Adipositas erhöht Infektionsrisiko um bis zu 70 Prozent
14.02.2026 - 19:48:12Eine neue Studie schlägt Alarm: Starkes Übergewicht kann das Risiko für schwere Infektionen dramatisch erhöhen. Die im Fachblatt „The Lancet“ veröffentlichte Untersuchung zeigt, dass Menschen mit Adipositas ein bis zu 70 Prozent höheres Risiko haben, wegen einer Infektion im Krankenhaus zu landen oder sogar zu sterben.
Die Analyse verdeutlicht, dass das Risiko für Erkrankungen wie Influenza, COVID-19 oder Harnwegsinfekte mit steigendem Body-Mass-Index (BMI) zunimmt. Weltweit führen die Forscher schätzungsweise jeden zehnten infektionsbedingten Todesfall auf Adipositas zurück. Diese Daten unterstreichen die Dringlichkeit wirksamer Behandlungsstrategien.
Moderne Therapie: Mehr als nur Diät
Die Behandlung von Adipositas hat sich gewandelt. Die aktualisierten S3-Leitlinien setzen auf eine personalisierte, multimodale Basistherapie. Diese stützt sich auf drei Säulen:
* Ernährungsumstellung
* Mehr Bewegung
* Verhaltensänderung
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Ein wichtiger Fortschritt sind zudem digitale Gesundheitsanwendungen (DiGAs) – Apps, die Ärzte auf Rezept verschreiben können. Sie ergänzen die klassische Behandlung flexibel und effizient.
Revolution durch neue Medikamente
Reicht die Basistherapie nicht aus, kommt eine neue Generation von Medikamenten ins Spiel: GLP-1-Rezeptoragonisten wie Semaglutid. Ursprünglich für Diabetes entwickelt, ahmen sie Darmhormone nach. Sie steigern das Sättigungsgefühl und können so zu signifikantem Gewichtsverlust führen.
Die Leitlinien empfehlen sie als Unterstützung, wenn andere Maßnahmen scheitern. Experten warnen jedoch: Die Therapie muss langfristig erfolgen. Nach dem Absetzen droht die Rückkehr des Gewichts. Zudem ist eine ärztliche Begleitung wichtig, um Nährstoffdefiziten vorzubeugen.
Die nächste Welle: Abnehmpillen statt Spritzen
Die Pharmaforschung treibt den Markt weiter an. Der Fokus liegt jetzt auf wirksamen Alternativen in Tablettenform, die die Hürde für eine Behandlung senken könnten.
* Eli Lilly plant die Zulassung der Pille Orforglipron.
* Viking Therapeutics kündigte an, noch in diesem Jahr eine entscheidende Studie für seine Tablette VK2735 zu starten.
Parallel wird an weiteren Wirkmechanismen geforscht, um Therapien effektiver und verträglicher zu machen.
Vom Stigma zur Kassenleistung
Ein gesellschaftlicher Wandel ist im Gange. Die neuen Leitlinien fordern erstmals konkret, die Stigmatisierung von Betroffenen zu bekämpfen. Seit der Anerkennung als chronische Krankheit in Jahr 2020 hat sich zwar viel getan, ein flächendeckendes Disease-Management-Programm (DMP) fehlt aber noch.
Bei der Kostenübernahme gibt es Bewegung: DiGAs werden oft erstattet, für die neuen Medikamente müssen Patienten meist selbst aufkommen. Eine positive Nachricht gibt es für Frauen mit Lipödem: Ab diesem Jahr zahlen die Kassen unter bestimmten Bedingungen die Fettabsaugung.
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