Agora-Studie fordert Halbierung des Fleischkonsums bis 2045
13.01.2026 - 22:22:12Eine neue Studie des Thinktanks Agora Agrar fordert einen radikalen Umbau der deutschen Landwirtschaft. Um die Klimaziele zu erreichen, müssten die Tierbestände drastisch sinken und der Fleischkonsum halbiert werden. Der heute veröffentlichte Bericht skizziert einen Weg, wie Deutschland bis 2045 klimaneutral werden kann.
Weniger Tiere, mehr Klimaschutz
Die Analyse zeigt: Die Emissionen aus der Tierhaltung müssen bis 2045 um 68 Prozent sinken. Zwei Drittel dieser Reduktion sollen durch weniger Tiere erreicht werden. Nur ein Drittel soll auf technische Fortschritte entfallen.
* Ziel: 68% weniger Emissionen aus Tierhaltung bis 2045.
* Haupthebel: Deutliche Reduzierung der Tierbestände.
* Nebeneffekt: Geringere Abhängigkeit von Futtermittel-Importen.
„Die Tierhaltung ist der entscheidende Hebel für den Klimaschutz in der Landwirtschaft“, so die Autoren. Freiwerdende Ackerflächen könnten dann für andere Zwecke genutzt werden.
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Mehr Unabhängigkeit durch weniger Importe
Die Studie sieht in der Wende eine große Chance für Deutschlands Ernährungssouveränität. Derzeit benötigt das Land Agrarimporte von einer Fläche so groß wie vier Millionen Hektar. Bis 2045 könnte dieser Bedarf auf nur noch eine Million Hektar schrumpfen – eine Fläche etwa so groß wie Brandenburg.
Gleichzeitig, so das Argument, bliebe die Versorgung mit gesunden Lebensmitteln gesichert. Sogar die Produktion von Biomasse für eine nachhaltige Bioökonomie ließe sich noch steigern.
Politik muss die Weichen stellen
Doch dieser Wandel kommt nicht von allein. Die Autoren fordern klare politische Rahmenbedingungen und langfristige Planungssicherheit für Landwirte. Neben der Tierhaltung ist die Wiedervernässung von Mooren ein weiterer zentraler Baustein für weniger Emissionen.
Die notwendige Umstellung auf eine stärker pflanzenbasierte Ernährung wird zur gesamtgesellschaftlichen Aufgabe. Die Politik müsse faire „Ernährungsumgebungen“ schaffen, die den Wandel unterstützen.
Trend in ganz Europa
Die deutsche Studie steht nicht allein da. Sie folgt früheren Agora-Analysen für die gesamte EU, die eine Halbierung des Fleischkonsums bis 2050 nahelegten. Der wissenschaftliche Konsens ist klar: Die globale Nahrungsmittelproduktion, insbesondere die Fleischerzeugung, ist ein Haupttreiber für Klimawandel und Artenverlust.
Die Reduzierung des Fleischkonsums gilt als eine der effektivsten Stellschrauben für den individuellen ökologischen Fußabdruck. Die Frage ist nun, wie Politik und Gesellschaft diesen Pfad gemeinsam beschreiten wollen.
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