ROUNDUP, Aktualisierung

VW plant neues 60-Milliarden-Euro-Sparprogramm

16.02.2026 - 17:11:41 | dpa.de

(Aktualisierung: Reaktion IG Metall)WOLFSBURG - Der VW DE0007664039-Konzern plant einem Pressebericht zufolge ein neues Sparprogramm mit einem Volumen von rund 60 Milliarden Euro.

(Aktualisierung: Reaktion IG Metall)

WOLFSBURG (dpa-AFX) - Der VW DE0007664039-Konzern plant einem Pressebericht zufolge ein neues Sparprogramm mit einem Volumen von rund 60 Milliarden Euro. Nach Angaben des "Manager Magazins" sollen die Kosten bis 2028 um 20 Prozent sinken. So komme man auf den genannten Betrag. Grund für den Schritt seien die schleppenden Verkäufe in China und die US-Zölle.

Daher reichten die bisherigen Sparbemühungen nicht aus. Werksschließungen könnten nicht ausgeschlossen werden, ebenso wenig ein weiterer Stellenabbau über die angekündigten 35.000 Stellen hinaus. Details nannte das Blatt nicht.

Dem Bericht zufolge sollen Konzernchef Oliver Blume und Finanzvorstand Arno Antlitz die oberste Führungsriege Mitte Januar mit den verschärften Sparvorgaben überrascht haben. "Wir müssen die Gewinnschwelle senken", soll Blume dem Blatt zufolge gesagt haben. 20 Prozent Kostenminus seien "die Ambition" für alle Marken und über alle Kostenarten hinweg.

VW: Einsparungen in zweistelliger Milliarden-Euro-Höhe erreicht

VW reagierte zurückhaltend und verwies auf die bereits laufenden Sparprogramme bei allen Marken. Dadurch habe man bereits Einsparungen in zweistelliger Milliarden-Euro-Höhe erreicht, sagte ein Sprecher. "Damit konnte der Konzern die geopolitischen Gegenläufer - wie die Zölle in den USA - abfedern und bleibt auf Kurs." Einen Zwischenstand werde Konzernchef Blume am 10. März bei der Jahrespressekonferenz geben.

Betriebsrat: Mit uns wird es keine Werksschließungen geben

Der Betriebsrat wurde deutlicher. Der Artikel erscheine "eher als eine Zustandsbeschreibung der längst laufenden Effizienzprogramme", heißt es im VW-Intranet in einer Betriebsrats-Stellungnahme für die Belegschaft. Betriebsratschefin Daniela Cavallo sprach sich im Intranet erneut klar gegen Standortschließungen aus: "Mit uns wird es keine Werksschließungen geben."

Ihr sei bewusst, dass sich der Konzern nach wie vor in einer schwierigen Lage befinde, wird Cavallo zitiert. "Deshalb haben wir in der Volkswagen DE0007664039 AG bereits Ende 2024 mit dem Dezember-Kompromiss alles in die Wege geleitet, um die Wettbewerbsfähigkeit zu verbessern und die Auswirkungen für die Belegschaft sozialverträglich zu gestalten. Mit dieser Einigung haben wir Werksschließungen und betriebsbedingte Kündigungen ausdrücklich ausgeschlossen."

Ähnlich äußerte sich die IG Metall. "Die Dezember-Vereinbarung beinhaltet unter anderem den klaren Ausschluss betriebsbedingter Kündigungen bis Ende 2030", sagte Niedersachsens Bezirksleiter Thorsten Gröger. "Vor dem Hintergrund dieser verbindlichen Regelungen stellen sich die aktuell aufgeworfenen Fragen für uns nicht."

Unternehmen und Gewerkschaft hatten sich Ende 2024 nach langem Ringen auf ein Sanierungsprogramm geeinigt, das den Abbau von 35.000 Arbeitsplätzen in Deutschland bis 2030 vorsieht. Werkschließungen und betriebsbedingte Kündigungen wurden im Gegenzug ausgeschlossen. Der Stellenabbau erfolgt vor allem über Altersteilzeit, Vorruhestand und Abfindungen. Bisher angepeilte Ergebnisverbesserung: 11 Milliarden Euro.

