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Akerna Corp (KERN): Vom Cannabis-Tech-Star zum Pennystock – Chance oder Totalverlust?

17.02.2026 - 06:11:01 | ad-hoc-news.de

Die Akerna-Aktie ist nach Reverse-Splits und Sparprogramm nur noch ein Pennystock. Warum der einstige Cannabis-Software-Hoffnungsträger jetzt fast von der Börsenbildfläche verschwindet – und was das für deutsche Anleger bedeutet.

Bottom Line zuerst: Akerna Corp (Ticker: KERN, ISIN: US00801G1067) war einst ein heiß gehandelter Cannabis-Tech-Wert – heute kämpft die Aktie als extrem illiquider Pennystock ums Überleben. Für deutsche Privatanleger steht damit eine zentrale Frage im Raum: Ist das noch eine Turnaround-Chance oder nur noch steuerlich nutzbarer Buchverlust?

Was Sie jetzt wissen müssen: Die Gesellschaft hat ihr operatives Kerngeschäft im Cannabis-Softwarebereich weitgehend veräußert, sich massiv verkleinert und die Aktie durch Reverse-Splits „künstlich“ über Wasser gehalten. Neue Kursfantasie ist kaum erkennbar – das Risiko eines weiteren Wertverfalls bleibt hoch.

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Analyse: Die Hintergründe des Kursverlaufs

Akerna Corp war ursprünglich als „RegTech“-Spezialist im US-Cannabis-Sektor positioniert. Über die Plattform MJ Platform und verschiedene Compliance-Lösungen wurde der gesamte Lebenszyklus von Cannabis-Produkten – von der Produktion bis zum Verkauf – digital abgebildet. In der frühen Phase der Cannabis-Liberalisierung galt das Geschäftsmodell als hochskalierbar.

Die Realität sah am Ende anders aus: stagnierende Umsätze, anhaltende Verluste, Verwässerung der Aktionäre. Das Management reagierte mit Kostensenkungen, Spartenverkäufen und letztlich mit einer deutlichen Schrumpfung des Geschäftsmodells. Für die Aktie bedeutete das einen fast kontinuierlichen Kursverfall – unterbrochen nur von kurzen Spekulationsspikes.

Um einen Delisting von der Nasdaq zu vermeiden, griff Akerna mehrfach zum Mittel des Reverse-Splits. Dabei werden mehrere alte Aktien in eine neue zusammengelegt, wodurch der Kurs optisch steigt, ohne dass sich am Unternehmenswert etwas ändert. Für Altaktionäre ist das selten ein gutes Zeichen.

Kennzahl Einordnung
ISIN / Ticker US00801G1067 / KERN (USA)
Branche ehemals Cannabis-Software / RegTech, stark verkleinert
Börsensegment US-Markt, Kleinstwert (Micro-/Nano-Cap)
Liquidität sehr niedrig, teils kaum Handel an einzelnen Tagen
Aktionärsstruktur stark verwässert, hoher Streubesitz, spekulative Trader
Jüngste Entwicklung Verkauf zentraler Geschäftsbereiche, Restrukturierung

Für deutsche Anleger ist entscheidend: Der Zugang zur Aktie ist zwar über manche Neobroker und klassische Banken noch möglich, aber praktisch handelt es sich um einen illiquiden Microcap mit hohem Spread-Risiko. Das bedeutet, dass schon kleine Orders den Kurs merklich bewegen können und ein fairer Ausstieg schwierig wird.

Warum die Akerna-Story ins Stocken geraten ist

Die ursprüngliche Investment-These lautete: Wenn der legale Cannabis-Markt in Nordamerika stark wächst, profitieren auch Infrastrukturanbieter wie Akerna überproportional. Tatsächlich blieb das Wachstum jedoch hinter den optimistischen Erwartungen zurück, Regulierungen waren komplex, und der Wettbewerb im Softwarebereich nahm zu.

Gleichzeitig konnte Akerna keinen nachhaltigen Sprung in die Profitabilität schaffen. Hohe Entwicklungskosten, begrenzte Preissetzungsmacht und die Abhängigkeit von einem regulatorisch schwierigen Markt führten zu einer anhaltend schwachen Margensituation.

Die Folge: Der Markt begann, das Unternehmen eher als „Story-Stock“ ohne belastbare Cashflows einzuordnen. In der Zinswende-Phase, in der Investoren wieder stärker auf Gewinne als auf Visionen achten, brach die Bewertung entsprechend ein.

Reverse-Splits, Delisting-Gefahr und Verwässerung

Eines der auffälligsten Merkmale in der jüngeren Akerna-Historie ist die Häufung von Kapitalmaßnahmen. Mehrfach kam es zu Kapitalerhöhungen und Reverse-Splits, um den formalen Listing-Anforderungen der Börse zu entsprechen.

Für Anleger aus Deutschland ist dies ein klassisches Warnsignal: Wenn ein Unternehmen seinen Kurs nur durch technische Manöver über der Mindestnotiz hält, fehlt meist die operative Substanz. Wer hier spät eingestiegen ist, hat häufig schon einen Großteil des eingesetzten Kapitals verloren.

