Altruist, Hazel

Altruist Hazel: KI-Taxplaner löst Börsenturbulenzen aus

11.02.2026 - 14:54:12

Ein neues KI-Tool von Altruist automatisiert die Steuerplanung und verursachte Kursverluste bei etablierten Finanzdienstleistern. Die Plattform analysiert Kundendaten in Minuten und bietet interaktive Szenarien.

Ein neuer KI-gesteuerter Steuerplanungs-Modul der Fintech-Firma Altruist hat die Vermögensverwaltungsbranche aufgeschreckt. Die Ankündigung löste am Dienstag deutliche Kursverluste bei etablierten Finanzdienstleistern aus.

Die neue Funktion in der Hazel-Plattform automatisiert die Erstellung komplexer, personalisierter Steuerstrategien. Sie soll Beratern Stunden manueller Arbeit ersparen. Die KI analysiert dafür Kundendokumente wie Steuererklärungen, Kontoauszüge und Notizen – und liefert binnen Minuten umfassende Pläne. Das Ziel: Berater können sich stärker auf strategische Kundenberatung konzentrieren.

Hazel wurde erst im September 2025 nach der Übernahme des KI-Startups Thyme eingeführt. Über 1.000 Vermögensverwalter nutzen die Plattform bereits. Die Steuerplanung ist der erste Schritt einer geplanten Erweiterungsserie.

Vom Datenchaos zur Handlungsempfehlung

Der Kern der Innovation liegt in der Synthese unstrukturierter Daten aus verschiedensten Quellen. Der KI-Algorithmus identifiziert automatisch Steuersparpotenziale und Planungsmöglichkeiten, ohne aufwändige manuelle Dateneingabe. Das System vereint firmeninterne Informationen mit Markt- und Regulierungsdaten.

Ein Highlight ist die interaktive Szenario-Modellierung. Berater können mit Kunden in Echtzeit „Was-wäre-wenn“-Fragen durchspielen. Etwa: Welche Steuerfolgen hat ein Hausverkauf, eine hohe Bonus-Zahlung oder der Übergang in die Rente? Die Projektionen lassen sich sofort anpassen. Die Ergebnisse können live besprochen oder als ausgefeilter Report exportiert werden.

Das Tool steht allen Beratungsfirmen offen – unabhängig davon, ob sie Altruist als Depotbank nutzen. Das vergrößert das disruptive Potenzial erheblich.

Börse reagiert mit Verlusten auf Disruptionsängste

Die Ankündigung schlug an der Wall Street sofort auf die Kurse durch. Die Aktien großer Finanzdienstleister wie Charles Schwab, Raymond James Financial und LPL Financial büßten zwischen fünf und zehn Prozent ein.

Branchenanalysten führen die Verluste auf fundamentale Ängste zurück. KI-getriebene Effizienzgewinne könnten zu langfristigem Gebührendruck und deutlichen Marktanteilsverschiebungen führen. Die Entwicklung ist Teil eines größeren Trends: KI automatisiert zunehmend wissensintensive Dienstleistungen – von der Rechtsberatung bis zum Steuerwesen.

Altruist festigt mit dem Schritt seine Position als disruptive Kraft. Das Unternehmen gibt an, rund 5.700 Berater auf seiner Plattform zu haben und ist nach Beraterzahl die drittgrößte Depotbank für unabhängige Vermögensverwalter in den USA.

Datensicherheit als zentrale Zusage

Angesichts der sensiblen Finanzdaten betont Altruist hohe Sicherheitsstandards. Hazel arbeite mit robuster Enterprise-Verschlüsselung. Ein entscheidender Punkt: Das Unternehmen hat keine Datenaufbewahrungsvereinbarungen mit seinen externen KI-Modellanbietern. Kundendaten werden von diesen weder gespeichert noch zum Training zukünftiger KI-Modelle genutzt.

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Altruist stellt klar: Hazel liefert tiefgehende Analysen, aber keine steuerliche Beratung im rechtlichen Sinne. Diese Verantwortung verbleibt beim menschlichen Berater. Das Tool positioniert sich als leistungsstarker „Co-Pilot“, der ergänzt, nicht ersetzt.

Der Start markiert eine neue Phase der technologischen Evolution in der Vermögensverwaltung. Die Fähigkeit, komplexe Finanzsituationen schnell zu analysieren, wird zum entscheidenden Wettbewerbsvorteil. Dies ist nur der erste von mehreren geplanten Planungs-Bausteinen für Hazel. Die Branche wird genau beobachten, wie sich diese Werkzeuge durchsetzen und das Wettbewerbsgefüge langfristig verändern.

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