Zscaler Aktie: Partnerschaft mit Schwarz Digits
Veröffentlicht am: 01.08.2026 um 12:23 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der US-Spezialist für Cloud-Sicherheit Zscaler hat eine strategische Partnerschaft mit Schwarz Digits, der IT-Sparte der Schwarz Gruppe, geschlossen. Im Zentrum der Kooperation steht die Bereitstellung von Sicherheitsdiensten auf der europäischen Cloud-Infrastruktur STACKIT. Ziel ist es, Kunden in Deutschland und Europa eine souveräne Cloud-Lösung anzubieten, die strikte regulatorische Anforderungen erfüllt.
Strategische Partnerschaft für den europäischen Markt
Am Dienstag gaben Schwarz Digits und Zscaler bekannt, dass die Plattform „Zscaler Zero Trust Exchange“ künftig auf der STACKIT-Cloud betrieben wird. Dieser neue Dienst wird in deutschen Rechenzentren gehostet und richtet sich insbesondere an Sektoren mit hohen Sicherheitsanforderungen wie die öffentliche Verwaltung, das Verteidigungswesen sowie das Finanz- und Gesundheitswesen. Durch die lokale Datenhaltung sollen europäische Rechtsvorschriften wie NIS 2, DORA und der AI Act konsequent eingehalten werden.
Misha Kuperman, Chief Revenue Officer von Zscaler, betonte die Bedeutung der Zusammenarbeit für die digitale Souveränität in Europa. Das Angebot umfasst neben der technischen Implementierung auch das Management und den Support der Systeme. Schwarz Digits, das unter anderem die IT für rund 14.500 Filialen von Lidl und Kaufland verwaltet, baut damit seine Rolle als europäischer Cloud-Anbieter weiter aus. Parallel dazu wurde bekannt, dass sich Schwarz Digits um den Aufbau eines EU-Rechenzentrums für Künstliche Intelligenz bewirbt, wobei das Investitionsvolumen durch öffentliche und private Mittel auf über 30 Milliarden Euro steigen könnte.
Wachstumsängste belasten trotz starker Quartalszahlen
Trotz der strategischen Fortschritte reagierten Investoren am Donnerstag verunsichert auf den Ausblick für das kommende Geschäftsjahr. Zwar übertraf das Unternehmen im abgelaufenen Quartal mit einem Umsatz von 850,48 Millionen US-Dollar und einem bereinigten Ergebnis je Aktie von 1,08 US-Dollar die Erwartungen des Marktes. Doch die Prognose für das Geschäftsjahr 2027 dämpfte die Stimmung. Zscaler rechnet hier mit einem Wachstum des Umsatzes und der jährlich wiederkehrenden Umsätze (ARR) von lediglich 16 bis 17 Prozent, nachdem im laufenden Jahr noch Raten im Bereich von 25 Prozent erreicht wurden.
Diese drohende Verlangsamung führte zu Kursverlusten von zeitweise über 5 Prozent. Am gestrigen Freitag schloss das Papier mit einem Wert von 131,28 Euro. Damit notiert die Aktie weiterhin deutlich unter ihrem Niveau zu Jahresbeginn, was einem Rückgang von 32,33 Prozent entspricht. Die Sorge um die langfristige Wachstumsdynamik überlagert derzeit die operativen Erfolge bei den Quartalsergebnissen.
Insiderverkäufe und institutionelles Interesse
Die Skepsis einiger Anleger wird durch Meldungen über Insiderverkäufe verstärkt. Innerhalb der letzten sechs Monate kam es zu 21 Verkäufen durch Führungskräfte, während keine Käufe verzeichnet wurden. CEO Jay Chaudhry veräußerte zuletzt 4.819 Aktien, und CFO Kevin Rubin verkaufte am vergangenen Montag 503 Papiere zu einem Kurs von rund 147 US-Dollar. Zuvor hatte Rubin bereits Ende Juni 3.000 Aktien abgestoßen.
Demgegenüber steht ein gesteigertes Interesse großer institutioneller Investoren. BlackRock meldete am Donnerstag einen passiven Anteil von 5,1 Prozent an Zscaler. Auch andere Vermögensverwalter wie Amundi stockten ihre Positionen im ersten Quartal deutlich auf und halten nun über eine Million Aktien. Analysten bewerten das Unternehmen im Konsens weiterhin als „Moderate Buy“, wobei das durchschnittliche Kursziel mit 214,21 US-Dollar signifikant über dem aktuellen Niveau liegt. Mit einem Abstand zum 200-Tage-Durchschnitt von minus 18,62 Prozent bleibt die Aktie jedoch charttechnisch in einem herausfordernden Umfeld.
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