen Punkt – dass niemand ernsthaft bestreitet, wie enorm Arethas Einfluss auf Soul, R&B, Pop und sogar Hip-Hop ist. Die Frage ist nur, wie wir 2026 mit diesem Erbe umgehen: museal und verstaubt oder lebendig, interpretierend, manchmal auch provokant.
Alle Daten auf einen Blick
Auch wenn es 2026 keine neue Aretha-Tour geben kann, lohnt sich ein Blick auf wichtige Eckdaten für Fans in Deutschland – von historischen Meilensteinen bis zu aktuellen Formaten.
| Jahr / Datum | Ereignis | Ort / Bezug | Hinweis für deutsche Fans |
|---|---|---|---|
| 1967 | Release von "I Never Loved A Man The Way I Love You" | USA (Atlantic Records) | Enthält "Respect" – eines der meistgestreamten Soulstücke auch in Deutschland. |
| 1968 | Album "Lady Soul" erscheint | USA | Mit "Chain of Fools" und "(You Make Me Feel Like) A Natural Woman" – Grundpfeiler vieler Tribute-Sets. |
| 1972 | Gospel-Projekt "Amazing Grace" live aufgenommen | New Temple Missionary Baptist Church, Los Angeles | Der zugehörige Film ist auf mehreren Streaming-Plattformen in Deutschland abrufbar. |
| 1987 | Duett "I Knew You Were Waiting (For Me)" mit George Michael | Internationaler Hit | Brückenschlag für 80s- und Pop-Fans, taucht regelmäßig in Retro-Playlists auf. |
| 2009 | Auftritt bei der Amtseinführung von Barack Obama | Washington, D.C. | Der Auftritt mit ikonischem Hut ist einer der meistgeklickten Clips auch in Deutschland. |
| 2018 | Tod von Aretha Franklin | Detroit | Weltweite Tribute-Konzerte, auch in Berlin, Hamburg und München. |
| 2020–2025 | Zahlreiche Remaster- und Vinyl-Reissues | Europaweit | Viele exklusive Pressungen auch bei deutschen Mailorder-Shops und Indie-Stores. |
| laufend | Tribute-Shows & Orchesterprojekte | Berliner Philharmonie, Elbphilharmonie, Kölner Philharmonie u.a. | Tickets meist zwischen 40–100 Euro, je nach Produktionsgröße. |
| laufend | Streaming-Playlists "Best of Aretha" | Spotify, Apple Music, Deezer | Oft mit lokal kuratierten Playlists für den deutschsprachigen Raum. |
Häufige Fragen zu Aretha Franklin
Wer war Aretha Franklin überhaupt – und warum gilt sie als "Queen of Soul"?
Aretha Franklin war eine US-amerikanische Sängerin, Pianistin und Songwriterin, die seit den 1960ern als eine der wichtigsten Stimmen der Musikgeschichte gilt. Geboren 1942 in Memphis und aufgewachsen in Detroit, stand sie schon als Kind in der Kirche auf der Bühne. Ihr Vater war ein prominenter Prediger, bei dem regelmäßig Größen der Black Community, Musiker:innen und Aktivist:innen ein- und ausgingen. Diese Mischung aus Spiritualität, Community und politischem Bewusstsein prägte ihre Kunst von Anfang an.
Sie wird "Queen of Soul" genannt, weil sie wie kaum jemand sonst Emotion, Technik und Ausdruck vereint hat. Sie konnte mit minimalen Vocal-Nuancen einen Song komplett drehen – von zart verletzlich zu kompromisslos fordernd. Klassiker wie "Respect", "Think" oder "Ain't No Way" zeigen, wie sie mit Betonungen spielt, Töne dehnt, Runs setzt und dabei immer eine klare Botschaft sendet: Selbstbestimmung, Würde, Stärke. Viele spätere Superstars – von Whitney Houston über Mariah Carey bis hin zu Beyoncé – verweisen direkt auf Aretha als großes Vorbild.
Welche Songs von Aretha Franklin solltest du als Neueinsteiger:in unbedingt kennen?
Wenn du sie gerade erst entdeckst, lohnt sich ein Mix aus Hits und etwas tiefer gehenden Tracks. Diese Stücke sind ein guter Einstieg:
- "Respect" – ihr Signature-Song, ursprünglich von Otis Redding, aber durch Aretha zum globalen Empowerment-Hymnus geworden.
- "Think" – bekannt auch durch den Film "Blues Brothers", mit einem treibenden Groove und unfassbarer Gesangsenergie.
- "(You Make Me Feel Like) A Natural Woman" – ihre ikonische Ballade, oft gecovert, aber selten mit dieser Intensität erreicht.
- "I Say A Little Prayer" – ein perfektes Beispiel für ihre Fähigkeit, Popmelodien mit Soul-Tiefe zu verbinden.
- "Chain of Fools" – souliger Groove, Gitarrenlicks, perfekte Mischung aus rau und elegant.
- "Ain't No Way" – für viele Fans eine ihrer stärksten Vocal-Leistungen überhaupt.
- "Rock Steady" – groovig, funky, tanzbar, ideal für Leute, die von R&B und Neo-Soul kommen.
Wenn du danach tiefer gehen willst, check "Do Right Woman, Do Right Man", "Spanish Harlem" und ihre Live-Performances von "Dr. Feelgood" oder "Amazing Grace". Gerade die Konzertversionen zeigen, wie sie mit einem Song von Nacht zu Nacht anders umgegangen ist.
Wie beeinflusst Aretha Franklin heute noch aktuelle Musik – auch in Deutschland?
