Europa Schluss: Börsen brechen wegen Iran-Krieg ein
03.03.2026 - 18:39:11 | dpa.deDieser werde politisch als Eskalation wahrgenommen - an den Finanzmärkten sei er vor allem ein Energie-, Inflations- und Zinsereignis, schrieb Beat Thoma, Anlagechef des Vermögensverwalters Fisch Asset Management. Entscheidend sei die Straße von Hormus: Ein beträchtlicher Teil des globalen Ölflusses sowie relevante LNG-Mengen liefen durch dieses Nadelöhr. "Bleibt der Seeweg länger gestört, droht nicht nur ein Ölpreisschub, sondern auch ein Gas-/LNG-Schock", fuhr der Experte fort. Gerade letzteres sei in Europa oft der sensiblere Treiber für Inflationserwartungen und langfristige Renditen.
Der EuroStoxx 50 EU0009658145 fiel um 3,59 Prozent auf 5.771,73 Punkte und erreichte damit das Niveau von Ende letzten Jahres. Der Eurozonen-Leitindex verzeichnete zudem den größten prozentualen Tagesverlust seit Anfang April. Seinerzeit hatten die Zollankündigungen des neuen alten US-Präsidenten Donald Trump die Aktienmärkte in Aufruhr versetzt.
Außerhalb der Eurozone büßte der britische Leitindex FTSE 100 GB0001383545 ("Footsie") am Dienstag 2,75 Prozent auf 10.484,13 Punkte ein. Der Schweizer SMI CH0009980894 verlor 3,10 Prozent auf 13.404,93 Punkte.
Israel hat bei neuen Angriffen auf Teheran wieder den iranischen Machtapparat ins Visier genommen. Äußerungen von US-Regierungsmitgliedern warfen derweil neue Fragen zur Begründung der Angriffe auf - insbesondere, ob sich die USA von Israel in den Krieg hineinziehen lassen haben, der schon jetzt Folgen für einen großen Teil des Nahen Ostens hat.
Damit dominiert Unsicherheit an den Börsen. "Diejenigen Anleger, die auf kurze Beine geopolitischer Börsen gesetzt haben, werden derzeit eines Besseren belehrt", schrieb Marktanalyst Timo Emden von Emden Research. Investoren sorgten sich wegen Lieferunterbrechungen und einer möglichen Ausweitung des Konflikts.
Die Entwicklung der einzelnen Sektoren spiegelte diese Bedenken wider. Die von intakten Lieferketten abhängige Einzelhandelsbranche CH0019112553 etwa stand mit einem Minus von rund vier Prozent sehr stark unter Druck. Bankaktien EU0009658806 litten unter der Furcht vor schlechteren Geschäften, falls der Iran-Krieg das Wirtschaftswachstum spürbar bremsen sollte. So sackten die Anteilsscheine von Santander ES0113900J37 unter den Schlusslichtern im EuroStoxx um mehr als sechs Prozent ab. Die defensiven Telekomtitel EU0009658947 hingegen hielten sich besser als der Gesamtmarkt.
Unter den Einzeltiteln rutschten Zurich CH0011075394 mit einem Minus von 6,7 Prozent an das SMI-Ende. Der Versicherungskonzern hatte mit einer Kapitalerhöhung Milliarden für die Finanzierung der geplanten Übernahme des britischen Spezialversicherers Beazley GB00BYQ0JC66 eingesammelt.
Als klares Schlusslicht im "Footsie" brachen die Papiere des Prüf- und Inspektionsunternehmens Intertek GB0031638363 nach der Präsentation von Geschäftszahlen um mehr als 18 Prozent ein. Analysten verwiesen auf ein langsameres Wachstum in den letzten Monaten 2025 sowie auf Prognosen für Restrukturierungskosten und Nettofinanzierungskosten, die höher ausgefallen seien als erwartet.
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