Alzheimer-Risiko, Geistige

Alzheimer-Risiko: Geistige Aktivität senkt Gefahr um 40 Prozent

22.02.2026 - 15:49:12 | boerse-global.de

Langzeitforschung belegt: Lebenslanges Lernen und geistige Herausforderungen können eine Demenz-Diagnose um bis zu sieben Jahre verzögern und das Risiko deutlich reduzieren.

Eine Langzeitstudie zeigt: Wer sein Gehirn lebenslang fordert, erkrankt deutlich seltener an Demenz. Die Ergebnisse kommen genau zum richtigen Zeitpunkt.

Geistige Fitness schützt vor Demenz – und verzögert sie um Jahre. Das belegen neue Daten aus den USA, die diese Woche im Fachjournal „Neurology“ erschienen. Forscher des Rush University Medical Centers in Chicago fanden heraus: Kontinuierliche geistige Aktivität kann das Alzheimer-Risiko um fast 40 Prozent senken. Die Diagnose lässt sich so um bis zu sieben Jahre nach hinten verschieben.

Studie: Lesen und Lernen baut kognitive Reserve auf

Die Wissenschaftler um Andrea Zammit begleiteten knapp 2.000 ältere Menschen über acht Jahre. Das Ergebnis ist eindeutig: Die geistig aktivsten Teilnehmer erkrankten zu 21 Prozent an Alzheimer. In der inaktiven Gruppe waren es 34 Prozent. Das entspricht einer Risikoreduktion von 38 Prozent.

„Es braucht kein Spezialtraining“, erklärt Zammit. Entscheidend sei die lebenslange Kontinuität. Die Studie erfasste Aktivitäten wie regelmäßiges Lesen, Schreiben, Museumsbesuche oder das Erlernen von Fremdsprachen. Jede neue Herausforderung stärkt neuronale Netzwerke und baut eine kognitive Reserve auf. Diese hilft dem Gehirn, Abbauprozesse länger zu kompensieren.

Der Schutzeffekt blieb selbst dann bestehen, als Faktoren wie Bildung oder Alter statistisch herausgerechnet wurden. Die aktivsten Probanden erhielten ihre Alzheimer-Diagnose im Schnitt mit 94 Jahren – sechs Jahre später als die inaktive Gruppe.

Rückschlag für Medikamente unterstreicht Präventionswert

Die Studie gewinnt zusätzliche Brisanz durch eine aktuelle Entscheidung in Deutschland. Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) sprach dem neuen Alzheimer-Wirkstoff Lecanemab erst vergangene Woche einen belegten Zusatznutzen ab.

Die Erwartungen an das Medikament waren enorm. Doch die Belege für klinische Effekte fehlen laut G-BA bislang. Während der medikamentöse Durchbruch auf sich warten lässt, rückt die Eigenverantwortung in den Fokus. „Die Aufrechterhaltung der geistigen Gesundheit ist derzeit eine der verlässlichsten Strategien“, betonen Experten.

Gezieltes Tempo-Training senkt Risiko um 25 Prozent

Neben Alltagsaktivitäten zeigen auch spezifische Übungen Wirkung. Eine parallel veröffentlichte Auswertung der 20-jährigen ACTIVE-Studie kommt zu einem ähnlichen Ergebnis: Ein visuelles Geschwindigkeitstraining konnte das Demenzrisiko um ein Viertel senken.

Knapp 3.000 Teilnehmer lernten dabei, Informationen auf einem Bildschirm schneller zu verarbeiten. Herkömmliche Logik- oder Gedächtnistrainings zeigten in dieser Langzeitstudie nicht denselben starken Effekt. Mediziner führen das auf die Neuroplastizität zurück – die Fähigkeit des Gehirns, sich durch gezielte Reize neu zu vernetzen.

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Gesellschaft braucht neue Ansätze für lebenslanges Lernen

Die Erkenntnisse haben weitreichende Folgen für Gesundheitswesen und Arbeitswelt. Bislang investieren Unternehmen vor allem in körperliche Gesundheitsprogramme. Systematische Ansätze zur kognitiven Fitness fehlen oft.

Dabei liegen die Vorteile auf der Hand: Ein um Jahre verzögerter Alzheimer-Ausbruch bedeutet mehr Lebensqualität für Betroffene und könnte Pflegesysteme um Milliarden entlasten. Gesundheitsexperten fordern deshalb stärkere Investitionen in öffentliche Bibliotheken, Volkshochschulen und digitale Lernangebote.

Künftig könnten kognitive Trainings-Apps sogar auf Rezept verschrieben werden. Eines ist jetzt schon klar: Das Gehirn regelmäßig zu fordern, bleibt die wirksamste Waffe gegen den geistigen Verfall.

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