Alphabet, KI-Plattform

Alphabet: KI-Plattform Gemini knackt 750-Millionen-Nutzer-Marke

05.02.2026 - 17:32:12

Alphabets KI-Offensive treibt Cloud-Umsatz und Nutzerzahlen massiv, doch die Ankündigung einer nahezu verdoppelten Investitionssumme für 2026 belastet die Aktie.

Alphabets KI-Offensive zahlt sich aus: Die Gemini-Plattform erreicht über 750 Millionen monatliche Nutzer und treibt den Cloud-Umsatz massiv an. Doch die gewaltigen Investitionspläne für 2026 schocken die Anleger.

Der Mutterkonzern von Google hat am Mittwochabend (Ortszeit) Zahlen vorgelegt, die einen Wendepunkt markieren. Für das vierte Quartal 2025 meldete Alphabet einen Umsatz von 113,8 Milliarden US-Dollar – ein Plus von 18 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Der Nettogewinn stieg sogar um 30 Prozent auf 34,5 Milliarden Dollar. Der Treiber hinter diesem Rekord: die künstliche Intelligenz.

KI-Boom treibt Cloud-Umsatz in die Höhe

Am deutlichsten zeigt sich der Erfolg der KI-Strategie im Cloud-Geschäft. Die Einnahmen der Sparte Google Cloud schnellten im vierten Quartal um 48 Prozent auf 17,7 Milliarden Dollar nach oben. Für das Gesamtjahr 2025 übertraf der Cloud-Umsatz erstmals die Marke von 70 Milliarden Dollar.

Verantwortlich ist die enorme Nachfrage von Unternehmen nach KI-Infrastruktur. Sie migrieren ihre Daten vermehrt zu Google, um die hauseigenen Tensor Processing Units (TPUs) und die Plattform Vertex AI zu nutzen. Diese ermöglicht es Firmen, die Gemini-Modelle für ihre spezifischen Bedürfnisse anzupassen. „Unternehmen setzen zunehmend auf unsere KI-Infrastruktur und -Lösungen“, erklärte Finanzchefin Ruth Porat.

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Gemini: 100 Millionen neue Nutzer in drei Monaten

Das Herzstück der Offensive ist die KI-Plattform Gemini. Wie CEO Sundar Pichai bekannt gab, hat die Anwendung allein im letzten Quartal 100 Millionen neue monatlich aktive Nutzer gewonnen. Insgesamt nutzen nun über 750 Millionen Menschen monatlich Gemini oder die dazugehörigen Dienste.

Dieser Schub wird vor allem der Ende 2025 eingeführten Gemini-3-Modell-Generation zugeschrieben. Sie habe Leistung und Nutzerbindung deutlich verbessert, so Analysten. Pichai betonte zudem die massive Verbreitung in der Wirtschaft: Unternehmenskunden verarbeiten über direkte API-Schnittstellen bereits über zehn Milliarden Tokens pro Minute mit Googles KI-Modellen.

Zwar liegt Gemini in der Nutzerzahl noch hinter dem Konkurrenten OpenAI ChatGPT (über 800 Millionen wöchentliche Nutzer). Die Lücke schließt sich jedoch rapide. Ein Grund ist die tiefe Integration in Googles Ökosystem aus Android, Workspace und – seit Januar 2026 – sogar Apples Siri. Diese Partnerschaft mit Apple bringt die KI-Technologie zu Millionen iPhone-Nutzern und sichert Google relevante Präsenz im mobilen Ökosystem.

Milliardenschwere Investitionen verunsichern die Märkte

Trotz der glänzenden Zahlen reagierte der Aktienmarkt verhalten. Der Kurs von Alphabet brach in nachbörslichem Handel um rund vier Prozent ein. Der Grund: eine beispiellose Investitionsankündigung.

Das Unternehmen kündigte an, seine Investitionsausgaben (CapEx) 2026 auf 175 bis 185 Milliarden Dollar fast zu verdoppeln. 2025 hatte Alphabet hierfür „nur“ etwa 92 Milliarden Dollar ausgegeben. Das Geld fließt vor allem in technische Infrastruktur: Rechenzentren, Server und die Entwicklung eigener KI-Chips, um die wachsende Nachfrage nach Rechenleistung für Gemini und künftige Modelle zu bedienen.

CEO Pichai verteidigte die Pläne als notwendige Weichenstellung für die Zukunft. „Wir planen stets langfristig“, so Pichai. Man wolle die wachsenden Chancen nutzen und Engpässe vermeiden. Viele Anleger fragen sich jedoch, ob die Monetarisierung der KI mit diesem atemberaubenden Investitionstempo Schritt halten kann.

YouTube als starker zweiter Pfeiler

Neben der KI glänzte im Geschäftsjahr 2025 auch die Videoplattform YouTube. Sie erzielte über 60 Milliarden Dollar an kombinierten Werbe- und Aboeinnahmen. Mit mehr als 325 Millionen bezahlten Abonnenten über YouTube Premium und Google One monetarisiert Alphabet seine riesige Reichweite erfolgreich – und lenkt diese Nutzer gleichzeitig in sein KI-gestütztes Ökosystem.

Für 2026 kündigte die Konzernführung an, die Infrastruktur weiter massiv auszubauen. Im Fokus stehen dabei sogenannte agentische KI-Systeme. Diese sollen nicht nur Antworten liefern, sondern eigenständig Handlungen im Namen der Nutzer ausführen können.

Die Bilanz ist eindeutig: Alphabet hat den Wandel von der Suchmaschine zum KI-Schwergewicht vollzogen. Der Preis für diese Transformation ist jedoch enorm. Ob sich die Hunderte Milliarden an Investitionen in nachhaltiges Profitwachstum verwandeln, wird das Unternehmen in den kommenden Quartalen unter enormen Bewertungsdruck setzen.

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