Luftfracht, Zwang

Ägyptens Luftfracht: Ab sofort gilt der digitale Zwang

14.01.2026 - 23:44:12

Seit Jahresbeginn 2026 müssen alle Luftfrachtlieferungen nach Ägypten über das digitale ACI-System abgewickelt werden. Fehler führen zu sofortiger Rücksendung, nur Kleinsendungen sind ausgenommen.

Seit Jahresbeginn müssen alle Luftfrachtimporte nach Ägypten über das digitale Advance Cargo Information (ACI)-System abgewickelt werden. Für deutsche Exporteure ist die Umstellung unausweichlich, um kostspielige Rücksendungen zu vermeiden.

Die Neuregelung, die nach einer längeren Testphase am 1. Januar 2026 in Kraft trat, erweitert die bereits seit 2021 für Seefracht geltenden Vorschriften. Ziel der ägyptischen Regierung ist eine schnellere Zollabfertigung und sicherere Lieferketten. Für internationale Unternehmen bedeutet dies eine zwingende Anpassung ihrer Logistikprozesse.

Ein digitaler Meilenstein nach mehreren Verschiebungen

Die Ausweitung des ACI-Systems auf die Luftfracht ist ein Kernprojekt der ägyptischen Digitalisierungsagenda. Ursprünglich für 2022 geplant, wurde die Einführung mehrfach verschoben, um der Wirtschaft genug Vorlauf zu geben. Bis zum 31. Dezember 2025 lief eine Testphase.

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Das System zielt darauf ab, Risiken früher zu erkennen. Durch die Vorab-Übermittlung aller Frachtinformationen an die Zollbehörden sollen Engpässe an Flughäfen wie Kairo minimiert werden. Die zentrale Plattform für den Datenaustausch ist das nationale „Nafeza“-Portal.

So funktioniert der neue Prozess für Exporteure

Der Ablauf erfordert enge Kooperation zwischen ägyptischem Importeur und deutschem Exporteur. Er stützt sich auf zwei Plattformen: Nafeza für den Importeur und CargoX für den Exporteur.

Der Importeur muss die Sendung zunächst im Nafeza-Portal registrieren. Das System generiert dann eine 19-stellige ACID-Nummer, die der eindeutige Identifikator ist. Diese Nummer muss der Exporteur erhalten, bevor er die Ware verladen darf.

Der Exporteur lädt anschließend alle erforderlichen Dokumente – mit der ACID-Nummer versehen – über sein CargoX-Konto hoch. Dieser Schritt muss laut verschiedenen Quellen mindestens acht bis 48 Stunden vor Abflug erfolgen. Bereits für Seefracht genutzte CargoX-Accounts sind gültig.

Hohe Strafen bei Fehlern – mit einer Ausnahme

Die Konsequenzen von Verfahrensfehlern sind drastisch. Sendungen ohne gültige ACID-Nummer werden an ägyptischen Flughäfen nicht zum Zoll zugelassen. Die Behörden haben klargestellt, dass solche Waren sofort und auf Kosten des Verursachers zurückgeschickt werden.

Die Umstellung ist mit Kosten verbunden. Für die Dokumentenübermittlung via CargoX fallen Bearbeitungsgebühren an. Eine Ausnahme gilt für Kleinsendungen: Express-Luftfracht mit einem Gewicht bis 50 kg und einem Warenwert unter 2.000 US-Dollar ist vom ACI-Verfahren befreit, wie der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) mitteilte.

Teil der „Vision 2030“ – mit Unterstützung für Unternehmen

Die Maßnahme ist ein Baustein von Ägyptens „Vision 2030“, die auf wirtschaftliche Modernisierung setzt. Ein digitales, papierloses Handelsumfeld soll das Land als Logistikdrehscheibe stärken.

Unterstützung für die Umstellung bieten Institutionen wie die Deutsch-Arabische Industrie- und Handelskammer (AHK Kairo) mit Webinaren. Die Fokus der Behörden liegt nun auf der konsequenten Durchsetzung. Deutsche Exporteure sollten ihre Prozesse umgehend prüfen, um Lieferungen nach Ägypten sicherzustellen.

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