Alzheimer-Bluttests revolutionieren die Früherkennung
06.02.2026 - 17:56:12Ein einfacher Bluttest kann Alzheimer nun Jahre vor den ersten Symptomen erkennen. Mehrere Tests haben in Europa und den USA die Zulassung erhalten und ebnen den Weg für eine neue Ära der Diagnostik. Sie könnten teure und belastende Verfahren wie Hirnscans ersetzen.
Ein Protein verrät die Krankheit
Im Zentrum der neuen Generation von Bluttests steht der Biomarker p-Tau217. Dieses spezifische Protein im Blut korreliert eng mit den für Alzheimer typischen Proteinablagerungen im Gehirn. Die Veränderungen beginnen bis zu 20 Jahre vor Gedächtnisverlust.
- Der Marker kann Alzheimer von anderen Demenzformen unterscheiden.
- Einige Tests sagen das Erkrankungsrisiko bis zu 17 Jahre im Voraus voraus.
Vom Speziallabor zur Hausarztpraxis
Der größte Vorteil ist die einfache Handhabung. Statt aufwändiger PET-Scans oder Nervenwasserpunktionen reicht künftig eine Blutprobe aus der Hausarztpraxis. Das entlastet die überfüllten Spezialkliniken und beschleunigt die Diagnose erheblich. Ein unauffälliges Testergebnis kann Alzheimer mit hoher Wahrscheinlichkeit ausschließen und so teure Folgeuntersuchungen vermeiden.
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Roche und Lilly treiben Zulassung voran
Mehrere Unternehmen sind bereits weit vorangeschritten. Der Pharmariese Roche hat für seinen „Elecsys pTau181“-Test sowohl die CE-Kennzeichnung in Europa als auch die FDA-Zulassung in den USA erhalten. Ein noch präziserer Test („Elecsys pTau217“), entwickelt mit Eli Lilly, erhielt von der FDA den Status „Breakthrough Device“ für ein beschleunigtes Verfahren.
Aktuell kommen die Tests in Deutschland vor allem in Spezialzentren oder klinischen Studien zum Einsatz. Der flächendeckende Routineeinsatz beim Hausarzt wird derzeit vorbereitet.
Turbo für die Medikamentenforschung
Die neuen Tests lösen ein zentrales Problem der Alzheimer-Forschung: Sie ermöglichen es, passende Studienteilnehmer im Frühstadium der Krankheit effizient zu finden. Neue Therapien wirken vermutlich am besten, bevor irreversible Hirnschäden entstehen. Doch die Technologie wirft auch ethische Fragen auf: Was bedeutet ein positives Ergebnis für gesunde Menschen, wenn es noch keine Heilung gibt? Ärzte betonen daher, dass die Tests zunächst nur bei Menschen mit konkreten Beschwerden eingesetzt werden sollten.
Der Weg zur integrierten Vorsorge
Experten erwarten, dass die Bluttests in wenigen Jahren zum Standard in Gedächtnisambulanzen werden. Forschungsprojekte wie am Deutschen Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE) prüfen die Zuverlässigkeit in der Allgemeinbevölkerung. Das langfristige Ziel ist klar: eine extrem frühe Diagnose mit Therapien zu kombinieren, die den Krankheitsprozess stoppen, bevor er das Leben zerstört.


