ADHS: Immer mehr Patienten fordern ihre Wunschdiagnose
13.02.2026 - 17:11:12Psychologen verzeichnen einen alarmierenden Trend: Immer mehr Menschen kommen mit einer fertigen Selbstdiagnose in die Praxis – und fordern deren Bestätigung ein. Ein neuer Bericht zeigt, wie soziale Medien diesen Druck befeuern und Fachärzte vor große Herausforderungen stellen.
Social Media als Treiber der Eigendiagnose
Plattformen wie TikTok und Instagram sind voll von Inhalten zu ADHS-Symptomen. Diese oft vereinfachten Videos schärfen zwar das Bewusstsein, bergen aber große Risiken. Viele der dargestellten Probleme sind unspezifisch und können auch auf Stress, Schlafmangel oder andere psychische Belastungen hindeuten. Experten warnen vor einer Pathologisierung von Alltagsphänomenen.
Die Folge: Patienten betreten die Sprechstunde mit einer festen Erwartung. Wird ihre Selbstdiagnose nicht bestätigt, reagieren sie häufig enttäuscht oder aggressiv. Das verstärkt das Phänomen des „Diagnose-Shoppings“ – die Suche nach einem Arzt, der die gewünschte Diagnose schließlich doch stellt.
Explodierende Zahlen bei Erwachsenen
Der Trend fällt in eine Zeit ohnehin rasant steigender Diagnosen. Eine aktuelle Studie des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung zeigt einen starken Anstieg der ADHS-Erstdiagnosen bei Erwachsenen, besonders bei jungen Frauen. Während viele Experten dies als Schließen einer Versorgungslücke begrüßen, verschwimmen nun die Grenzen. Wann handelt es sich um eine berechtigte späte Diagnose – und wann um eine voreilige Selbstzuschreibung?
Die große Verwechslungsgefahr
Die korrekte Diagnose von ADHS ist komplex. Die Symptome ähneln oft anderen Störungen:
* Unruhe und Konzentrationsprobleme können auf ein Burnout hindeuten.
* Impulsivität und Unaufmerksamkeit sind auch typisch für Traumafolgestörungen.
* Ähnliche Beschwerden treten bei Depressionen oder Angststörungen auf.
Ohne eine tiefgehende Anamnese, die die ganze Lebensgeschichte einbezieht, drohen Fehldiagnosen. Die Konsequenz: Patienten erhalten möglicherweise eine unwirksame oder sogar schädliche Behandlung, während die eigentliche Ursache ihrer Probleme unentdeckt bleibt.
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Zwei Seiten der Entstigmatisierung
Die Debatte zeigt einen Wandel im Umgang mit psychischer Gesundheit. Soziale Medien haben die Entstigmatisierung vorangetrieben und vielen den Weg zur Hilfe geebnet. Gleichzeitig führen vereinfachte Darstellungen komplexer Krankheitsbilder zu neuen Problemen. Eine voreilige ADHS-Diagnose kann echte Ursachen wie ein Trauma verdecken. Daher gewinnt das Thema „De-Diagnose“ – die kritische Rücknahme einer fehlerhaften Diagnose – an Bedeutung.
Mehr Sorgfalt statt schneller Labels
Fachleute fordern als Konsequenz mehr diagnostische Sorgfalt und bessere Aufklärung. Eine ADHS-Diagnose erfordert eine umfassende Untersuchung nach wissenschaftlichen Leitlinien – nicht nur einen Online-Test oder Social-Media-Video. Therapeuten müssen Patientenerwartungen noch empathischer begegnen und ihre Entscheidungen transparent erklären. Das Ziel: In einer digital informierten Gesellschaft sowohl Unter- als auch Überdiagnosen zu vermeiden.
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