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Adidas-Aktie nach Gewinnsprung: Kommt jetzt die große Neubewertung?

19.02.2026 - 22:37:18 | ad-hoc-news.de

Adidas überrascht mit starkem Gewinn- und Margen-Comeback – doch die Aktie wirkt nach der Rallye ambitioniert bewertet. Was jetzt hinter den Zahlen steckt, wie Analysten reagieren und was das für deutsche Anleger bedeutet.

Adidas meldet ein deutlich besseres Ergebnis und eine spürbare Margenerholung – die Aktie reagiert mit hoher Volatilität. Für Sie als Anleger stellt sich jetzt die Kernfrage: Reicht das neue Gewinnniveau, um die bereits gelaufene Kursrallye zu rechtfertigen, oder ist das Chance-Risiko-Verhältnis im DAX-Titel ausgereizt? Was Sie jetzt wissen müssen...

Nach mehreren schwierigen Jahren mit Lageraufbau, China-Schwäche und dem abrupten Ende der Yeezy-Kooperation signalisiert der Konzern unter CEO Bjørn Gulden einen klaren Turnaround bei Umsatzqualität und Profitabilität. Zugleich warnen Analysten vor einer Bewertungsblase, falls das aktuelle Wachstumstempo nicht gehalten werden kann.

Für deutsche Anleger ist Adidas besonders relevant: Die Aktie ist ein schwergewichtiger DAX-Wert, beeinflusst Indizes, ETF-Portfolios und damit Millionen von Depots hierzulande. Jede Prognoseanpassung schlägt direkt auf den deutschen Aktienmarkt durch.

Offizielle Einblicke und Kennzahlen direkt von Adidas

Analyse: Die Hintergründe des Kursverlaufs

In den jüngsten Mitteilungen und Analystenkommentaren zeigt sich ein einheitliches Bild: Adidas kehrt operativ zurück in die Erfolgsspur, doch der Markt hat vieles bereits eingepreist. Die letzten Quartalszahlen wurden an den Börsen positiv aufgenommen, weil:

  • der operative Gewinn (EBIT) spürbar über Vorjahr und Erwartung lag,
  • die Bruttomarge sich dank besserem Preis-Mix und abnehmenden Rabattaktionen erholt,
  • China und das Direktgeschäft (D2C) wieder an Dynamik gewinnen.

Finanzportale wie Reuters und Bloomberg berichten übereinstimmend, dass Investoren vor allem auf zwei Größen schauen: Marge und Ausblick. Der Markt will sehen, ob Gulden nicht nur aufräumt, sondern Adidas auch nachhaltig wieder in die Nähe der historischen Renditen bringt.

Die Aktie reagierte in den vergangenen Handelstagen mit teils heftigen Ausschlägen, nachdem neue Unternehmenszahlen und angepasste Analystenratings veröffentlicht wurden. Laut Datenauswertungen von u. a. Finanzen.net und großen Banken bewegt sich das Papier inzwischen in einer Zone, in der kleine Nachrichten starke Kurssprünge auslösen können – nach oben wie nach unten.

Kennzahl Aktuelle Tendenz* Einordnung
Umsatzwachstum leicht steigend Turnaround nach schwächeren Vorjahren, getrieben von D2C und Erholung in China
Bruttomarge deutlich verbessert weniger Abschriften und Rabatte, höherwertiger Produktmix
Operatives Ergebnis (EBIT) stark erholt über Markterwartung laut mehreren Analystenhäusern
Ausblick Management vorsichtig optimistisch zusätzliche Hebel über Kosten, Produktzyklen und Events
Bewertung (KGV) im oberen Bereich setzt weiteres Gewinnwachstum voraus, Risiko für Rücksetzer bei Enttäuschung

*Tendenz auf Basis aktueller Analysten- und Agenturberichte; keine Angabe zu konkreten Kurs- oder Gewinzahlen.

Für deutsche Investoren ist der Fall Adidas doppelt spannend: Zum einen ist die Aktie in vielen ETF auf den DAX und europäische Standardwerte stark gewichtet. Zum anderen spiegelt sie direkt die Konsumlaune in Europa und den USA wider. Läuft Adidas gut, ist das häufig ein Indikator für robuste Nachfrage im globalen Sport- und Freizeitsegment.