Überraschend gut gefüllte Kasse sorgt für Ärger

Erst vor drei Wochen hatte VW überraschend mitgeteilt, dass der Cashflow genannte Kapitalfluss 2025 deutlich besser ausgefallen war als bisher angenommen. Statt der zuvor angepeilten null Euro seien es nun sechs Milliarden Euro. Grund: Laut "Manager Magazin" hatte es zuletzt zunehmend Druck von Rating-Agenturen gegeben, die mit einer Herabstufung des Konzerns drohten. Das hätte zu steigenden Zinsen geführt.

Um das zu verhindern, habe Finanzvorstand Antlitz seine Anstrengungen erhöht und dabei auch zu Methoden gegriffen, die bei VW bisher Tabu gewesen seien wie der Verkauf noch offener Forderungen aus verkauften Neuwagen.

Für harsche Kritik sorgte zudem ein Nebeneffekt der überragend gut gefüllten Kasse: Denn die sechs Milliarden Euro, die nun zusätzlich auftauchten, lägen hauchdünn über der Schwelle für einen Baustein der Vorstandsboni. Betriebsratschefin Cavallo forderte umgehend, dass nun auch die Tarifbeschäftigten eine Anerkennungsprämie erhalten.

Beim Cashflow geht es vereinfacht um "das Geld, was tatsächlich in der Kasse hängen bleibt", wie es Antlitz ausdrückte. Mit Umsatz oder gar Gewinn hat die Kennzahl erst einmal nichts zu tun. Beeinflussen lässt sich der Cashflow etwa durch das Verschieben von Zahlungen ins Folgejahr oder durch das Vorziehen von Einnahmen.

So schätzen die Börsenprofis Aktien ein!

<b>So schätzen die Börsenprofis   Aktien ein!</b>
Seit 2005 liefert der Börsenbrief trading-notes verlässliche Anlage-Empfehlungen – dreimal pro Woche, direkt ins Postfach. 100% kostenlos. 100% Expertenwissen. Trage einfach deine E-Mail Adresse ein und verpasse ab heute keine Top-Chance mehr. Jetzt abonnieren.
Für. Immer. Kostenlos.
de | boerse | 68585713 |

Weitere Meldungen

Reiche attackiert SPD (Aktualisierung: mit Reaktion Merz in den Absätzen 1, 11 und 12)BERLIN - Innerhalb der schwarz-roten Koalition verschärft sich der Streit über Entlastungen der Verbraucher angesichts der hohen Spritpreise. (Boerse, 10.04.2026 - 14:57) weiterlesen...

Weniger Angriffe auf Libanon - bald Verhandlungen (Aktualisierung: US-Beamter bestätigt Verhandlungen in der kommenden Woche)TEL AVIV/BEIRUT/WASHINGTON - Israel wird nach Angaben von US-Präsident Donald Trump die Angriffe im Libanon zurückfahren. (Boerse, 09.04.2026 - 23:17) weiterlesen...

Spritpreise sinken nur rund 3 Cent - Forderung nach mehr (Aktualisierung: Der Text wurde um Informationen zum Preissprung am Mittag und zum Preistrend am Donnerstag ergänzt.)MÜNCHEN - Mit dem Absturz der Ölpreise am Mittwoch sind auch Diesel und Benzin billiger geworden, wenn auch nur um einige Cent. (Boerse, 09.04.2026 - 13:11) weiterlesen...

Flugbegleiter der Lufthansa streiken am Freitag (Aktualisierung: Stellungnahme Lufthansa, Kurs.)FRANKFURT - Die Flugbegleiter der Lufthansa DE0008232125 sind für diesen Freitag zu einem Streik aufgerufen. (Boerse, 08.04.2026 - 19:07) weiterlesen...

Iran droht mit Ausstieg aus Waffenruhe - Stopp für Schiffe (Aktualisierung: nur zwei Schiffe passierten die Straße von Hormus.)TEHERAN - Iran erwägt nach Angaben der Nachrichtenagentur Fars, aus der vereinbarten zweiwöchige Feuerpause mit den USA auszusteigen. (Boerse, 08.04.2026 - 18:25) weiterlesen...

Iran meldet Explosionen am Persischen Golf (Aktualisierung: Israelische Armeeangaben ergänzt.)TEHERAN - Nach Beginn der Waffenruhe mit den USA und Israel hat der Iran neue Explosionen am Persischen Golf gemeldet. (Boerse, 08.04.2026 - 15:07) weiterlesen...