Zillow, Aktie

Zillow Aktie: Verlust trotz Umsatzplus

Veröffentlicht am: 05.11.2026 um 10:44 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Ein Vergleich belastet Zillows Ergebnis im dritten Quartal; Mietgeschäft und Hypotheken wachsen, während Residential rückläufig ist.
Modernes Wohngebäude bei Dämmerung als Symbol für den Immobilienmarkt. Illustration mit AI erstellt.

Umsatz rauf, Gewinn runter: Zillow hat das dritte Quartal mit einem Nettoverlust abgeschlossen. Der Markt reagierte nachbörslich deutlich, und die erste Analystenstimme senkt bereits das Kursziel.

Einmalbelastung drückt das Ergebnis

Der Umsatz stieg im dritten Quartal um 7 Prozent auf 724 Millionen Dollar. Unter dem Strich stand jedoch ein Verlust von 158 Millionen Dollar, nach einem kleinen Gewinn im Vorjahreszeitraum. Hauptgrund ist ein Vergleich in der Sammelklage zu Zillow Offers, der mit 165 Millionen Dollar zu Buche schlägt, abzüglich erwarteter Versicherungserstattungen.

Bereinigt sieht das Bild freundlicher aus. Der bereinigte Gewinn je Aktie lag bei 0,55 Dollar, nach 0,44 Dollar im Vorjahr. Er verfehlte aber die Analystenerwartung von 0,59 Dollar, auch der Umsatz blieb unter der Konsensschätzung von rund 754 Millionen Dollar. Das bereinigte EBITDA erreichte 182 Millionen Dollar, eine Marge von 25 Prozent.

Nachbörslich fiel die Aktie um knapp 17 Prozent auf 28,20 Dollar.

Mieten wachsen, Verkauf stockt

Die Segmente entwickeln sich auseinander. Das Mietgeschäft legte um 26 Prozent auf 220 Millionen Dollar zu, getragen vom Multifamily-Bereich mit einem Plus von 35 Prozent. Auch Hypotheken wuchsen kräftig. Dagegen sank der Umsatz im Segment Residential um 4 Prozent, weil höhere Hypothekenzinsen die Transaktionen bremsen.

Konzernchef Jeremy Wacksman sprach von einem der schwierigsten Immobilienmärkte seit einer Generation. Der Traffic ging zudem zurück: Die monatlichen Nutzer sanken um 3 Prozent auf 215 Millionen. Der freie Cashflow fiel auf 46 Millionen Dollar, nach 107 Millionen im Vorjahr.

Evercore senkt das Ziel

Evercore ISI kappt das Kursziel auf 35 Dollar, zuvor waren es 40 Dollar, und bleibt bei "In Line". Die Analysten verweisen auf eine „materielle Verfehlung" und gesenkte Prognosen des Unternehmens. Ihre Umsatzschätzungen für 2026 und 2027 sinken um 3 bis 5 Prozent, die EBITDA-Erwartungen um 11 bis 13 Prozent.

Für das Schlussquartal rechnet Evercore mit einem im Jahresvergleich stagnierenden Umsatz. Die Segmente For Sale und Residential dürften um 9 bis 15 Prozent schrumpfen. Als Belastungen nennt das Haus den schwachen Wohnungsmarkt, eine neu aufzubauende Hypothekenpipeline und Gegenwind durch den Preferred-Umbau bis ins Jahr 2027. Das neue Ziel basiert auf dem Neunfachen des geschätzten EBITDA von 895 Millionen Dollar für 2028.

Zillow hält Barmittel und Investments von 707 Millionen Dollar und besitzt laut Bilanz mehr Cash als Schulden. Das Polster ist da, den Wachstumsbeweis muss das Unternehmen im Schlussquartal erst noch liefern.

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