Apples Roboter-Trio kämpft gegen Elektroschrott
16.01.2026 - 18:22:12Apple setzt verstärkt auf eigene Roboter, um Elektroschrott zu reduzieren und wertvolle Rohstoffe zurückzugewinnen. Die Spezialroboter Daisy, Dave und Taz sind Kernstück der Strategie für eine geschlossene Kreislaufwirtschaft bis 2030.
Das Unternehmen baut seine proprietäre Robotik-Initiative deutlich aus. Ziel ist es, alte iPhones und andere Geräte präzise zu demontieren. So sollen seltene Erden, Kobalt und Kupfer zurückgewonnen werden. Diese automatisierten Prozesse übertreffen herkömmliches Recycling bei Weitem. Sie verringern die Abhängigkeit vom Bergbau und definieren den Lebenszyklus von Elektronik neu.
Der Ausbau umfasst das Materialrückgewinnungslabor in Austin, Texas, und die Erschließung neuer Märkte. Für Apple ist dies ein entscheidender Schritt zur CO₂-Neutralität der gesamten Lieferkette innerhalb dieses Jahrzehnts. Die Technologiebranche erlebt einen Wandel: Nachhaltigkeit wird genauso wichtig wie technischer Fortschritt.
Drei Roboter, eine Mission: Präzision statt Schredder
Im Zentrum der Hightech-Recyclinganlage arbeiten drei Roboter mit spezialisierten Aufgaben.
Die bekannteste ist Daisy. Sie führt die Demontagelinie an und kann 23 verschiedene iPhone-Modelle zerlegen. Mit einer Geschwindigkeit von 200 Geräten pro Stunde benötigt sie nur etwa elf Sekunden pro Einheit. Ein Luftstrahl von -80°C friert den Akku ein, sodass er sich leicht entfernen lässt. Anschließend löst Daisy präzise Schrauben, um die Komponenten zu trennen. Ein einziger Daisy-Roboter schafft bis zu 1,2 Millionen iPhones pro Jahr und erhält dabei die Qualität der Materialien für die Wiederverwendung.
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Sie wird von Dave und Taz unterstützt. Dave, seit 2020 im Einsatz, übernimmt feinste Arbeiten. Nachdem Daisy das Taptic Engine-Modul ausgebaut hat, öffnet Dave es millimetergenau. So gewinnt er wertvolle Selten-Erd-Magnete und Wolfram zurück.
Taz (seit 2022) löst ein weiteres Problem. Der „Shredder“ trennt mit einer neuartigen Technologie Magnete von Audiomodulen. Im Gegensatz zu konventionellen Schreddern, die alles zu einem Gemisch zermahlen, bleibt das Magnetmaterial intakt. Kritische Seltene Erden, die beim normalen Recycling oft verloren gehen, können so zurückgewonnen werden.
Strategie für den geschlossenen Kreislauf
Die Skalierung des Roboterprogramms ist eine klare Abkehr vom linearen Modell „Herstellen, Nutzen, Entsorgen“. Apple erweitert die Kapazitäten seines Labors in Austin. Die kürzliche Einführung von Dave und Taz auf dem chinesischen Markt zeigt zudem eine strategische Ausweitung in wichtige Regionen.
Grundlage des gesamten Systems ist die Kundenteilnahme am Apple Trade-In-Programm. Jedes zurückgegebene Gerät liefert die Rohstoffe für dieses Ökosystem. Ein verlässlicher Strom aus Altgeräten ermöglicht es der Roboterflotte, effizient zu arbeiten. Aus alten Bauteilen werden so hochwertige Materialien für den Sekundärmarkt und für neue Produkte.
Dieser kreislauforientierte Ansatz ermöglicht die Gewinnung von reinem Kupfer und Batterie-Kobalt. Diese Stoffe können direkt zurück in den Markt fließen oder in neuen Apple-Akkus Verwendung finden.
Messbare Fortschritte für die Klimaziele
Der Ausbau der Roboter-Initiative ist ein Grundpfeiler der Umweltstrategie „Apple 2030“. Das Unternehmen will in seiner gesamten Lieferkette und dem Produktlebenszyklus klimaneutral werden.
Das Energiesparpotenzial ist enorm: Die Rückgewinnung von Aluminium und Gold benötigt nur einen Bruchteil der Energie, die für den Abbau nötig wäre. Dieser Effekt ist bereits spürbar. Der Einsatz von recyceltem Aluminium im MacBook Air halbierte dessen CO₂-Fußabdruck nahezu.
Die Ergebnisse zeigen sich in den Produkten. Apple verwendet inzwischen zu 99 Prozent recycelte Seltene Erden in seinen Magneten. Bereits 2021 stammten fast 20 Prozent aller Materialien in Apple-Produkten aus recycelten Quellen – ein Unternehmensrekord.
Die Effizienz der Roboter ist beeindruckend: Aus nur einer Tonne iPhone-Komponenten gewinnen die Maschinen gleich viel Gold und Kupfer wie aus 2.000 Tonnen abgebautem Gestein.
Vorbildfunktion für eine ganze Branche
Das globale Problem des Elektroschrotts wächst rasant. Herkömmliche Recyclingmethoden schreddern Geräte oft zu einem unbrauchbaren Mix aus Glas, Plastik und Metall. Wertvolle Kleinstmengen an Seltenen Erden gehen so verloren.
Apples Investition in Hochpräzisionsrobotik bietet eine praktikable Alternative. Der Konzern setzt mit der schonenden, automatisierten Demontage einen neuen Industriestandard. Er treibt die Branche voran, indem er Daisy-bezogene Patente kostenlos an andere Unternehmen und Forscher vergibt.
Diese offene Herangehensweise soll Innovationen in der Recycling-Industrie beschleunigen. Der Erfolg von Daisy, Dave und Taz beweist: Umweltschutz lässt sich direkt in die operative Strategie und Lieferkette integrieren.
Die Zukunft: Der vollständig geschlossene Kreislauf
Das langfristige Ziel bleibt klar: Apple will Produkte irgendwann nur noch aus recycelten oder erneuerbaren Materialien herstellen. Die Roboter-Initiative ist ein entscheidender Schritt dorthin. Die kontinuierliche Verbesserung dieser Technologien wird die Rückgewinnungsquoten weiter erhöhen und den ökologischen Fußabdruck verkleinern.
Der Erfolg dieses Kreislaufmodells hängt zunehmend vom Bewusstsein der Verbraucher ab. Ihre Teilnahme an Rücknahme- und Trade-In-Programmen ist essenziell.
Wächst Apples Roboter-Armee weiter, könnte die Zukunft der Technologieherstellung anders aussehen: weniger abhängig vom Bergbau, mehr fokussiert auf die intelligente Rückgewinnung der bereits im Umlauf befindlichen Ressourcen. Die Zukunft ist für Apple nicht nur die nächste Innovation, sondern auch die verantwortungsvolle Demontage des Vorgängermodells.
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