Android-Malware, Arsink

Android-Malware Arsink stiehlt Daten von Zehntausenden Geräten

12.02.2026 - 03:09:11

Der hochentwickelte Android-Spionagetrojaner Arsink nutzt Cloud-Dienste zur Tarnung und hat bereits zehntausende Smartphones kompromittiert. Experten warnen vor modifizierten Pro-Apps als Infektionsweg.

Der aggressive Remote-Access-Trojaner „Arsink“ hat bereits rund 45.000 Android-Smartphones in über 140 Ländern infiziert. Sicherheitsforscher warnen vor der hochentwickelten Spionagesoftware, die persönliche Daten im großen Stil abgreift.

Was die „Arsink“-Malware so gefährlich macht

„Arsink“ ist ein vollwertiges Spionagewerkzeug. Einmal installiert, liest der Trojaner Textnachrichten, Kontaktlisten und Anrufprotokolle aus. Er verfolgt sogar den genauen Standort des Geräts. Die Angreifer können aus der Ferne das Mikrofon aktivieren, um Gespräche aufzuzeichnen, oder sämtliche Dateien auf dem Speicher löschen.

Besonders raffiniert: Die Malware tarnt ihre Kommunikation. Sie nutzt legitime Cloud-Dienste wie Google Drive und Telegram für die Steuerung und den Datenabfluss. Nach der Installation versteckt sie ihr Symbol auf dem Startbildschirm, um unentdeckt zu bleiben.

So gelangt die Schadsoftware auf die Geräte

Die Hintermänner setzen auf eine perfide Taktik. Sie verbreiten „Arsink“ als modifizierte „Pro“-Versionen beliebter Apps. Angebliche Premium-Versionen von WhatsApp, Instagram oder TikTok kursieren außerhalb des offiziellen Google Play Stores. Nutzer, die diese Apps aus inoffiziellen Quellen installieren, infizieren ihr Gerät.

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Anzeichen einer Infektion erkennen

Malware hinterlässt oft Spuren. Diese Warnsignale deuten auf eine Infektion hin:

  • Spürbare Verlangsamung: Das Gerät reagiert träge, da die Schadsoftware im Hintergrund Ressourcen frisst.
  • Schnell leerer Akku: Unoptimierte Malware beansprucht die Batterie stärker als normale Apps.
  • Ungewöhnliche Pop-ups: Plötzlich auftauchende Werbung oder Browser-Umleitungen sind klassische Symptome.
  • Hoher Datenverbrauch: Ein unerklärlicher Anstieg kann bedeuten, dass Daten im Hintergrund abfließen.
  • Verdächtige Berechtigungen: Eine Taschenlampen-App, die Zugriff auf Kontakte oder das Mikrofon will, ist alarmierend.

Schritt-für-Schritt: So entfernen Sie die Malware

Bei Verdacht auf eine Infektion sollten Sie sofort handeln.

1. Abgesicherten Modus starten
Starten Sie Ihr Smartphone im abgesicherten Modus. Dieser lädt nur System-Apps und verhindert so die Ausführung der Schadsoftware, was die Entfernung erleichtert.

2. Verdächtige Apps deinstallieren
Gehen Sie in den Einstellungen zu „Apps“ und suchen Sie nach kürzlich installierten oder unbekannten Anwendungen. Deinstallieren Sie diese. Blockiert die App die Deinstallation, entziehen Sie ihr zuvor unter „Sicherheit“ > „Geräteadministrator-Apps“ die Administratorrechte.

3. Browser-Cache löschen
Beseitigen Sie aufdringliche Werbung, indem Sie den Cache und die Daten Ihres Browsers in den Einstellungen löschen.

4. Sicherheits-Scan durchführen
Installieren Sie eine vertrauenswürdige Antiviren-App von Anbietern wie Bitdefender oder McAfee und führen Sie einen vollständigen System-Scan durch.

5. Letzter Ausweg: Werksreset
Bei anhaltenden Problemen bleibt nur der Reset auf Werkseinstellungen. Wichtig: Sichern Sie vorher alle wichtigen Daten wie Fotos und Dokumente, da dieser Schritt alles löscht.

Warum Android besonders anfällig ist

Die „Arsink“-Kampagne offenbart systemische Schwächen. Ein Hauptproblem ist die Fragmentierung des Android-Ökosystems. Aktuell erhalten über 40 Prozent aller aktiven Geräte keine Sicherheitsupdates mehr, weil sie mit veralteten Betriebssystemversionen laufen. Diese werden zum leichten Ziel für Angreifer.

Gleichzeitig zeigt der Fall, dass auch der offizielle Google Play Store nicht immun gegen Schadsoftware ist. Die zunehmende Raffinesse der Malware, die legitime Dienste zur Tarnung nutzt, stellt Sicherheitsunternehmen vor ständig neue Herausforderungen.

Wachsamkeit ist der beste Schutz

Experten erwarten, dass Angreifer ihre Methoden weiter verfeinern. Künftige Malware könnte vermehrt auf Künstliche Intelligenz setzen, um sich dynamisch anzupassen und Erkennungen zu umgehen.

Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) rät Nutzern daher zu grundlegender Vorsicht:
* Apps ausschließlich aus vertrauenswürdigen Quellen wie dem Google Play Store beziehen.
* Angeforderte Berechtigungen bei jeder Installation kritisch hinterfragen.
* Das Betriebssystem und Apps regelmäßig aktualisieren.
* Ein gesundes Misstrauen gegenüber unbekannten Links und App-Angeboten bewahren.

Trotz Schutzmaßnahmen wie Googles „Play Protect“ liegt die letztendliche Verantwortung beim Anwender.

@ boerse-global.de

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