Aktivierende Hausbesuche: Bewegung und Kontakt für Senioren
07.02.2026 - 19:55:12Der „Aktivierende Hausbesuch“ bringt Bewegung und sozialen Kontakt direkt in die Wohnzimmer älterer Menschen. Programme wie die des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) kombinieren gezieltes Training mit persönlicher Zuwendung. Ihr Ziel: Senioren helfen, länger selbstständig und mobil in den eigenen vier Wänden zu leben.
Demografie macht präventive Angebote nötig
Die Zahl der Menschen über 80 Jahre hat sich seit 1990 auf fast sechs Millionen verdoppelt. Die meisten von ihnen leben zu Hause. Mit dem Alter steigt jedoch das Risiko für Stürze, die oft schwere Verletzungen und den Verlust der Selbstständigkeit nach sich ziehen. Genau hier setzen die Hausbesuche an. Sie sind eine präventive Antwort auf die Herausforderungen des demografischen Wandels.
Gezieltes Training gegen Stürze
Das Herzstück des Besuchs ist ein maßgeschneidertes Bewegungsprogramm. Geschulte Ehrenamtliche oder Fachkräfte – die Aktivierungscoaches – leiten etwa einstündige Übungseinheiten an. Der Fokus liegt auf:
* Kräftigung der Muskulatur
* Verbesserung von Koordination und Gleichgewicht
* Schulung der Reaktionsschnelligkeit
Einfache Hilfsmittel wie Bälle oder Tücher kommen zum Einsatz. Studien belegen, dass solch regelmäßiges Training das Sturzrisiko signifikant senken kann. Experten betonen: Für positive Effekte durch Bewegung ist es nie zu spät.
Viele ältere Menschen können nicht regelmäßig ins Fitnessstudio – trotzdem sind Kraft, Balance und Koordination entscheidend, um Stürze zu vermeiden. Ein kostenloser PDF-Report zeigt, wie Sie mit fünf einfachen, platzsparenden Trainingshelfern und leicht umsetzbaren Übungsplänen ein kleines Fitnessstudio direkt im Wohnzimmer einrichten. Ideal, um Kraft und Mobilität zu stärken – ganz ohne teure Geräte. Gratis-Report: Mein kleines Fitnessstudio für Zuhause anfordern
Der soziale Kontakt ist ebenso wichtig
Das Angebot ist jedoch mehr als reine Gymnastik. Ein wesentlicher Teil ist die soziale Komponente. Nach den Übungen bleibt Zeit für Gespräche, Gedächtnistraining oder gemeinsame Spiele. Diese regelmäßigen Besuche schaffen verlässliche soziale Bindungen und brechen die Isolation alleinlebender Senioren auf. Sie richten sich gezielt an Menschen, die nicht mehr an Gruppenangeboten teilnehmen können.
Finanzierung bleibt eine Hürde
Trotz der nachgewiesenen Vorteile ist die flächendeckende Versorgung nicht gesichert. Die DRK-Programme in mehreren Bundesländern basieren stark auf Ehrenamt. Die größte Herausforderung ist die Finanzierung: Bewegungstherapeutische Hausbesuche werden oft nicht von den Krankenkassen übernommen.
Pflegebedürftige können unter Umständen den monatlichen Entlastungsbetrag der Pflegeversicherung für anerkannte Angebote nutzen. Verbände fordern eine stärkere Verankerung solcher Präventionsleistungen in der Regelversorgung. Langfristig könnten sie helfen, Pflegebedürftigkeit zu verzögern und Kosten zu sparen.


