Android-Nutzer, Update-Betrug

Android-Nutzer kämpfen mit Update-Betrug

25.02.2026 - 11:19:45 | boerse-global.de

Cybersicherheitsforscher warnen vor einer Welle hochentwickelter Schadprogramme, die sich als System-Updates tarnen und selbst aktuelle Android-Versionen angreifen.

Eine Welle hochentwickelter Cyberangriffe trifft Android-Nutzer. Cybersicherheitsforscher haben in kurzer Zeit mehrere neue Schadprogramm-Familien entdeckt, die sich als System-Updates tarnen. Im Fokus stehen der Trojaner Oblivion, die KI-Malware PromptSpy und die Scareware TrustBastion. Diese Bedrohungen nutzen komplexe Mechanismen, um selbst neueste Sicherheitsvorkehrungen zu umgehen.

Oblivion-Trojaner knackt Android-Sicherheit

Eine der gravierendsten Entdeckungen ist der Android-Trojaner Oblivion. Experten zufolge wird er im Darknet ab 300 US-Dollar pro Monat vermietet. Die Malware kann die Schutzmechanismen von Android 15 und 16 vollautomatisch aushebeln.

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Der Angriff beginnt mit einer täuschend echten Aufforderung zur Installation eines "kritischen Updates". Stimmt der Nutzer zu, missbraucht die Schadsoftware den Android Accessibility Service, um sich weitreichende Rechte zu verschaffen. Das Programm tarnt sich optisch als legitime Systemanwendung wie Google Services. Anschließend arbeitet es oft unsichtbar im Hintergrund, fängt Kommunikation ab und protokolliert Eingaben.

Echte Systemaktualisierungen kommen niemals über solche Pop-up-Aufforderungen außerhalb der offiziellen Einstellungen oder des Play Stores.

PromptSpy: KI wird zum Werkzeug der Kriminellen

Bereits einige Tage zuvor dokumentierten Forscher einen alarmierenden Meilenstein: Mit PromptSpy wurde die erste Android-Malware identifiziert, die generative KI nutzt. Auch hier startet der Infektionsweg mit einem Update-Betrug.

Nach der Installation greift PromptSpy auf Googles KI-Modell Gemini zu. Die künstliche Intelligenz analysiert den aktuellen Bildschirm und gibt der Malware kontextbezogene Anweisungen. So stellt das Schadprogramm sicher, permanent aktiv zu bleiben. Das Ziel der Angreifer: ein verstecktes Fernwartungsmodul etablieren, um Bildschirme in Echtzeit zu überwachen, PINs abzugreifen und Bankdaten zu stehlen.

Erste Analysen deuten auf eine finanziell motivierte Kampagne hin, die zunächst Nutzer in Argentinien ins Visier nahm.

TrustBastion setzt auf direkte Einschüchterung

Neben verdeckten Angriffen setzen Kriminelle verstärkt auf Einschüchterung. Die Mitte Februar aufgedeckte Malware TrustBastion nutzte die Entwickler-Plattform Hugging Face als Host. Die Anwendung gab sich als nützliches Antivirenprogramm aus.

Nach der Installation meldete die App dem Nutzer jedoch eine massive Virusinfektion. Unter enormem zeitlichen Druck forderte sie ein "rettendes Sicherheitsupdate" – das erst den eigentlichen Schadcode brachte. Diese Scareware-Methode zielt gezielt auf die Panik der Opfer ab.

Sobald die Kriminellen Zugriff hatten, leiteten sie sensible Daten ab oder sperrten Nutzer komplett aus ihren Geräten aus. Experten weisen darauf hin, dass solche bösartigen Repositories nach Löschungen oft schnell unter neuem Namen wieder auftauchen.

Warum funktioniert der Update-Betrug so gut?

Die rasante Abfolge dieser Entdeckungen zeigt eine strategische Verschiebung. Da die Sicherheitsarchitektur von Android immer härter wird, weichen Angreifer auf den Faktor Mensch aus. Täuschend echte Update-Aufforderungen sind effizient, weil Nutzer darauf konditioniert sind, Aktualisierungen schnell zu installieren.

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Google unternimmt enorme Anstrengungen, um das Ökosystem sauber zu halten. Der Dienst Play Protect scannt offiziellen Berichten zufolge rund 350 Milliarden Apps pro Tag. Dennoch finden Kriminelle Wege, Schadcode durch Sideloading oder mehrstufige Prozesse auf die Geräte zu schleusen.

Die Kombination aus psychologischer Manipulation und technologischem Missbrauch macht die Abwehr für den Durchschnittsnutzer zur Herausforderung. Es handelt sich längst nicht mehr um einfache Viren, sondern um anpassungsfähige Werkzeuge für komplette Geräteübernahmen.

So schützen Sie sich vor falschen Updates

IT-Sicherheitsexperten gehen davon aus, dass sich die Qualität von Fake-Update-Kampagnen durch KI weiter drastisch verbessern wird. Die Automatisierung senkt zudem die Einstiegshürde für Kriminelle.

Fachleute raten zu äußerster Skepsis bei Pop-up-Meldungen, die unerwartet im Browser oder in Drittanbieter-Apps erscheinen. App-Aktualisierungen sollten ausschließlich über den offiziellen Google Play Store durchgeführt werden. System-Updates startet man nur über das reguläre Einstellungsmenü des Smartphones.

Die Installation von Apps aus unbekannten Quellen sollte in den Geräteeinstellungen dauerhaft deaktiviert bleiben. Besonders kritisch ist der restriktive Umgang mit Berechtigungen: Der Zugriff auf die Bedienungshilfen sollte nur jenen Anwendungen erteilt werden, bei denen dies absolut notwendig ist.

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