Ihr Einfluss ist größer, als man auf den ersten Blick sieht. Viele Vocal-Techniken, die im modernen R&B und Pop selbstverständlich wirken – melismatische Verzierungen, Call-and-Response mit Chören, das Verschieben von Phrasen gegen den Beat – wurden durch Sängerinnen wie Aretha populär. Wenn du deutsche oder internationale Artists hörst, die Soul- und R&B-Elemente nutzen, steckt oft indirekt ein Aretha-Erbe dahinter.
Auch in Deutschland verweisen Sänger:innen in Interviews immer wieder auf sie. Ob deutschsprachige Soul-Acts, Gospelchöre oder Popkünstlerinnen mit R&B-Kante – viele erzählen, dass sie sich an Arethas kompromissloser Emotionalität orientieren. Sie gilt als Maßstab dafür, wie sehr man sich in einen Song hineinwerfen kann. Und selbst Produzenten, die an zeitgenössischem Deutschrap oder Afropop arbeiten, nennen alte Soul-Platten als Referenz für Groove, Raum im Mix und Vocal-Präsenz.
Gab es Aretha Franklin jemals live in Deutschland?
Anders als einige Motown- oder Soul-Kolleg:innen hat sie nie eine große, dauerhafte Präsenz auf deutschen Bühnen aufgebaut. Ihre Karriere war stark auf die USA fokussiert, mit ausgewählten Festival- und TV-Auftritten international. Es gab einzelne Auftritte in Europa, gelegentlich Festival-Specials, aber nicht den Tour-Marathon, den man heute von globalen Popsuperstars kennt. Zum Teil lag das an gesundheitlichen Einschränkungen, zum Teil an ihrer eigenen Prioritätensetzung.
Für deutsche Fans heißt das im Rückblick: Wer sie live erlebt hat, gehört zu einer sehr kleinen Gruppe. Umso wichtiger sind heute hochwertige Konzertmitschnitte und Tribute-Formate, die zumindest einen Teil der Energie in hiesige Clubs und Hallen holen.
Was unterscheidet Aretha von anderen großen Soul-Stimmen wie Whitney Houston oder Nina Simone?
Whitney Houston steht oft für makellose Technik, Nina Simone für künstlerische Radikalität und politischen Widerstand, während Aretha Franklin als Schnittpunkt von all dem wirkt. Ihre Technik war überragend, aber nie selbstzweckhaft. Sie nutzte ihr Können, um Geschichten und Emotionen zu verstärken, nicht um sie zu überdecken. Im Vergleich zu Whitney klingt sie kantiger, ungeschliffener, gelegentlich fast roh – bewusst, um einen Song glaubwürdig zu machen.
Im Vergleich zu Nina Simone ist Arethas Repertoire stärker im klassischen Soul, Rhythm & Blues und Gospel verankert, während Nina stärker im Jazz und Art-Song-Bereich unterwegs war. Politisch positioniert waren beide; Aretha tat das jedoch oft eingebettet in populäre, radiofreundliche Songs, was ihre Botschaften massentauglich machte. Dieses Spannungsfeld – Mainstream-Erfolg und zugleich klare Haltung – macht sie für heutige Generationen besonders spannend.
Warum sprechen so viele davon, dass Aretha Franklin ein Symbol für Empowerment ist?
Das liegt zum Teil an ihren Songs, aber auch an ihrem Lebensweg. "Respect" wurde in den späten 60ern zur Hymne nicht nur für Frauen, sondern auch für die afroamerikanische Community und Arbeiterrechte. Sie nahm diesen Song eines Mannes, der um Respekt von seiner Partnerin bat, und drehte die Perspektive: Jetzt war es die Frau, die Respekt und Anerkennung einforderte. In einer Zeit, in der Frauenrechte und Bürgerrechte stark umkämpft waren, ging das weit über eine normale Liebesgeschichte hinaus.
Dazu kommt, dass Aretha trotz Rückschlägen, gesundheitlicher Probleme und persönlicher Krisen ihre künstlerische Autonomie immer wieder behauptet hat. Sie verhandelte Gagen selbstbewusst, sagte Auftritte ab, wenn Bedingungen nicht stimmten, und blieb ihrer musikalischen Vision treu. Für viele Frauen – und generell für Menschen, die sich gegen Ungerechtigkeit und Abwertung wehren müssen – ist sie deshalb zu einer Figur geworden, die Mut macht, die eigene Stimme ernst zu nehmen.
Wie kann man Aretha Franklin 2026 am besten entdecken, wenn man nicht mit Vinyl aufgewachsen ist?
Wenn du komplett digital unterwegs bist, geh strategisch vor:
- Starte mit einer gut gepflegten Best-of-Playlist auf deinem Streamingdienst. Achte darauf, dass sowohl Studio- als auch Live-Versionen drin sind – besonders "Amazing Grace" und Live-Versionen von "Dr. Feelgood" oder "Respect" zeigen ihre ganze Kraft.
- Schau dir ein bis zwei Liveclips auf YouTube an – etwa ihr Auftritt bei den Grammys, als sie kurzfristig einen Tenor-Part übernahm, oder ihre Performances für Obama. Achte darauf, wie sie mit Band und Publikum interagiert.
- Wenn in deiner Stadt ein Tribute- oder Orchester-Abend angekündigt ist, nimm Freund:innen mit. Auch wenn es "nur" eine Hommage ist: Du bekommst ein Gefühl dafür, wie ihre Songs im Raum wirken.
- Check anschließend die Original-Alben, nicht nur Compilations. "I Never Loved A Man The Way I Love You" und "Lady Soul" sind perfekte Einstiege, um den Kontext ihrer Hits zu verstehen.
So verbindest du das Archiv (ihre Originalwerke) mit der Gegenwart (Social Media, Live-Projekte) – genau in diesem Spannungsfeld entsteht 2026 der neue Aretha-Hype.
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