Allerdings mahnen einige Häuser zur Vorsicht: Nach der Kursrallye der vergangenen Monate liegt die Markterwartung hoch. Enttäuschungen bei Quartalszahlen werden derzeit kaum verziehen, wie vergleichbare Bewegungen bei anderen Konsumwerten zeigen. Für Anleger bedeutet das: Wer jetzt einsteigt, spekuliert darauf, dass Adidas mittel- bis langfristig an frühere Bestmarken bei Umsatzrendite und Wachstum anknüpfen kann.

Makroökonomisch spielt auch der Euro-Wechselkurs eine Rolle. Adidas erzielt einen großen Teil seiner Umsätze außerhalb des Euroraums. Ein schwächerer Euro wirkt stützend auf die in Euro berichteten Zahlen, während ein starker Euro die Auslandsgewinne dämpft. Damit ist die Aktie auch ein indirektes Spiel auf Währungsbewegungen – ein Punkt, der gerade für deutsche Privatanleger gern übersehen wird.

Das sagen die Profis (Kursziele)

Die jüngsten Analystenkommentare zeichnen ein Bild zwischen klarer Zuversicht und wachsender Vorsicht. Große Adressen wie Deutsche Bank, JPMorgan, Goldman Sachs oder HSBC haben ihre Modelle nach den aktuellen Zahlen überarbeitet und z. T. neue Kursziele veröffentlicht.

  • Mehrheitlich positive Grundhaltung: Ein signifikanter Teil der Analysten stuft Adidas weiterhin mit "Kaufen" oder "Übergewichten" ein. Begründung: Der Restrukturierungsprozess zeige Wirkung, das Markenprofil stärke sich, und die Profitabilität normalisiere sich schneller als zunächst gedacht.
  • Selektive Abstufungen auf „Halten“: Einige Häuser verweisen auf die ambitionierte Bewertung und sehen das Aufwärtspotenzial im Kursbild kurzfristig begrenzt. Dort überwiegt eher die Einschätzung, dass erst der nächste Zahlenzyklus beweisen muss, ob der aktuelle Schwung tragfähig ist.
  • Verhaltene Skepsis: Eine Minderheit bleibt zurückhaltend und verweist auf strategische Risiken – intensiven Wettbewerb durch Nike, New Balance und schnell wachsende Nischenmarken, die Abhängigkeit von Modetrends sowie geopolitische Spannungen, insbesondere im China-Geschäft.

Über Plattformen wie Refinitiv, Bloomberg und LSEG, auf die wiederum deutsche Finanzseiten wie Finanzen.net, Onvista oder Ariva zurückgreifen, ergibt sich zusammengefasst folgendes Bild:

  • Konsensrating: zwischen "Halten" und "Kaufen", mit leichter Tendenz zu positiver Einschätzung.
  • Durchschnittliches Kursziel: liegt nach jüngsten Anpassungen im Schnitt über dem aktuellen Börsenkurs, was statistisch weiteres, aber begrenztes Aufwärtspotenzial signalisiert.
  • Spannweite der Kursziele: reicht von vorsichtigen Szenarien, die nur moderates Upside sehen, bis zu optimistischen Modellen, die eine Fortsetzung der Margenerholung und einen nachhaltigen Gewinnsprung unterstellen.

Für Anleger in Deutschland entsteht daraus ein differenziertes Bild. Wer bereits länger investiert ist, sollte die Entwicklung von Marge, Cashflow und Lagerbeständen genauer beobachten als die tägliche Kursschwankung. Wer einen Einstieg prüft, muss sich fragen, ob er bereit ist, eine Premiumbewertung zu zahlen – und ob er Adidas langfristig zutraut, die globale Sport- und Lifestyle-Nachfrage konsequent in hohe Renditen zu übersetzen.

Ein probates Mittel für Privatanleger kann ein gestaffelter Einstieg sein: Statt alles auf einmal zu investieren, werden Tranchen über mehrere Monate hinweg platziert. So lassen sich mögliche Rücksetzer nutzen, ohne die Position komplett zu verpassen. Für passiv orientierte Anleger bleibt der indirekte Weg über einen breit gestreuten DAX- oder Europa-ETF eine Alternative, bei der das Einzeltitelrisiko von Adidas durch die Streuung abgemildert wird.

Hinweis: Dieser Beitrag ersetzt keine Anlageberatung. Er basiert auf öffentlich zugänglichen Quellen (u. a. Nachrichtenagenturen, Finanzportale, Analystenkommentare) und kann sich durch neue Meldungen jederzeit verändern. Anleger sollten vor einer Investitionsentscheidung eigene Recherchen durchführen oder professionellen Rat einholen.

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