Allonic, Millionen

Allonic: 7,2 Millionen Euro für revolutionäre Roboter-Fertigung

10.02.2026 - 14:31:12

Das ungarische Start-up Allonic sammelt 7,2 Millionen US-Dollar ein, um mit seiner '3D Tissue Braiding'-Technologie die physische Produktion von Robotern zu revolutionieren und den Fertigkeitsengpass zu beseitigen.

Ein ungarisches Start-up knackt mit einer Rekordfinanzierung den größten Flaschenhals der Roboterindustrie: den Bau der physischen Körper. Die Lösung heißt „3D Tissue Braiding“.

Budapest – Während die KI-Entwicklung rasant voranschreitet, hinkt die physische Fertigung von Robotern hinterher. Das Budapester Deep-Tech-Start-up Allonic will das ändern und hat dafür 7,2 Millionen US-Dollar (rund 6,6 Millionen Euro) in einer Vor-Serien-Finanzierungsrunde eingesammelt. Die am Dienstag bekanntgegebene Summe ist die größte Pre-Seed-Runde in der ungarischen Geschichte und markiert einen Trend: Investoren wenden sich von reiner KI-Software der notwendigen Hardware-Infrastruktur zu.

Vom manuellen Zusammenbau zum automatisierten Weben

Das Problem ist bekannt: Die „Gehirne“ von Humanoiden werden immer schlauer, doch ihre „Körper“ sind teuer, zerbrechlich und langsam in der Produktion. Bisher müssen Hunderte Einzelteile wie Lager, Schrauben und Kabel mühsam von Hand zu einem Roboter-Glied montiert werden. Allonics Lösung ersetzt die Montagelinie durch einen kontinuierlichen, automatisierten Webprozess.

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Im Kern steht die proprietäre Technologie „3D Tissue Braiding“ (3D-Gewebeflechten). Inspiriert von der biologischen Anatomie, werden dabei synthetische „Sehnen“, Bänder und weiche Gewebe direkt über ein Skelett gewoben. Es entsteht eine monolithische Struktur, die die Flexibilität und Stärke menschlicher Gliedmaßen nachahmt. Gemeinsame mechanische Schwachstellen herkömmlicher Roboter sollen so eliminiert werden.

Der Effekt auf die Geschwindigkeit ist enorm: Die Prototypenfertigung eines Roboterarms soll von Wochen auf Minuten schrumpfen. Ingenieure könnten digitale Entwürfe fast sofort in funktionierende Prototypen verwandeln.

Rekordinvestition für den industriellen Maßstab

Die Finanzierungsrunde wurde vom Visionaries Club angeführt, mit Beteiligung von Day One Capital, Prototype, SDAC Ventures und TinyVC. Bemerkenswert ist auch der Kreis strategischer Business-Angel, darunter Investoren von OpenAI, Hugging Face und RoboStrategy sowie Akademiker der ETH Zürich und der Northwestern University.

Das Kapital soll den Technologie-Hochlauf und das Teamwachstum vorantreiben. Allonic plant, seine Belegschaft von derzeit etwa 15 auf rund 30 Mitarbeiter zu verdoppeln. Für 2026 sind bereits industrielle Pilotprojekte geplant. Das Start-up verhandelt laut eigenen Angaben mit großen Technologiekonzernen und Robotik-Entwicklern in den USA über Kooperationen und Lizenzvereinbarungen.

„Milliarden sind in Simulation und KI-Modelle geflossen, aber die Hardware bleibt ein kritischer Engpass“, sagt Marton Sarkadi Nagy, Partner beim Visionaries Club. Die Branche könne ihr volles Potenzial erst entfalten, wenn sich die Art und Weise, wie Roboter physisch gebaut werden, grundlegend ändere.

Allonic als Infrastruktur-Anbieter für „Physical AI“

Die Rekordfinanzierung fällt in eine Boomphase für europäische Robotik. Die Eigenkapitalfinanzierung stieg im vergangenen Jahr auf 1,6 Milliarden Euro – ein Plus von 130 Prozent gegenüber 2024. Dieser Trend spiegelt die wachsende Erkenntnis wider, dass „Physical AI“, also in leistungsfähige Hardware gegossene Intelligenz, die nächste Frontier nach der generativen KI ist.

Analysten sehen Allonic daher nicht primär als Roboter-Hersteller, sondern als Infrastruktur-Anbieter. Das Unternehmen könnte eine ähnliche Rolle wie Fabrikationswerke in der Halbleiterindustrie einnehmen: Es will das „Fertigungsrückgrat“ der Branche werden und anderen Firmen ermöglichen, Roboter zu designen, ohne die komplexen Fertigungsprobleme selbst lösen zu müssen.

Zunächst will sich das Start-up auf Branchen konzentrieren, die flexible und sichere Roboterarme benötigen, wie die Elektronikfertigung. Gelingt der Technologiesprung, könnte sich der Preis humanoider Roboter drastisch senken – und sie aus Forschungslaboren in alltägliche Service- und Logistikaufgaben bringen. Die Pilotprojekte in diesem Jahr werden zeigen, ob Allonic sein Versprechen einlösen kann, Roboter-Körper so einfach zu „drucken“ wie Softwarecode kompiliert wird.

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