Aeva stellt mit Omni-Sensor auf industrielle KI um
06.01.2026 - 17:00:12Aeva Technologies erweitert sein Geschäft vom Auto in die Fabrikhallen. Der neue Omni-4D-LiDAR-Sensor für Roboter und Drohnen ließ die Aktie des Unternehmens um 25 Prozent steigen. Eine Produktionspartnerschaft mit LG Innotek soll für Skaleneffekte sorgen.
Auf der Technikmesse CES 2026 in Las Vegas hat sich das kalifornische Unternehmen neu positioniert. Statt wie bisher auf extreme Reichweite für autonome Autos setzt der neue Omni-Sensor auf ein extrem weites Sichtfeld. Mit 360 Grad horizontal und 90 Grad vertikal übertrifft er konventionelle Automotive-LiDAR deutlich. Verpackt ist diese Panorama-Sicht in einem kompakten Gehäuse mit nur 85 Millimetern Durchmesser – gemacht für den Einbau in kleine Roboter und Fluggeräte.
Der Clou ist die Technologie dahinter. Aeva setzt auf seine eigene FMCW-Technologie (Frequency Modulated Continuous Wave). Im Gegensatz zu herkömmlichen Zeit-of-Flight-Sensoren misst sie nicht nur Abstände, sondern auch die Geschwindigkeit jedes einzelnen Bildpunkts in Echtzeit. Diese 4D-Fähigkeit erlaubt es Robotern, sofort zwischen sich bewegenden und statischen Objekten zu unterscheiden. Eine entscheidende Sicherheitsfunktion für Maschinen, die in dynamischen Lagern oder auf belebten Gehwegen unterwegs sind. Bei einer Reichweite von bis zu 80 Metern ist der Sensor zudem für raue Industrieumgebungen zertifiziert.
In Lagern, in denen Roboter, Gabelstapler und Menschen eng zusammenarbeiten, entscheidet eine saubere Gefährdungsbeurteilung über Sicherheit und Haftung. Besonders wenn neue 4D‑LiDAR‑Sensoren bewegte von statischen Objekten unterscheiden, müssen Arbeitsschutzkonzepte neu bewertet werden. Der kostenlose Praxis‑Leitfaden liefert fertige Vorlagen, Checklisten und eine Risikomatrix, damit Sicherheitsverantwortliche rechtssichere Gefährdungsbeurteilungen erstellen. Kostenlose GBU‑Vorlagen & Checklisten jetzt herunterladen
Schlüsselpartner für die Massenproduktion
Der erfolgreiche Marktstart hängt maßgeblich an einem Partner: LG Innotek, ein Zulieferer des südkoreanischen LG-Konzerns. Das Unternehmen übernimmt die Hardware-Integration, Fertigung und Qualitätssicherung für den Omni-Sensor. Diese Arbeitsteilung ist typisch für die Branche. Innovative Sensor-Spezialisten wie Aeva gehen Partnerschaften mit etablierten Großserienherstellern ein, um Skaleneffekte zu nutzen und Lieferketten zu stabilisieren.
Erste Pilotprojekte mit Kunden sind für das zweite Halbjahr 2026 geplant. Die eigentliche Massenproduktion soll dann 2027 anlaufen – ein Zeitplan, den die Branche genau beobachten wird. Kann Aeva die Versprechen einhalten?
Doppelstrategie mit NVIDIA und LG
Der Omni-Start folgt auf eine weitere wichtige Nachricht. Erst am Montag, den 5. Januar, gab Aeva bekannt, dass seine 4D-LiDAR-Technologie für die Referenzplattform NVIDIA DRIVE Hyperion ausgewählt wurde. Diese Architektur nutzen globale Automobilhersteller für die Entwicklung von hochautomatisierten Fahrfunktionen.
Für Analysten zeigt diese Doppelstrategie kluge Weitsicht. Einerseits festigt Aeva mit Partnern wie NVIDIA seinen Status im anspruchsvollen Automobilmarkt. Andererseits erschließt das Unternehmen mit dem Omni neue Umsatzquellen im schnelllebigen Bereich der Industrieautomatisierung. Die Auswahl durch NVIDIA wertet zudem die FMCW-Technologie auf, die lange als zu komplex für die Massenfertigung galt.
Lücke im Roboter-Markt schließen
Aeva adressiert mit dem Omni ein konkretes Problem. Die meisten autonomen Transportroboter in Lagern arbeiten heute mit einer Kombination aus einfachen 2D-Sicherheits-LiDARs und Kameras. Diese kommen bei schwierigen Lichtverhältnissen oder durchsichtigen Objekten wie Glaswänden schnell an ihre Grenzen.
Indem Aeva automotiv-erprobte 4D-Wahrnehmung auf diese kleineren Plattformen bringt, treibt das Unternehmen seine Vision der „Physical AI“ voran. Gemeint sind Maschinen, die intelligent mit unstrukturierten Umgebungen interagieren können – eine Schlüsselvoraussetzung für die Fabrik der Zukunft.
Die Börse honoriert den strategischen Schachzug sofort. Der Kursanstieg spiegelt die konkreten Perspektiven durch die LG-Partnerschaft und die Diversifizierung des Produktportfolios wider. Aeva macht sich damit unabhängiger von den langen Zyklen der Autoindustrie und kann schneller von den Wachstumsmärkten Robotik und intelligente Infrastruktur profitieren.
Die Weichen für 2027 sind gestellt. Ob Aeva mit dem Omni zum Standard-Sensor für die nächste Generation autonomer Systeme wird, hängt nun von der termingerechten Lieferung und dem Preis-Leistungs-Verhältnis ab. In Las Vegas hat das Unternehmen jedenfalls ein klares Signal gesetzt: Die Zukunft des LiDAR spielt sich nicht nur auf der Autobahn, sondern immer mehr auch im Lager und in der Stadt ab.
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