AMD, Arista

AMD gewinnt bei Arista: Nvidias KI-Chip-Monopol bröckelt

15.02.2026 - 21:00:12

Networking-Spezialist Arista ersetzt bei einem Viertel seiner KI-Installationen Nvidia durch AMD-Chips. Dies markiert einen strategischen Wechsel und zeigt wachsende Konkurrenz im KI-Hardware-Markt.

Der KI-Boom hat den Markt für Grafikchips zum Schlachtfeld um die technologische Vorherrschaft gemacht. Jetzt zeigt ein Schlüsselpartner den ersten spürbaren Riss in Nvidias scheinbar uneinnehmbarer Dominanz.

Networking-Riese Arista Networks setzt bei einem Viertel seiner aktuellen KI-Installationen auf AMD – vor einem Jahr lag Nvidias Anteil noch bei 99 Prozent. Diese Enthüllung des CEO Jayshrie Ullal im Rahmen der Quartalszahlen ließ die Börse aufhorchen: Die Aktie von AMD stieg um 1,7 Prozent, während Nvidia fast drei Prozent verlor. Es ist das bislang deutlichste Signal, dass Kunden nach ernstzunehmenden Alternativen zum Marktführer suchen.

Warum Aristas Wechsel ein Wendepunkt ist

Arista ist kein gewöhnlicher Kunde. Das Unternehmen liefert die Hochgeschwindigkeits-Netzwerkschalter, die Zehntausende GPUs in Rechenzentren verbinden. Seine Präferenz gilt daher als starker Indikator für den gesamten Sektor. Der Wechsel zu AMD ist strategischer Natur und fällt in eine Zeit, in der Nvidia mit seiner eigenen Spectrum-X-Networking-Plattform zunehmend in den Markt traditioneller Partner wie Arista vordringt.

Analysten sehen darin eine kluge Gegenstrategie: Durch die Förderung eines Multi-Anbieter-Umfelds mit AMD will Arista wettbewerbsfähige Preise sichern und die Abhängigkeit von einem einzigen Lieferanten vermeiden. Ein notwendiger Schritt, um sich im eigenen Geschäft zu behaupten.

AMDs langer Marsch in die Rechenzentren

Der Erfolg bei Arista ist der vorläufige Höhepunkt einer mehrjährigen Offensive von AMD. Mit der MI300-Serie und einer aggressiven Roadmap bis hin zur MI450 zielt der Konkurrent gezielt auf den lukrativen Markt für KI-Training und -Inferenz ab. Das Management spricht von einem Wendepunkt in der KI-Adoption – getrieben durch explodierende Investitionen.

Hyperscaler wie Amazon, Google, Meta und Microsoft sollen ihre Ausgaben für KI-Infrastruktur 2026 um bis zu 70 Prozent auf rund 650 Milliarden Euro steigern. In diesem gigantischen Strom an Investitionen festigt AMD seine Position als einziger ernsthafter Herausforderer, auch wenn sein Marktanteil noch weit hinter Nvidias geschätzten 80 bis 90 Prozent liegt.

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Nvidias Festung: Die Software-Macht

Doch der Marktführer ist alles andere als geschlagen. Nvidias größter Vorteil ist nicht nur die Hardware, sondern sein proprietäres CUDA-Software-Ökosystem. Millionen Entwickler arbeiten mit dieser Plattform – ein gewaltiger Wettbewerbsvorteil, den Konkurrenten nur schwer überwinden können.

Zudem arbeitet Nvidia bereits an der nächsten Generation: Die „Rubin“-Architektur soll Ende 2026 einen weiteren Leistungssprung bringen. Das Unternehmen erweitert seine KI-Plattform auch über Rechenzentren hinaus in industrielle Anwendungen. Die kommenden Quartale werden zeigen, wie es seine marktbeherrschende Stellung gegen die wachsende Konkurrenz verteidigt.

Der Markt reift: Mehr Spieler, mehr Wahl

Aristas Schritt ist symptomatisch für einen reifenden Markt. In der ersten Goldgräberstimmung ging es nur darum, überhaupt leistungsstarke Chips zu bekommen. Heute zählen zunehmend Kosten, Lieferketten-Resilienz und Energieeffizienz.

Diese Entwicklung öffnet die Tür für weitere Anbieter. Intel drängt mit seinen Gaudi-3-Accelerern auf den Markt, die im zweiten Quartal über Partner wie Dell verfügbar sein sollen. Sogar OpenAI testet breiter: Das KI-Labor kündigte kürzlich ein Modell an, das auf Chips des Start-ups Cerebras Systems läuft.

Für die Unternehmen, die die KI-Infrastruktur der Zukunft bauen, ist diese wachsende Rivalität ein willkommener Trend. Sie verspricht mehr Auswahl, bessere Leistung und stabilere Lieferketten für die Chips, die die intelligente Wirtschaft antreiben. Der Kampf um den Multi-Billionen-Dollar-Preis hat erst begonnen.

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