Alzheimer-Diagnostik, Bluttest

Alzheimer-Diagnostik: Bluttest sagt Symptome voraus

27.02.2026 - 00:48:16 | boerse-global.de

Neue Bluttests und Netzhautuntersuchungen ermöglichen die Alzheimer-Erkennung bis zu 20 Jahre vor Symptomen. Dies macht moderne Therapien effektiver und rückt eine beherrschbare Erkrankung näher.

Ein neuer Bluttest kann Alzheimer nicht nur erkennen, sondern auch vorhersagen, wann die ersten Symptome auftreten. Gleichzeitig eröffnet die Netzhaut des Auges als „Fenster zum Gehirn“ einen weiteren Weg für die Früherkennung. Diese Durchbrüche kommen genau zum richtigen Zeitpunkt.

Neue Medikamente wirken am besten, wenn sie Jahre vor den ersten Gedächtnisproblemen eingesetzt werden. Die jetzt mögliche frühe Identifizierung von Risikopersonen verändert den Kampf gegen die Krankheit grundlegend. Sie rückt das Ziel, Alzheimer zu einer beherrschbaren chronischen Erkrankung zu machen, in greifbare Nähe.

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Bluttest misst Alzheimer-Protein mit hoher Präzision

Den Kern des Fortschritts bildet eine Studie im Fachblatt Nature Medicine. Forscher zeigen darin die erstaunliche Vorhersagekraft eines Bluttests für das Protein p-tau217. Dieses Protein ist ein direkter Biomarker für die typischen schädlichen Ablagerungen im Alzheimer-Gehirn.

Der Test kann nicht nur zwischen Gesunden und Erkrankten unterscheiden. Er prognostiziert auch, in welchem Zeitraum mit dem Einsetzen von Symptomen wie Vergesslichkeit zu rechnen ist. Bisher waren für eine sichere Diagnose teure PET-Scans oder invasive Lumbalpunktionen nötig.

Ein einfacher Bluttest würde die Diagnostik demokratisieren. Eine spanische Studie bestätigte die hohe Treffsicherheit: Die diagnostische Genauigkeit stieg durch den Test von 75,5 auf 94,5 Prozent.

Netzhaut-Scan als nicht-invasive Alternative

Parallel dazu eröffnet die Augenheilkunde einen faszinierenden zweiten Weg. Eine US-Studie legt nahe, dass Veränderungen im äußeren Bereich der Netzhaut ein frühes Alzheimer-Anzeichen sein könnten.

Die Methode nutzt eine einfache, nicht-invasive Weitwinkel-Bildgebung. Sollte sie sich bewähren, könnte ein solcher Scan Teil der Routine beim Augenarzt werden. Das wäre eine kostengünstige und breit verfügbare Vorsorge-Option für Millionen Menschen.

Frühe Diagnose macht neue Medikamente erst wirksam

Warum ist dieser zeitliche Vorsprung so entscheidend? Die Antwort liegt in den neuen Therapien. Wirkstoffe wie Lecanemab entfernen schädliche Ablagerungen im Gehirn und können den Abbau verlangsamen.

Ihre Wirksamkeit ist jedoch am größten, wenn sie in einem sehr frühen Stadium einsetzen. Sind erst einmal zu viele Gehirnzellen zerstört, kann der Prozess nicht mehr umgekehrt werden. Die neuen Tests identifizieren Risiken nun 15 bis 20 Jahre vor den ersten Symptomen.

Das gibt Ärzten und Patienten wertvolle Zeit. Sie können mit Lebensstiländerungen und den neuen Therapien den Krankheitsverlauf maßgeblich beeinflussen.

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Ethische Fragen und der Weg in die Praxis

Tests wie der „Elecsys pTau181“ von Roche besitzen bereits eine CE-Zulassung und werden die Versorgung verändern. Sie vereinfachen die Diagnose und sparen Kosten. Doch sie werfen auch schwierige Fragen auf.

Wie geht man mit einem positiven Ergebnis um, wenn es noch keine Heilung gibt? Der psychologische Stress einer solchen Vorwarnung ist eine enorme Herausforderung. Zudem hinkt die Versorgungspraxis den wissenschaftlichen Fortschritten oft hinterher.

In Deutschland sieht der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) für Lecanemab aktuell keinen belegten Zusatznutzen. Das zeigt die Diskrepanz zwischen Durchbruch und Patientenverfügbarkeit.

Die nächsten Jahre werden entscheidend sein. Bluttests werden zunächst in spezialisierten Gedächtniskliniken Einzug halten. Langfristig könnte die Kombination aus präziser Früherkennung und wirksamen Therapien Alzheimer beherrschbar machen. Die gewonnene Zeit ist der wichtigste Faktor im Kampf gegen das Vergessen.

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