Angehörige, Kranker

Angehörige psychisch Kranker: Das stille Rückgrat der Versorgung

09.02.2026 - 02:39:12

Millionen Angehörige stemmen die psychische Gesundheitsversorgung und sind selbst stark gefährdet. Initiativen und Millionen-Förderung sollen die systemrelevante Gruppe entlasten und stärken.

Millionen Angehörige stemmen in Deutschland die psychische Gesundheitsversorgung mit. Sie sind Partner, Eltern oder Kinder und leisten täglich unbezahlbare Arbeit. Doch die Belastung ist enorm – und die Helfer drohen selbst zu Patienten zu werden. Jetzt gewinnen Initiativen zur Stärkung dieser Gruppe an Fahrt.

Verbände wie der Bundesverband der Angehörigen psychisch erkrankter Menschen (BApK) kämpfen seit Jahren für mehr Unterstützung. Aktuelle politische Debatten, etwa um das Suizidpräventionsgesetz, zeigen jedoch: Die spezifischen Bedürfnisse der Familien müssen noch stärker berücksichtigt werden.

Die doppelte Last der „heimlichen Patienten“

Angehörige tragen eine immense Doppelbelastung. Sie managen Arzttermine, leisten Krisenintervention und helfen im Alltag. Gleichzeitig leiden sie häufig selbst unter den psychischen und physischen Folgen dieser Dauerbelastung.

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Die Zahlen sind alarmierend: Psychische Erkrankungen wie Depressionen bleiben eine Hauptursache für Arbeitsausfälle, wie der DAK-Psychreport 2025 zeigt. In den betroffenen Familien kommt zu der emotionalen oft noch eine finanzielle Belastung hinzu. Experten warnen: Ohne gezielte Entlastung werden die Helfer schnell selbst zu Patienten.

Digitale Hilfe und Millionen-Förderung

Die Unterstützungsangebote passen sich dem Bedarf an. Neben klassischen Selbsthilfegruppen boomen digitale Formate. Online-Foren und bayernweite Gruppen ermöglichen niedrigschwelligen Austausch – unabhängig vom Wohnort.

  • Spezielle Angebote wie das Beratungstelefon „SeeleFon“ bieten anonyme Hilfe von Angehörigen für Angehörige.
  • Die Finanzierung wird gestärkt: Die gesetzlichen Krankenkassen stellen für 2025 rund 101,4 Millionen Euro für die Selbsthilfe bereit.

Dieses Geld sichert die Basisfinanzierung von Gruppen und ermöglicht Projekte. Es deckt Kosten für Räume oder Material und stützt so die ehrenamtliche Arbeit.

Kampf gegen Stigma und für Anerkennung

Ein Kernziel ist die Entstigmatisierung psychischer Krankheiten. Initiativen wie „Die Grüne Schleife“ werben für einen offeneren Umgang. Denn die soziale Ausgrenzung trifft oft die ganze Familie und erhöht den Druck auf die Angehörigen zusätzlich.

Gleichzeitig fordern Verbände mehr Anerkennung im Behandlungsprozess. Die Erfahrungen der Angehörigen sind für Therapeuten wertvoll. Eine stärkere Einbindung in Therapiepläne und politische Entscheidungen ist daher ein zentrales Anliegen.

Ein systemrelevanter Pfeiler unter Druck

Die Angehörigen-Selbsthilfe ist längst systemrelevant. Angesichts des Fachkräftemangels wird ihre Rolle noch wichtiger werden. Die Investition in ihre Gesundheit ist auch ökonomisch klug: Sie kann höhere Folgekosten verhindern.

Kritiker sehen jedoch Nachholbedarf. In vielen Gesetzesvorhaben werde die Unterstützung für Familien noch nicht ausreichend mitgedacht. Nötig sei ein Paradigmenwechsel, der die Gesundheit der gesamten Familie in den Blick nimmt.

Zukunft digital und vernetzt

Die Zukunft der Selbsthilfe wird von zwei Trends geprägt: der Digitalisierung und einer besseren Vernetzung mit Profis. Digitale Tools können die Reichweite vervielfachen. Gleichzeitig müssen Kliniken, Ärzte und Selbsthilfegruppen enger zusammenarbeiten.

Langfristig braucht es stabile politische Rahmenbedingungen und eine nachhaltige Finanzierung. Für Millionen Familien, die im Stillen einen unverzichtbaren Beitrag leisten, bleibt die Stärkung der psychischen Gesundheit im Familienverbund eine der drängendsten Aufgaben.

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