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Zoom Aktie: CEO verkauft planmäßig

Veröffentlicht am: 08.10.2026 um 09:24 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Yuan veräußerte Aktien nach einem 2025 eingerichteten Handelsplan; Analystenkursziele reichen von 104 bis 130 Dollar.

Zoom-Aktie: CEO verkauft nach altem Plan, Analysten bleiben optimistisch
Abstrakte Darstellung einer modernen Büroarchitektur bei Sonnenuntergang als Symbol für Unternehmensführung und Finanzmärkte. Illustration mit AI erstellt.

Zoom-Chef Eric Yuan hat Anfang der Woche Aktien im Wert von rund 2,27 Millionen Dollar verkauft. Das klingt nach einem Warnsignal, folgt aber einem lange vorbereiteten Plan. Zeitgleich verteidigen mehrere Analysten ihre Kursziele deutlich über dem aktuellen Niveau.

Verkauf nach festem Plan

Yuan trennte sich am 5. und 6. Oktober von insgesamt 24.200 Class-A-Aktien. Die Preise lagen im Schnitt zwischen 93,72 und 94,59 Dollar. Die Transaktionen laufen über einen Handelsplan nach Rule 10b5-1, den der CEO bereits am 20. Juni 2025 aufgesetzt hat. Solche Pläne legen Verkaufszeitpunkte und Mengen im Voraus fest. Spontane Marktmeinungen spielen dabei keine Rolle.

Vor den Verkäufen wandelte Yuan an beiden Tagen je 12.100 Class-B-Aktien in Class-A-Aktien um. Nach den Transaktionen hält er indirekt noch 22.998 Class-A-Aktien. Sie liegen in einem Familientrust, den er gemeinsam mit seiner Frau verwaltet.

Die Aktie notiert bei rund 95 Dollar. Seit Jahresbeginn steht ein Plus von etwa 9 Prozent zu Buche, das Jahreshoch von 114,74 Dollar bleibt aber ein Stück entfernt.

Analysten sehen Luft nach oben

Frischen Rückenwind liefert Yorkville Ives. Das Haus startete die Bewertung mit "Outperform" und einem Kursziel von 120 Dollar. Die Analysten sehen Zoom auf dem Weg vom Videokonferenz-Anbieter zu einem KI-getriebenen System für Zusammenarbeit, Kundenservice und Vertrieb.

Produkte wie AI Companion und ZoomMate sollen Gesprächskontext in erledigte Arbeit verwandeln, auch über Systeme wie Salesforce, Jira oder ServiceNow hinweg. Die installierte Kundenbasis verschafft Zoom laut Yorkville Ives einen Vertriebsvorteil.

Das Analystenbild bleibt breit gefächert:

  • RBC: "Outperform", Ziel 130 Dollar
  • StoneX: "Buy", Ziel 125 Dollar, mit Verweis auf mögliche Vorteile durch Anthropics Börsengang
  • UBS: "Neutral", Ziel 115 Dollar
  • Cantor Fitzgerald: "Neutral", Ziel 104 Dollar

Hintergrund sind die jüngsten Quartalszahlen. Das Unternehmen übertraf die Erwartungen bei Umsatz, Billings und bereinigtem Gewinn je Aktie. Die operative Marge blieb laut RBC unter den Schätzungen. Das Geschäft mit Unternehmenskunden beschleunigte sich auf etwa 8 Prozent Wachstum, während das Online-Geschäft auf rund 1 Prozent abflaute. KeyBanc bleibt bei "Sector Weight", lobte aber Bookings und Billings im Enterprise-Segment.

Einordnung

Der Insider-Verkauf allein liefert wenig Aussagekraft, da er auf einem über ein Jahr alten Plan beruht. Relevanter ist der Kontrast im Geschäft: Der Enterprise-Bereich zieht an, das Endkundengeschäft stagniert. Selbst das vorsichtigste Kursziel von 104 Dollar liegt über dem aktuellen Kurs, das höchste von 130 Dollar rund ein Drittel darüber.

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