Arbeitsmarkt, Lohn

Arbeitsmarkt 2026: Mehr Lohn, weniger China, neue Regeln

15.02.2026 - 20:02:12 | boerse-global.de

Tarifabschlüsse und Gehaltsreformen treffen auf tiefgreifenden Strukturwandel: Während Löhne steigen, sinkt die Abhängigkeit von China und der Fachkräftemangel verschärft sich.

Der deutsche Arbeitsmarkt startet mit einer Tarifeinigung und einem handfesten Strukturwandel ins neue Jahr. Während Millionen Beschäftigte im öffentlichen Dienst mehr Geld erhalten, löst sich die Wirtschaft von ihrer Abhängigkeit von China. Gleichzeitig verschärft der Fachkräftemangel den Wettbewerb um Talente.

Tarifabschluss bringt spürbare Lohnerhöhung

Nach intensiven Verhandlungen steht der Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst der Länder. Rund 2,5 Millionen Beschäftigte erhalten ab April 2026 eine gestaffelte Gehaltserhöhung von insgesamt 5,8 Prozent. Der Abschluss gilt als Zeichen der Stärke der Gewerkschaften in einem leergefegten Arbeitsmarkt. Fachkräfte sind heiß begehrt – und können das nun in bare Münze umsetzen.

Studie: 400.000 Jobs weniger von China abhängig

Die deutsche Exportwirtschaft vollzieht einen tiefgreifenden Wandel. Eine neue Analyse des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) zeigt: Die Zahl der Arbeitsplätze, die vom Geschäft mit China abhängen, ist seit 2021 um etwa 40 Prozent gesunken. Das entspricht einem Verlust von über 400.000 Stellen.

Als Gründe nennen die Experten unfaire Wettbewerbsbedingungen, chinesische Marktschließungen und das Streben Pekings nach Autarkie. Deutsche Unternehmen müssen ihre Absatzmärkte diversifizieren – eine strategische Neuausrichtung mit direkten Folgen für die Personalplanung.

Demografischer Druck verschärft Fachkräftemangel

Die größte Langzeitherausforderung bleibt unverändert: der Fachkräftemangel. Fast ein Viertel der Erwerbstätigen ist zwischen 55 und 64 Jahre alt. Wenn die Babyboomer in Rente gehen, fehlen die Nachfolger. Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) prognostiziert für 2026 erstmals einen Rückgang des Erwerbspersonenpotenzials.

Besonders kritisch ist die Lage im Gesundheitswesen, in der IT und bei Erziehern. Während die Industrie Arbeitsplätze abbaut, wächst der Bedarf im Dienstleistungssektor. Die Lücke wird immer größer.

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Der Fachkräftemangel macht eines klar: Unternehmen müssen ihre Personalprozesse rechtssicher und effizient organisieren. Seit dem BAG-Urteil ist die Arbeitszeiterfassung für Arbeitgeber verpflichtend – wer unvorbereitet bleibt, riskiert Bußgelder und teure Nachzahlungen. Ein kostenloses E‑Book liefert praktische Anleitungen, einsatzbereite Mustervorlagen und erklärt, wie Sie die Arbeitszeiterfassung schnell und rechtssicher umsetzen. Arbeitszeiterfassung jetzt kostenlos downloaden

Neue Transparenz bei Gehältern und höherer Mindestlohn

Für Jobsuchende bringt 2026 mehr Klarheit. Bis Juni muss Deutschland die EU-Entgelttransparenzrichtlinie umsetzen. Künftig müssen Arbeitgeber in Stellenausschreibungen eine Gehaltsspanne nennen. Beschäftigte erhalten zudem das Recht, das Durchschnittsgehalt von Kollegen in vergleichbaren Positionen zu erfahren – aufgeschlüsselt nach Geschlecht.

Diese Offenlegung wird Gehaltsverhandlungen revolutionieren. Ergänzt wird die Reform durch die Erhöhung des gesetzlichen Mindestlohns zu Jahresbeginn. Für viele Beschäftigte im Niedriglohnsektor bedeutet das mehr Geld in der Tasche.

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