ADHS-Therapie für Erwachsene steht vor Umbruch
03.04.2026 - 01:48:42 | boerse-global.deDie Behandlung von ADHS bei Erwachsenen erlebt derzeit einen tiefgreifenden Wandel. Neue Medikamente, digitale Therapie-Apps und ein frischer Blick auf die Störung versprechen Millionen Betroffenen bessere Versorgung. Gleichzeitig kämpfen Patienten noch immer mit Lieferengpässen bei Standardmedikamenten.
Top-Forscherin übernimmt Klinikleitung
Professorin Sarah Kittel-Schneider hat jetzt die Leitung der Psychiatrischen Klinik am Uniklinikum Erlangen übernommen. Die renommierte ADHS-Expertin tritt ihr Amt zu einem kritischen Zeitpunkt an: Die Zahl der Erstdiagnosen bei Erwachsenen hat sich seit 2015 verdreifacht. Ihr Fokus liegt auf der Präzisionspsychiatrie, die individuelle Behandlungswege durch Biomarker finden will.
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Centanafadin: Neue Hoffnung für schwere Fälle?
Die US-Arzneimittelbehörde FDA prüft derzeit den neuen Wirkstoff Centanafadin im Schnellverfahren. Eine Zulassungsentscheidung wird für Juli erwartet. Das Medikament gehört zu einer völlig neuen Klasse: den Noradrenalin-, Dopamin- und Serotonin-Wiederaufnahmehemmern (NDSRI).
Anders als herkömmliche Stimulanzien wirkt Centanafadin auf drei Botenstoffe gleichzeitig. Klinische Studien deuten an, dass es besonders Erwachsenen helfen könnte, bei denen Standardtherapien versagen. Der Dreifach-Wirkmechanismus soll emotionale Dysregulation besser stabilisieren. Zudem gilt das Missbrauchspotenzial als geringer.
App statt Warteliste: Digitale Therapie hilft
Eine im März veröffentlichte Studie belegt die Wirksamkeit der digitalen Gesundheitsanwendung (DiGA) Attexis. Die App zeigt Erfolge, die mit einer klassischen Verhaltenstherapie vergleichbar sind. Seit August 2025 zahlen die gesetzlichen Krankenkassen die Anwendung.
Attexis bietet sofortige Unterstützung in einer Zeit, in der Therapieplätze oft sechs Monate Wartezeit bedeuten. Die App vermittelt praktische Strategien für den Alltag, hilft bei impulsivem Handeln und verbessert die Selbststrukturierung. Für Wissenschaftler schließt solche Software die Lücke zwischen Arzttermin und chaotischem Alltag.
Engpässe und neue Leitlinien belasten Praxis
Trotz der Fortschritte bleibt die Versorgungslage angespannt. Lieferengpässe bei etablierten Medikamenten wie Methylphenidat halten teilweise an. Das Bundesinstitut für Arzneimittel rechnet erst im Sommer mit Entspannung. Viele Ärzte müssen bewährte Therapien kurzfristig anpassen – eine Belastung für stabil eingestellte Patienten.
Bis September soll eine überarbeitete S3-Leitlinie zur ADHS-Behandlung fertig sein. Die neue Richtlinie wird den aktuellen Forschungsstand zur Langzeittherapie stärker berücksichtigen. Experten erwarten auch klare Empfehlungen zu digitalen Therapeutika und personalisierten Medikationsplänen.
Neuer Therapieansatz: Vereinbarungen einhalten lernen
In der Psychotherapie zeichnet sich ein Paradigmenwechsel ab. Im Fokus steht jetzt das Konzept des "Agreement-Keeping". Dabei werden gebrochene Vereinbarungen mit sich selbst nicht als Charakterschwäche, sondern als neurologisches Problem begriffen.
Moderne Therapieansätze ersetzen innere Schwächen durch externe Hilfssysteme – das "Social Scaffolding". Denn Erwachsene mit ADHS scheitern meist nicht am Wissen, sondern an der Umsetzung im entscheidenden Moment. Neue Techniken bekämpfen die typische "Handlungslähmung" und helfen bei der Aufmerksamkeitssteuerung.
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Neurodiversität wird zum Arbeitsplatz- Thema
In den kommenden Monaten wird die Debatte über ADHS am Arbeitsplatz Fahrt aufnehmen. Interessenverbände fordern zunehmend Anpassungen der Arbeitsumgebungen. Der Trend geht weg von der Defizitorientierung hin zur Nutzung neurodivergenter Stärken.
Bis zum Sommer werden weitere Langzeitstudien zur Sicherheit von ADHS-Medikamenten erwartet. Die Kombination aus neuen Wirkstoffen, digitalen Apps und modernisierten Leitlinien lässt hoffen, dass die Versorgungslücke für Erwachsene bald geschlossen werden kann.
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