Relevanz für Anleger in Deutschland

Was bedeutet das konkret für deutsche Privatanleger, die über Trade Republic, Scalable, Consors & Co. auf US-Nebenwerte zugreifen?

  • Extrem hohes Einzelwertrisiko: Akerna ist kein diversifizierter Cannabis-ETF, sondern ein hochriskanter Einzelwert mit begrenztem Geschäftsvolumen.
  • Handelsrisiko durch geringe Liquidität: Slippage und breite Geld/Brief-Spannen können die tatsächliche Rendite deutlich verschlechtern.
  • Steuerlicher Aspekt: Realisierte Verluste können in Deutschland mit Kursgewinnen aus anderen Wertpapieren verrechnet werden – was für Altinvestoren mit hohen Buchverlusten relevant sein kann.
  • Regulatorische Unsicherheit: Die Cannabis-Politik in den USA bleibt volatil und bundesweit uneinheitlich. Das erschwert eine verlässliche Planung für alle Branchenakteure.

Für deutsche Anleger mit Fokus auf Stabilität, Dividenden oder langfristige Vermögensbildung ist Akerna damit eher ein Negativbeispiel, warum eine sorgfältige Due-Diligence im Microcap-Segment unverzichtbar ist.

Das sagen die Profis (Kursziele)

In den gängigen Datenbanken von US- und europäischen Research-Häusern finden sich kaum noch aktuelle Analysten-Coverages zu Akerna. Weder große US-Investmentbanken wie Goldman Sachs oder JP Morgan noch deutsche Häuser wie die Deutsche Bank oder die Commerzbank veröffentlichen derzeit laufende Einschätzungen oder Kursziele.

Das Fehlen institutionellen Researchs ist selbst ein wichtiges Signal: Die Aktie spielt im professionellen Anlageuniversum faktisch keine Rolle mehr. Ohne Analysten-Coverage fehlen stützende Faktoren wie institutionelle Nachfrage, Roadshows oder qualifizierte Bewertungsmodelle, an denen sich der Markt orientieren kann.

Aspekt Situation bei Akerna Corp (KERN)
Aktuelle Analystenratings Keine breiten, öffentlich verfügbaren aktuellen Ratings großer Häuser
Kursziele Keine konsistenten Konsens-Kursziele in Mainstream-Datenbanken
Institutionelles Interesse Sehr gering, Fokus vor allem bei spekulativen Privatanlegern
Transparenz Regelmäßige SEC-Filings, aber geringe Marktresonanz

Wo sich überhaupt noch Einschätzungen finden, stammen diese überwiegend aus kleineren Research-Boutiquen und eher trading-orientierten Portalen. Der Tenor ist dabei zumeist nüchtern: hohes Risiko, unklare Perspektive, spekulativer Charakter. Ein strukturiertes, langfristig orientiertes Investment-Case-Szenario ist schwer zu konstruieren.

Wie deutsche Anleger dieses Fehlen von Kurszielen einordnen sollten

Für Anleger in Deutschland, die sich gerne an Kurszielen orientieren, ist Akerna ein Spezialfall. Die übliche Logik – "Aktueller Kurs deutlich unter Analysten-Kursziel = Chance" – greift hier nicht, weil zunächst einmal kaum noch seriöse Kursziele existieren.

Konsequenz: Wer Akerna heute noch kauft oder hält, agiert praktisch ohne professionellen Referenzrahmen und sollte sich darüber im Klaren sein, dass hier weniger „Investieren“ als „Zocken“ stattfindet. Eine solide Portfolio-Strategie sollte solche Positionen allenfalls im klar definierten Hochrisiko-Segment führen.

So ordnen Sie Akerna im persönlichen Portfolio ein

  • Risikoklasse: Spekulativ bis hochspekulativ, vergleichbar mit Optionsscheinen auf volatile Sektoren oder Krypto-Nebencoins.
  • Positionsgröße: Aus Sicht eines risikoaversen Anlegers maximal ein sehr kleiner Prozentsatz des Gesamtportfolios.
  • Zeithorizont: Kurzfristige Trading-Spekulation, kein klassischer Buy-and-Hold-Wert.
  • Informationsaufwand: Hoher Monitoring-Aufwand notwendig, inklusive Verfolgung von SEC-Meldungen und Unternehmensnews.

Wer bereits investiert ist, sollte nüchtern prüfen, ob sich die ursprüngliche Investment-These überhaupt noch halten lässt. Häufig zeigt ein Blick auf die Faktenlage: Das Unternehmen ist heute fundamental ein anderes als zum Einstiegszeitpunkt – und rechtfertigt dementsprechend auch eine neue, nüchterne Entscheidung.

Fazit für deutsche Anleger: Akerna Corp ist heute ein Paradebeispiel für die Schattenseite von Hype-Sektoren wie Cannabis- oder Tech-Pennystocks. Wer investiert ist, sollte seine Position mit kühlem Kopf überprüfen – wer noch draußen ist, braucht sehr starke Argumente, um das erhebliche Risiko bewusst einzugehen.

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