Alphabet, Aktie

Alphabet Aktie: EU erzwingt Datenzugang

17.04.2026 - 23:28:02 | boerse-global.de

Die EU-Kommission will Google per DMA zur Weitergabe von Suchdaten an Konkurrenten zwingen. Das Unternehmen wehrt sich scharf und warnt vor Datenschutzrisiken und Milliardenstrafen.

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Brüssel zieht die Daumenschrauben an — und Google kämpft zurück. Die Europäische Kommission hat am 16. April 2026 vorläufige Ergebnisse veröffentlicht, die Google zwingen würden, Suchdaten wie Rankings, Anfragen, Klicks und Seitenaufrufe an Wettbewerber weiterzugeben. Grundlage ist der Digital Markets Act. Der Zeitpunkt ist brisant: In knapp zwei Wochen legt Alphabet die Q1-Zahlen vor.

Brüssel gegen Mountain View

Die Kommission will, dass Google seine Suchdaten zu fairen und diskriminierungsfreien Bedingungen teilt — und schließt dabei ausdrücklich KI-Chatbots mit Suchfunktionen ein. Das ist eine klare Botschaft: Wer Nutzeranfragen direkt beantwortet, gilt als Suchmaschinen-Konkurrent und hat Anspruch auf dieselben Datenzugänge.

Google reagierte scharf. Der Konzern wirft der Kommission vor, die Untersuchung werde "zumindest teilweise" von OpenAI angetrieben, das die DMA nutzen wolle, um Daten "auf eine Weise abzuschöpfen, die von den Verfassern des Gesetzes nicht vorgesehen war." Googles Wettbewerbsrechtsanwältin Clare Kelly warnte, der Vorschlag zwinge das Unternehmen, Daten "mit gefährlich unzureichendem Datenschutz" an Dritte herauszugeben. Man werde sich "energisch gegen diese Übergriffigkeit wehren."

Das finanzielle Risiko ist erheblich. Bei Nicht-Einhaltung kann die Kommission Bußgelder von bis zu zehn Prozent des globalen Jahresumsatzes verhängen — bei Alphabets Erlösen ein Betrag, der 35 Milliarden Dollar übersteigen könnte. Eine öffentliche Konsultation läuft bis zum 1. Mai, finale Maßnahmen sollen bis zum 27. Juli 2026 verabschiedet werden.

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Gemini blockt 8,3 Milliarden Anzeigen

Parallel dazu veröffentlichte Google seinen Ads Safety Report für 2025 — mit Rekordwerten. Der Konzern blockierte oder entfernte 8,3 Milliarden Anzeigen weltweit, gegenüber 5,1 Milliarden im Vorjahr. Außerdem wurden 24,9 Millionen Werbekonten gesperrt.

Den Anstieg erklärt Google mit dem wachsenden Einsatz generativer KI durch Betrüger — aber auch mit dem eigenen Gemini-Modell, das betrügerische Anzeigen vor der Ausspielung erkennt. Mehr als 99 Prozent der Richtlinienverstöße wurden laut Google durch KI identifiziert, bevor sie Nutzer zu sehen bekamen.

Trotz der gestiegenen Sperrzahlen bei Anzeigen sanken die Kontosperrungen. Google führt das auf präzisere KI-Eingriffe auf Anzeigenebene zurück, statt ganze Konten zu sperren. Falsch-positive Sperrungen seien dadurch um 80 Prozent zurückgegangen.

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Zwei Wochen bis zu den Quartalszahlen

Am 29. April 2026 um 22:30 Uhr MEZ hält Alphabet seine Telefonkonferenz zu den Q1-Ergebnissen ab. Die EU-Entwicklungen kommen zu einem ungünstigen Zeitpunkt: Sollten die DMA-Maßnahmen in Kraft treten, könnten Wettbewerber wie OpenAI oder Anthropic Zugang zu Datensätzen erhalten, die bislang zum Kern von Googles Wettbewerbsvorteil gehören. Wie stark das die Investoren beunruhigt, dürfte sich spätestens in der Fragerunde am 29. April zeigen.

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